POLITIK
Schwimmbadsanierung oder modularer Neubau am Panoramabad?
Engelskirchen – Im Planungs- und Umweltausschuss standen Überlegungen an, wie man künftig Schwimmkurse anbieten kann – Klimafolgenanpassungsmanagerin geht – Bezahlbarer Wohnraum in Buschhausen vom Tisch.
Von Leif Schmittgen
Bei der gestrigen Sitzung des Engelskirchener Planungs- und Umweltausschusses wurde nach einem SPD-Antrag aus dem Dezember 2025 das Thema „Sanierung des Lehrschwimmbeckens im Schulzentrum Walbach“ auf der Agenda. Dieses ist seit 2007 außer Betrieb. Überlegungen zu einer Reaktivierung hätten schon vor Jahren zu Kosten von über einer Million Euro geführt.
Vor Jahresfrist sollte ein Angebot zur Erstellung einer neuerlichen Machbarkeitsstudie eingeholt werden. Ein spezialisiertes Architekturbüro würde für die Dienstleistung gut 35.000 Euro verlangen. Fachbereichsleiter für Planen und Bauen, Andreas Kiel, brachte gestern eine Alternative ins Spiel: Eine modulare Schwimmhalle auf dem Gelände des Panoramabades. Zwei Hersteller hat er dabei ins Auge gefasst, entsprechende Angebote könnten eingeholt werden. So könnte sich die Verwaltung zunächst den Betrag für die Machbarkeitsstudie sparen.
„Wir würden den Standort am Panoramabad sehr begrüßen. Dort ist ein Großteil der Infrastruktur bereits vorhanden“, sagte Karl Lüdenbach von Bündnis 90/Die Grünen. Auch bei den übrigen Fraktionen stand man dem Thema offen gegenüber: „Kann es sich Engelskirchen leisten, niemandem das Schwimmen beizubringen?“, fragte Wolfgang Brelöhr (SPD) mit rhetorischem Unterton. Dr. Pauline von Spee (CDU) sagte, dass Förderprogramme immer eine öffentliche Nutzung zur Auflage hätten und somit von der Verwaltung dann auch entsprechendes Personal rekrutiert werden müsse.
Schließlich hielt sich die Politik alle Türen offen, indem man sich nicht gegen das Angebot des Architekturbüros aussprach, sondern zunächst die Verwaltung damit beauftragte, alle Möglichkeiten zu prüfen und auch – sollte ein Schwimmbad im Modulbau in noch zu bestimmender Größe entstehen – Möglichkeiten für eine Alternativnutzung des Walbacher Beckens zu überlegen. Bis zum Herbst soll Klarheit beim Thema geschaffen werden.
Ausschuss kompakt
- Klimafolgenanpassungsmanagerin Sabine Nockemann-Hammeran geht Ende Juni in den Ruhestand. Sie hatte das Amt am 1. April 2023 angetreten und bekleidete diese neu geschaffene Stelle als erste im Oberbergischen Kreis (OA berichtete) . „Wir führen bereits Dinge aus, die andere noch planen“, fand Bürgermeister Lukas Miebach lobende Worte für das außergewöhnliche Engagement seiner Mitarbeiterin. Sie hatte zuvor die erzielten Fortschritte des Klimafolgenanpassungskonzepts im Gremium vorgestellt. Dazu zählen unter anderem Saumschutz, Baumpflanzungen und der Einbau von Zisternen. Sie bleibt der Gemeinde mit ihrer Expertise auf Minijobbasis erhalten. Der Name ihres Nachfolgers, den sie auch einarbeiten wird, soll später bekanntgegeben werden.
- Endgültig vom Tisch ist der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen nach bezahltem Wohnraum im Baugebiet Buschhausen. Der Rat hatte das Thema Ende April in den Ausschuss verwiesen (OA berichtete). Die übrigen Fraktionen waren sich einig, dass es derzeit keine privaten Investoren gebe, die Interesse an einem Erwerb von vier Grundstücken zeigen würden. Mehrheitlich wurde der Antrag abgewiesen.