Engelskirchen – Mit einer Mischkalkulation möchte Julian Stumpf in Loope Häuser sanieren und neu bauen – Kein Mieter soll auf der Straße landen.
Von Leif Schmittgen
Viele Interessengruppen möchte der private Bauinvestor Julian Stumpf in Engelskirchen-Loope nicht nur sprichwörtlich unter einem Dach vereinen. Unter dem Projektnamen „Engelsquartier“ will der Kölner insgesamt 73 Einheiten in der Straße „Im Auel“ schaffen. Zwei Immobilien stehen dort bereits und sind seit mehreren Jahren bereits im Eigentum von Stumpf. Drei Häuser sollen dort neu errichtet werden und sich so zu einem Wohnpark zusammenfügen. Die Pläne stellte er gestern den politischen Vertretern des Engelskirchener Planungs- und Umweltausschusses im Detail vor. Seit dem vergangenen Jahr ist die Gemeinde bereits über das Vorhaben informiert. Die Bestandsgebäude sollen baulich und energetisch saniert werden. Unter anderem sollen Heizungen, Fenster und Dämmung technisch auf den neuesten Stand gebracht werden.
Karl Lüdenbach (Grüne) sorgte sich um die Bestandsmieter. „Müssen die Bewohner mit höheren Preisen nach der Sanierung rechnen?“, fragte er. Stumpf gab Entwarnung und meinte, dass er in den sozial geförderten Wohnungen an Mietpreise gebunden sei und diese sich auch nicht verändern würden. Für die Komplettsanierung müssten die Mieter ihre Domizile auf Zeit verlassen: „Zuerst entstehen die Neubauten, in denen die Menschen während der Renovierungsarbeiten einziehen werden und dann in die modernen Räume zurückkehren. Zu den Sozialwohnungen sollen im Dachgeschoss jeweils Mansarden für Studenten entstehen, barrierefreie Wohngruppen und Einzelapartments für Senioren sollen das Ensemble am Auel komplettieren. Geschätzt 25 Millionen Euro will Stumpf investieren und sich an verschiedenen Förderprogrammen bedienen.
Zwischenzeitlich aufkommende Bedenken, der Kölner wolle „entkernen, sanieren und teurer vermieten“, entkräftete er mit Vorgaben des Bundes, an die er sich zu halten habe. Bedenken gab es zu der dort ohnehin herrschenden angespannten Verkehrssituation. Darauf erwiderte Stumpf, dass er „mehrere Millionen“ in Tiefgaragen investiere.
Ausschuss kompakt
- Ist künftig ein Wärmetransfer von :metabolon zum Panoramabad in Engelskirchen möglich? Ein Antrag der SPD sollte die Verwaltung mit der Prüfung der Möglichkeiten beauftragen. Dieser wurde aber zunächst zurückgestellt, weil zunächst noch Einzelheiten geklärt werden sollen. Möglich wäre laut Marcel Siebertz vom Klimaschutz der Gemeinde zum Beispiel, bestehende Staubecken zu prüfen, ob das Berufskolleg in Gummersbach-Dieringhausen im Sommer die Wärmelieferungen benötige und diese von April bis September per Lastwagen ins Freibad umgeleitet werden könnten. Ein ähnliches Szenario könnte sich Siebertz auch für das Schulzentrum Walbach vorstellen. Die Möglichkeiten wird die Gemeinde nun zunächst intern ausloten.
- Ein weiterer SDP-Antrag soll das seit rund 100 Jahren existierende Staubecken zwischen Osberghausen und Ösinghausen erhalten. Die Gemeinde soll den Fortbestand unterstützen. Der Betreiber „Aggerkraft“ war laut Fachbereichsleiter für Bauen und Wohnen, Andreas Kiel, etlichen Auflagen nicht nachgekommen. Deswegen war die Betriebserlaubnis zur Stromerzeugung am 31. Dezember 2025 ausgelaufen (OA berichtete). Der Eigner Aggerverband ist von der Bezirksregierung aufgefordert worden, eine Stellungnahme zur weiteren Nutzung abzugeben. Nach Rücksprache bestehe beim Aggerverband kein Interesse, den Betrieb dort wieder aufzunehmen, da die Fronten zwischen Eigentümer und Betreiber verhärtet seien. Ein Rückbau der Anlage steht laut Gesetz nun an. Der Wunsch des Aggerverbandes ist es ebenfalls, die Anlage als Staustufe zu erhalten.