SPORT
Viel Applaus und das Oberberg-Herz für die stillen Helden des Sports
Oberberg – Rund 125 Gäste sorgen in der Halle 32 für eine Würdigung des Ehrenamts im Sport – Der Kreissportbund zeichnet drei Ehrenamtler und der drei Vereine aus – Das Oberberg-Herz wird an Karin Marx verliehen.
Von Peter Notbohm
Ohne die vielen Menschen, die sich im Hintergrund engagieren, ihr Herzblut geben und viel Arbeit investieren – und das ohne Bezahlung – geht im Sport gar nichts. Ehrenamtler sind das Rückgrat vieler sportlicher Höchstleistungen, stehen dabei aber nie im Rampenlicht und schon gar nicht auf dem Siegerpodest. Ihre Arbeit ist unbezahlbar. Um diesen Menschen eine Bühne zu geben, hat der Kreissportbund Oberberg auf Initiative von KSB-Geschäftsführerin Anja Lepperhoff in Zusammenarbeit mit der Volksbank Oberberg im vergangenen Jahr erstmals einen neuen Ehrenamtspreis ausgerufen (OA berichtete). Die Auszeichnung soll das oft unsichtbare Engagement der Menschen im Vereinsalltag, die sich unermüdlich für den Sport im Oberbergischen engagieren, sichtbar machen und neue Menschen für das Ehrenamt gewinnen.
[Claudia Kiel wurde von Andreas Neumann als Übungsleiterin des Jahres ausgezeichnet. Sie erhielt wie alle Gewinner neben einer Urkunde auch einen Scheck über 500 Euro, gestiftet von der Volksbank Oberberg.]
Am Dienstagabend wurden die ersten Preisträger ausgezeichnet. In der Halle 32 sorgten etwa 125 Gäste aus dem Sport, der Politik, der Wirtschaft und Moderator Maik Thiele für einen würdigen Rahmen und rollten den Nominierten den roten Teppich aus. In sechs Kategorien wurden die Preise vergeben. Aus den 330 Sportvereinen waren 76 Vorschläge für vier Kategorien eingegangen. Die Kategorien „Größter Mitgliederzuwachs“ und „Größter Jugendzuwachs“ wurden berechnet. Die siebenköpfige Jury, bestehend aus Anja Lepperhoff, Andreas Neumann, Martin Kuchejda, Thomas Ufer, Holger Jahn und Dirk Hartmann, wählte im Vorfeld in jeder Kategorie drei Nominierte aus. Der jeweilige Sieger bekam auf der Bühne seinen persönlichen Dankes-Moment.
Mit dem Oberberg-Herz, „dem Lieblingspreis“ von Anja Lepperhoff, wurde Karin Marx vom CVJM Oberwiehl ausgezeichnet. Sie setzte sich gegen Gerhard Tomasetti (TuS Belmicke) und Olaf Ruland (TuS Weiershagen-Forst) durch. Mit der Kategorie sollen die guten Seelen eines Vereins gewürdigt werden. Die 66-Jährige sorgt seit Jahren für das Catering bei den Heimspielen des Handballvereins. Auch beim Beachhandball sorgte sie mit ihren unzähligen Litern an Teig regelmäßig dafür, dass der Bestand an Waffeln nicht ausgeht.
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[Harald Langusch wurde für sein jahreslanges Engagement beim VfL Berghausen-Gimborn ausgezeichnet. Der stellvertretende Landrat sprach von „einer echten Überraschung“.]
Lepperhoff lobte in ihrer Laudatio den unermüdlichen Einsatz von Marx: „Du machst es, weil Dir dein Verein am Herzen liegt, weil Dir die Gemeinschaft wichtig ist, weil du Menschen zusammenbringst. Das macht Dich zur guten Seele des Vereins. Menschen wie Du sind nicht zu ersetzen.“ Im Gespräch mit Moderator Thiele verriet Marx dann auch, dass ihre Waffeln kein Geheimrezept benötigen. Die Lacher hatte sie zudem auf ihrer Seite, als sie charmant berichtete, dass sie mittlerweile auch ihren Mann als Assistenten angelernt habe.
