SOZIALES

Teilhabe-Projekt: Weitere Spenden willkommen

lw; 11.06.2021, 16:09 Uhr
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Teilhabe-Projekt: Weitere Spenden willkommen

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lw; 11.06.2021, 16:09 Uhr
Oberberg – Die Wohnhilfen Oberberg vermitteln Smartphones und Tablets an hilfesuchende Menschen, damit diese in der digitalen Welt nicht weiter abgehängt werden – WLAN-Ausbau an Standorten.

Von Lars Weber

 

Um wohnungslosen und von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen mehr digitale Teilhabe zu ermöglichen, starteten die Wohnhilfen Oberberg der Diakonie Michaelshoven im November 2020 mit ihrem einjährigen Digitalisierungs-Projekt (OA berichtete). Zu den Zielen gehört die Schulung von Mitarbeitern und Hilfssuchenden, die Beschaffung von Endgeräten und ein verfügbares WLAN an allen Standorten der Wohnhilfen. Susanne Hahmann, Geschäftsbereichsleiterin Wohnhilfen Oberberg, und Teile des Projektteams haben bei einer digitalen Pressekonferenz eine Bilanz zur Halbzeit gezogen. Der Tenor: „Jetzt geht’s erst richtig los“.

 

Nachdem das Projekt vergangenes Jahr dank einer Fördersumme über rund 86.500 Euro von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW startete, sei bereits einiges passiert. Nach einem öffentlichen Aufruf wurden bisher insgesamt 65 internetfähige Smartphones gespendet.  Die Endgeräte wurden von Projektmitarbeiter und Informatikstudent Fabian Endes aufbereitet. Verteilt worden seien bislang 15 davon. Zum einen habe die Aufbereitung viel Zeit gekostet, so Endes. Zum anderen gibt es bei den Hilfesuchenden auch Beratungs- und Betreuungsbedarf im Umgang mit dem für viele komplett neuen Medium. Endes zur Seite stehen dabei technisch begabte Hilfesuchende. Die weitere Vergabe der Geräte soll nun schneller vonstattengehen.

 

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Der Bedarf an Endgeräten – Tablets und Smartphones, auf denen aktuell gebräuchliche Apps laufen sollten – sei aber groß, sodass die Wohnhilfen auf weitere Spenden hoffen (siehe Kasten), wie Projektkoordinatorin Daniela Olah sagt. Momentan arbeiteten sie mit 400 Hilfesuchenden zusammen, so Hahmann weiter. Ziel sei es, nach und nach an allen Standorten Interessierte auszustatten und sie auch fit zu machen im Umgang damit. „Denn inzwischen benötigen Hilfesuchende einen digitalen Zugang, sei es, um mit dem Jobcenter zu kommunizieren, mit dem Hausarzt oder der Krankenkasse.“ Die Entwicklung wurde durch die Pandemie nur noch beschleunigt.  

 

Die notwendige Infrastruktur – vor allem ein leistungsfähiges WLAN-Netz - sei an den meisten Standorten der Wohnhilfen bereits vorhanden. Eine Herausforderung stellt aber der Anschluss des Hauses Segenborn in Waldbröl dar. „Das liegt nicht am Nabel der Welt“, formuliert Projektmitarbeiter Udo Schmidt vorsichtig. Vor zwei Jahren sei ein Glasfaserkabel nah am Gebäude vorbeigelegt worden. Das Haus konnte aber nicht mit angeschlossen werden. Nun aber wurde Abhilfe geschaffen. So profitiert das Haus Segenborn nun von dem Ausbau des Breitbandnetzes der Gemeindewerke Nümbrecht. In Absprache mit dem dortigen Bürgermeister Hilko Redenius und der Waldbröler Rathauschefin Larissa Weber sei eine 500 Meter lange Glasfaser-Freileitung von Nümbrecht gelegt und durch das Projekt finanziert worden. „Das liegt jetzt im Keller und muss noch fachgerecht angeschlossen werden“, so Schmidt.

 

Die Verantwortlichen sehen das Projekt auf einem guten Weg, bei dem es im Moment nicht entscheidend sei, ob die Förderung im November weitergehe. „Die Infrastruktur und auch das Wissen, das wir uns erarbeiten und auch weitergeben, das bleibt“, sagt Olah. Darauf könne man aufbauen. Eine Idee, die nun in der zweiten Hälfte des Förderzeitraums weiter reifen soll, sei die Verbesserung des Onlineauftritts der Wohnhilfen. Früher oder später sollen Beratungen auch dort stattfinden, formuliert Hahmann das klare Ziel.

 

Informationen zu den Wohnhilfen gibt es hier.

 

So wird gespendet

 

Smartphones oder Tablets sollten frei von groben Beschädigungen sein. Kleinere Beschädigungen können aufgearbeitet werden. Vor der Spende sollten Daten gelöscht und die SIM-Karte entfernt werden. Das Gerät, im besten Fall mit Ladekabel und Stecker, kann in einer Tüte bei den Wohnhilfen abgegeben oder zugesandt werden.

 

Die Wohnhilfen Oberberg sind an folgenden Standorten zu erreichen:

 

Wohnhilfen Oberberg Mitte, Karlstr. 1, 51643 Gummersbach, werktags von 8 bis 12 Uhr, Tel.: 02261/9 18 00

 

Wohnhilfen Oberberg Nord, Hochstr. 14, 51688 Wipperfürth, montags von 8 bis 12 Uhr, donnerstags von 8 bis 11 Uhr, Tel.: 02267/6 55 77 50

 

Wohnhilfen Oberberg Süd, Brölbahnstraße 1-5, 51545 Waldbröl, mittwochs und donnerstags von 9 bis 12 Uhr, Tel.: 02291/80 85 80

 

Radevormwald Caritashaus, Hohenfuhrstr. 16, dienstags von 8:30 bis 10:30 Uhr, freitags von 10:30 bis 12 Uhr, Tel.: 0173/9 05 97 16

 

Postanschrift:

Diakonie Michaelshoven, Haus Segenborn, Pulvermühle 1, 51545 Waldbröl

 

Auch Geldspenden (auf Wunsch mit Spendenquittung) für das Projekt, zum Beispiel für Ersatzteile oder SIM-Karten, sind möglich: Förderverein Freunde der Wohnhilfen Oberberg, Stichwort: Projekt Digitalisierung, Kreissparkasse Waldbröl, IBAN: DE73 3705 0299 0342 0027 66

 

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