REICHSHOF
Geplanter Solarpark: RheinEnergie streicht eine Fläche
Reichshof – Die Fläche „Im Kurtseifen“ spielt in den Planungen für den Solarpark an der A4 keine Rolle mehr.
Von Peter Notbohm
Mit nur noch mit einer Fläche plant der Energieversorger RheinEnergie seinen Solarpark zwischen den beiden Reichshofer Ortschaften Hespert und Buchen nördlich der A4, der dort in Zusammenarbeit mit der AggerEnergie entstehen und mit einer Leistung von rund 20 Megawatt-peak (MWp) rund 6.000 Haushalte versorgen soll. Sahen die ursprünglichen Pläne, für die das Verfahren im September 2024 eingeleitet wurden, noch zwei Anlagen auf den Flächen „Hespert-Buchen“ (19 Hektar) und „Im Kurtenseifen“ (4,8 Hektar) vor, spielt die kleinere der beiden Flächen nun aufgrund verschiedener Restriktionen keine Rolle mehr. „Es wäre den Aufwand nicht wert gewesen“, erklärte Clara Ukat (Projektentwicklung EE) am Donnerstagabend im Bau-, Planungs-, Verkehrs- und Umweltausschuss.
Aus Wirtschaftlichkeitsgründen werde man sich nun auf die Fläche „Hespert-Buchen“ konzentrieren, die man noch einmal angepasst hat. Nach juristischer Prüfung habe man den privilegierten 200-Meter-Korridor an der Zu- und Abfahrt der A4 neuberechnet, sodass die Fläche nun auf 20 Hektar erweitert wurde – auch, weil mit der ursprünglichen Planung voraussichtlich nicht alle Vorgaben an die EEG-Förderkulisse erfüllt worden wären. Man könne nun mit „einer kompakten Fläche“ planen, so Ukat weiter. Auch den Bau der geplanten Speicher habe die RheinEnergie mit ausgeschrieben, sodass alles vom selben Anbieter gebaut werden soll
Seit der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit vom 19. Dezember bis zum 26. Januar, bei der Stellungnahmen und Anregungen eingegangen sind, wurde das Projekt mittlerweile angepasst. Hinzugefügt wurde ein Blendgutachten, wonach es keine Blendeinwirkungen auf Verkehr oder Wohngebäude gibt und somit keine Blendschutzmaßnahmen notwendig sind. Im Rahmen der Artenschutzprüfung wurde auf der Fläche ein Feldlerchenpaar nachgewiesen, für das eine ein Hektar große Ausgleichsfläche eingeplant werden muss. Hierhin soll auch die gefundene Ackerröte, eine teilweise gefährdete Pflanze, versetzt werden.
Zu den Beteiligungsmöglichkeiten durch die Bürgerschaft gab es noch keine weitergehenden Informationen. Weiterhin geplant ist eine mögliche Beteiligung über die Energiegenossenschaft Bergisches Land (EGBL), bei der Anteile in Form von investiven Fonds (maximal 20 Anteile/ ein Anteil kostet 500 Euro) gekauft werden könnten. Man rechne mit einer etwa fünfprozentigen Beteiligung sagte Thomas Willmer von der EGBL. Die Dividende betrage zwischen 2,25 und 2,75 Prozent. Die Genossenschaft plane eher defensiv und wolle vor allem die Energiewende vorantreiben.
Weitere Möglichkeiten sind Nachrangdarlehen für die Bürger, Beteiligungen von Unternehmen am Projekt oder eine langfristige Stromvermarktung (PPA), die sich meist aber nur für Großabnehmer lohnt. In allen drei Fällen stehe eine Interessenabfrage noch aus. Die Verwaltung wolle sich mit der mit der Politik noch eine Meinung bilden, sagte Sarah Schmidt, Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters.
Diskutiert wurde anschließend über die Sicherheitsvorgaben rund um den Solarpark sowie die vorhandenen Wander- und Fahrradwege. Marco Hebel (FWO) warb für eine zaunlose Lösung, wie er sie mittlerweile von mehreren Anlagen in Bayern kenne. Dies wird von der RheinEnergie aus Sicherheitsgründen aber abgelehnt, erklärte Ukat. Stattdessen will der Energieversorger die gesamte Fläche pachten und komplett einzäunen. Vertreter von CDU und FWO warben anschließend dafür, den Solarpark zumindest auf zwei Felder aufzuteilen, um einen bei Fahrradfahrern und Spaziergängern beliebten Wirtschaftsweg für die Öffentlichkeit zu erhalten. „Wir machen für ein Feldlerchenpärchen einen Riesenaufwand, sollten dann aber auch mal an die Bevölkerung denken“, so Reinhard Krumm (FWO).
Der Ausschuss nahm die Stellungnahmen aus der frühzeitigen Beteiligung bei einer Enthaltung aus Reihen der FWO einstimmig entgegen.
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