POLITIK
Stadt spricht mit Besitzer über Kauf der verseuchten Industriebrache
Wiehl – Nach diversen erfolglosen Versuchen gab es ein Treffen zwischen Stadt, Kreis und dem Eigentümer des Ex-Aqua-Control-Areals in Oberbantenberg – Gutachten sollen bei Entscheidung helfen.
Von Lars Weber
Das ehemalige Aqua-Control-Gelände in Oberbantenberg ist vielen ein Dorn im Auge. Seit mehr als zweieinhalb Jahrzehnten steht die Halle in der Pfenderstraße nicht nur leer, das Areal ist auch mit Quecksilber belastet. Anwohner hatten zuletzt eine Bürgeranregung mit mehr als 60 Unterschriften im Rathaus eingereicht, damit sich auf dem Gelände endlich etwas tut und eine Sanierung erfolgt (OA berichtete). Im Rathaus wiederum war das Thema auch schon vorher auf der Agenda. Nur: Um überhaupt die Möglichkeit zu haben, etwas zu erreichen, musste erst der aktuelle Eigentümer der Fläche erreicht werden. Lange Zeit mühte sich die Stadt vergeblich (OA berichtete). Inzwischen hatten die Bemühungen aber doch noch Erfolg – und es kam vor einigen Wochen zum persönlichen Treffen. Noch ist aber offen, wie es weitergeht.
An dem Treffen im Wiehler Rathaus teilgenommen hat neben Bürgermeister Ulrich Stücker sowie den Fachbereichsleitern Kevin Markus und Marcus Köster auch Jens Dellhofen mit einem Mitarbeiter. Dellhofen ist der Chef der Valoria, der Eigentümerin des Areals. Den Weg ins Rathaus gemacht hatte außerdem ein Team des Oberbergischen Kreises, mit Kreisdezernent Frank Herhaus und Umweltamtsleiter Andre Steiniger an der Spitze (Siehe Kasten "Probleme bei der Beprobung").
Im Gespräch hat Bürgermeister Stücker signalisiert, dass die Stadt durchaus Interesse daran habe, das Areal zu kaufen. „Allerdings müssen die Rahmenbedingungen stimmen“, so Stadtsprecher Volker Dick auf OA-Nachfrage. „Die Übereinkunft war, dass zunächst Gutachten in Auftrag gegeben werden sollen, die den Sanierungsbedarf und den Verkehrswert ermitteln sollen.“ Die Kosten für die Gutachten wird die Stadt übernehmen, momentan laufe die Abstimmung mit verschiedenen Anbietern. Nach den Ergebnissen der Gutachten und den Preisvorstellungen der jetzigen Eigentümer richtet sich das weitere Vorgehen, heißt es weiter.
Wann die Gutachten vorliegen werden, lasse sich derzeit nicht sagen. „Grundsätzlich ist die Stadt zunächst froh, dass es nach vielen Versuchen gelungen ist, den Kontakt zur Geschäftsführung der Valoria herzustellen und das persönliche Gespräch führen zu können.“ Alles Weitere müsse sich nun finden.
Falls die Stadt tatsächlich die Fläche kaufen sollte, hofft sie für die Entwicklung der Brache auf Fördermittel. Eine Bewerbung beim Förderprogramm „Bau.Land.Partner“ des NRW-Heimatministeriums hat das Rathaus wie angekündigt eingereicht. Das Programm war auch von den Anwohnern in Oberbantenberg vorgeschlagen worden.
Das Umweltamt hatte vor zehn Jahren das Gelände gesichert.
Die durchgeführten Sanierungsmaßnahmen sowie die weiterhin bestehende Zugangs- und Nutzungsbeschränkung stellen, aus Sicht der Unteren Bodenschutzbehörde, nach wie vor eine angemessene Sicherungsmaßnahme dar.
Zusätzlich dazu fordert das Umweltamt regelmäßig Grundwasserbeprobungen von den Grundstücksbesitzern ein, um einen möglichen Quecksilbereintrag in das Grundwasser zu kontrollieren. Anfang des Jahres war die Valoria damit im Verzug. Inzwischen sei laut Kreis zwar die Probe von einem Gutachterbüro Ende Mai durchgeführt worden, es gebe aber weiter Probleme.
"Die Grundwasserproben konnten als Pumpproben nur eingeschränkt an vier der fünf vorhandenen Grundwassermessstellen gewonnen und auf Schwermetalle, unter anderem Quecksilber, untersucht werden", so der Kreis. Laut dem Gutachterbüro konnten aber nicht alle Grundwassermessstellen in dem erforderlichen Umfang beprobt werden und entsprechen auch nicht dem heutigen Qualitätsstandard für eine ordnungsgemäße Grundwasseruntersuchung.
"Die ermittelten Analysenergebnisse geben daher keinen aussagekräftigen Hinweis auf eine mögliche Grundwasserverunreinigung. Eine Erneuerung der Grundwassermessstellen sowie eine erneute Beprobung wurde daher beim Eigentümer angeordnet."
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