POLITIK

Platz für 25 neue Häuser – nur der Anfang?

lw; 19.03.2026, 17:00 Uhr
Foto: Lars Weber --- Nach fünf Jahren Planungsarbeit ist die Satzung für das Baugebiet in Neuklef nun beschlossen worden.
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Platz für 25 neue Häuser – nur der Anfang?

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lw; 19.03.2026, 17:00 Uhr
Wiehl – Rat macht weitere Bauvorhaben in Neuklef möglich – Diskussionen um weitere Wohnraumpotenziale in der Stadt.

Von Lars Weber

 

Der nötige Bedarf an Wohnraum in Wiehl ist in der Stadt und in den Außenorten ein Dauerthema. Allein in der aktuellen Ratssitzung haben sich Verwaltung und Politik in vielerlei Hinsicht mit der Situation beschäftigt. Mit dem Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan „Neuklef – Auf dem Buhlscheid“ wurden ganz konkret die Voraussetzungen geschaffen, sowohl Häuser als auch Wohnungen zu bauen. Ein zusätzlicher Antrag der Grünen für ein „sozialverträgliches Wohnraumentwicklungskonzept“ ließ zudem Bürgermeister Ulrich Stücker ganz generell Stellung nehmen: Wo steht Wiehl bei der Schaffung von Wohnraum, welche Projekte sind aktuell und wo will Wiehl hin? Und was bringt der Bau-Turbo, für dessen Umsetzung ein Konzept beschlossen wurde?

 

Das neue Baugebiet in Neuklef ist jetzt schon jahrelang in der Mache. Seit 2021 beschäftige man sich mit der Planung, sagte Fachbereichsleiter Markus Köster bei der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses, wo das Projekt vor dem mehrheitlichen Beschluss über die Satzung im Rat (eine Enthaltung, zwei Gegenstimmen) vorgestellt worden war. Unter anderem ging das zunächst beauftragte Ingenieursbüro insolvent, außerdem brauchten die Planungen aufgrund von mehreren Änderungen diverse Durchläufe.

 

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Es handelt sich um die Entwicklung einer insgesamt 3,5 Hektar großen Fläche an der Straße „Auf dem Buhlscheid“, wo bereits einige Häuser stehen. Auf der Fläche sollen 25 weitere Häuser geschaffen werden. Einzel-, Doppel-, aber auch Reihenhäuser sollen mit maximal zwei Geschossen möglich sein. Erschlossen wird das Gebiet über die vorhandenen Straßen „Auf dem Buhlscheid“ und „Alte Wiese“. Ein Teil der Fläche wird von einem privaten Investor entwickelt.

 

In Neuklef geht es also vorwärts mit der Schaffung von neuem Wohnraum. Die Grünen stellten dazu den Antrag, diese Aufgabe nicht allein dem Markt zu überlassen, sondern gerade auch beim bezahlbaren Wohnraum die Wiehler BEW zu involvieren. Bürgermeister Stücker holte daraufhin etwas aus. „Das Ansinnen ist nachvollziehbar und ist auch ein zentrales Anliegen der Verwaltung.“ Deshalb sei auch einiges diesbezüglich in Arbeit. Bereits 2019 sei bereits ein Konzept für Wohnungsbau und Flächenmanagement vorgestellt worden. Vor drei Jahren gab es den Baulandbeschluss, der es der Stadt beziehungsweise der BEW bereits ermöglichte, diverse Flächen zu kaufen. Stücker erwähnte auch die aktuelle Regionalplanung, wo sämtliche entscheidende Flächen verankert seien. „Das gibt uns eine Perspektive für die nächsten 15 bis 20 Jahre“, sagte Stücker dem Rat.

 

Er erinnerte allen voran an das Seequartier und an die Flächen in Drabenderhöhe – „Auf der Höhe“ (OA berichtete) und „In der Freiheit“ (OA berichtete) und nun auch das erworbene Zolllager. Zumindest beim Seequartier könnte auch die von den Grünen geforderte Konzeptvergabe Anwendung finden, ebenfalls kein neues Thema im Rat. Die Konzeptvergabe ist vereinfacht gesagt ein Verfahren zur Veräußerung kommunaler Grundstücke, bei dem nicht der höchste Preis, sondern die beste inhaltliche Qualität des Nutzungskonzepts entscheidet. Auf diese Weise sollen auch bezahlbare Wohnungen auf den Markt kommen.

 

Wobei Stücker hier die Frage in den Raum warf: „Wie wird dies inzwischen definiert?“ Aufgrund exorbitanter Baupreise sieht das Stadtoberhaupt hier eine Pflicht auf Bundes- und Landesebene, Regelungen zu schaffen, die Bauen wieder attraktiv und bezahlbar machten. Auch deshalb lägen einige gute Flächen im Stadtgebiet brach. Dass der sogenannte Bau-Turbo, eine Änderung im Baugesetzbuch mit einigen Verfahrenserleichterungen, hier die erhoffte Lösung ist, daran glaubt Stücker nicht. Der tatsächliche Nutzen müsse abgewartet werden. Der Rat beschloss dazu ein Konzept, das die Umsetzung des Gesetzes anhand einiger Regularien und Eckpfeiler auf solide Füße stellen soll.  

 

Generell gelte: „Die Ausgangssituation in Wiehl ist gut“. Die Grünen jedenfalls zogen ihren Antrag nach den Ausführungen des Bürgermeisters zurück.

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