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[Vertreter des BSV Bielstein, der DLRG-Ortsgruppe Lindlar und vom DAV Gummersbach nahmen ihre Auszeichnungen entgegen.]
Als Ehrenamtler des Jahres wurde Harald Langusch vom VfL Berghausen-Gimborn mit dem Vereinsheld Award ausgezeichnet. Dem Vorstand gehört der 67-Jährige seit mittlerweile 50 Jahren an und hat vom Sozialwart bis zum Geschäftsführer nahezu jede Position innegehabt. Er setzte sich gegen Detlef Kämmerer (TuS Othetal) und Manfred Blanke (DAV Sektion Gummersbach) durch. Die Laudatio auf den stellvertretenden Landrat hielt der stellvertretender KSB-Vorsitzende Tim Bubenzer. Langusch stehe für das Ehrenamt, die Gemeinschaft, den Zusammenhalt und die Überzeugung, dass eine lebendige Gesellschaft Menschen braucht, die sich für sie einsetzen.
Den Excellent Coaching Award in der Kategorie Übungsleiter des Jahres erhielt Claudia Kiel vom ATV Hückeswagen, die sich gegen Gertrud Mohrenstecher (TV Rebbelroth) und Michael Schmied (DLRG OG Radevormwald) durchsetzte und den Preis vom stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Oberberg Andreas Neumann überreicht bekam. Er würdigte die über drei Jahrzehnte andauernde Tätigkeit der Trampolin-Trainerin. Die 63-jährige steht nahezu täglich für mehrere Stunden in der Halle und fördere mit ihrem Engagement nicht nur die Teilnahme junger Sportler an Wettkämpfen, sondern unterstütze sie auch bei der Weiterbildung und sichere damit den Bestand an künftigen Ehrenamtlern.
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[Abgerundet wurde das rund 100-minütige Programm neben Grußworten der Laudatoren Grootens, Halding-Hoppenheit und Klett, der intensiv für die Olympia-Bewerbung der Region Rhein-Ruhr warb, durch den Showact „Artists Asylum“ vom Varieté-Team des Zirkus Orlando.]
Als Verein des Jahres erhielt der BSV Viktoria Bielstein den Innovation Award. Landessport-Präsident Stefan Klett würdigte in seiner Laudatio das gesamtgesellschaftliche Engagement des Vereins, der mit der Umrüstung auf LED-Flutlicht, einer digitalen Heizungssteuerung, Müll-Sammelaktionen und der vollständigen Digitalisierung seiner Vereinskommunikation Verantwortung für seine Mitglieder und Umgebung übernehme und mit seinen Inklusionsmannschaften für echte Teilhabe sorge. Nominiert waren zudem der TV Kleinwiedenest und der CVJM Oberwiehl.
Landrat Klaus Grootens und Gummersbachs Bürgermeister Raoul Halding Hoppenheit überreichten im Anschluss den Progress Award und den Next Generation Award für die größten Mitgliederzuwächse. Die Leiterin der DLRG OG Lindlar Silvia Ferlemann-Stefaniak berichtete, wie sie die Mitgliederzahlen von 2023 bis heute von 25 auf nun 344 wachsen ließ, obwohl ihre Ortsgruppe die höchsten Nutzungsgebühren im Kreis an ein Schwimmbad zahlen müsse. Der Verein überzeuge nicht nur mit guter Trainingsarbeit und einem Gesamtangebot für die gesamte Familie, sondern habe auch bewusst die Mitgliederbeiträge verdreifacht: „Bei uns soll kein Trainer seine Anzüge selbst bezahlen.“
Für den DAV Gummersbach nannte der Vorsitzende Manfred Blanke seinen Jugendreferenten Marcus Mau „den größten Glücksfang“: „Solche Leute braucht man! Wenn man dann noch ein Angebot mit sechs Klettergebieten und zwei Kletterhallen anbieten kann, kommt die Jugend. Dann wird’s ein Selbstläufer.“
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