POLITIK

Markthalle, Marktplatz, Merkurareal: Waldbröl feilt an der neuen Mitte

lw; 27.01.2026, 18:00 Uhr
Visualisierung: Club L 94 ---Auf dem neuen Marktplatz soll auch ein Spielplatz entstehen. Im Hintergrund ist die Multifunktionale Halle zu sehen als Nachfolger der Markthalle.
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Markthalle, Marktplatz, Merkurareal: Waldbröl feilt an der neuen Mitte

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lw; 27.01.2026, 18:00 Uhr
Waldbröl – Stadtentwicklungsausschuss gibt grünes Licht für den Fortsetzungsantrag zum Stadterneuerungsprogramm (STEP) – Informationen zu aktueller Kostenplanung und Nutzungskonzept für Markthalle – Investor zeigt am verbliebenden Grundstück des Merkurareals Interesse.

Von Lars Weber

 

Mit deutlichen Mehrheiten hat der Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Waldbröl der nächsten Stufe im Förderprozess beim Stadterneuerungsprogramm (STEP) von Bund und dem Land NRW grünes Licht gegeben. Im Rahmen der Fördermaßnahme „Innenstadt Waldbröl“ geht es dabei um nichts anderes als die neue Mitte Waldbröls: die neue multifunktionale Halle als Markthallenersatz, die Umgestaltung des Marktplatzes, den Stadtplatz auf dem Merkurareal und dazu die Umgestaltung der nördlichen Hochstraße sowie die Gestaltung von Passagen zwischen Kaiserstraße und Hochstraße. Insgesamt ein Investitionsvolumen von 14,8 Millionen Euro steht unter dem Strich, davon muss die Stadt im Laufe der kommenden Jahre rund 6 Millionen Euro selbst übernehmen. Ein Überblick über die zentralen Informationen.

 

Stadtplatz auf dem Merkurareal

 

Die städtischen Projekte – vom Grünzug über den Eventplatz bis zum Spielplatz – sind bereits entwickelt oder stehen kurz vor dem Abschluss. Die Ausnahme bildet der Stadtplatz, an dessen Stelle zunächst grüne Wiese treten wird. Generell soll der Stadtplatz der Erschließung des neuen Grünzugs mit dem Eventplatz dienen und die öffentlichen Maßnahmen im Innenstadtquartier Merkur komplettieren, so die Stadt. „Er schafft auch die Voraussetzungen, dass ein privates Invest realisiert wird mit einer Bebauung, die sich zu diesem Stadtplatz öffnet.“ Für den Stadtplatz sollten eigentlich aus dem aktuellen Förderprogramm Gelder fließen, die Realisierung macht aber nur in Absprache mit Plänen von Investoren Sinn, die es für das Grundstück an der Kaiserstraße weiterhin nicht gibt. Deshalb möchte die Stadt die Maßnahme Stadtplatz nun für das STEP 2027 beantragen.

 

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Denn: Bei der Suche nach einem Investor soll es aktuell Bewegung geben. Wie die Verwaltung mitteilt, habe in dem laufenden, offenen Ausschreibungsverfahren ein beteiligter Investor ein „aus seiner Sicht fertiggestelltes Bebauungskonzept vorgelegt“. Es sei vereinbart worden, die konkreten Abstimmungen und Verhandlungen mit Nachdruck (wieder)aufzunehmen. Möglich also, dass es bald weitere Informationen zur Weiterentwicklung des zentralen Areals gibt.

 

Multifunktionale Halle

 

Die Kosten

 

Die Investitionskosten und die weiteren Maßnahmenkosten für die „multifunktionale Halle“ sollen mit Mitteln der Städtebauförderung (60 Prozent) vom Bund und vom Land NRW unterstützt werden. Die zuwendungsfähigen Kosten für die Errichtung der „Multifunktionalen Halle“, einschließlich Außenanlagen, betragen insgesamt rund 8,3 Millionen Euro. Die Kosten für den Grunderwerb, den Abbruch und die Aufbereitung des Grundstücks (Gerberstraße 10) sowie die Erstausstattung der soziokulturellen Begegnungsstätte seien hierin berücksichtigt. Es geht also um knapp fünf Millionen Euro Fördermittel. Die Stadt Waldbröl trägt den Eigenanteil (40 Prozent) von rund 3,32 Millionen Euro von den zuwendungsfähigen Kosten sowie die nicht zuwendungsfähigen Kosten von rund 265.000 Euro. Die Kosten für den Abbruch der alten Markthalle und die Aufbereitung des Grundstücks Gerberstraße 6 von rund 315.000 Euro sollen von der Erstattung der Versicherung für den Brandschaden finanziert werden.

 

Die Stadt geht bei den Betriebskosten von einem jährlichen Defizit von rund 280.000 Euro aus, das durch die Stadt zu tragen ist. Das ist durchaus als Zeichen der Stadt an den Fördermittelgeber zu sehen, sagte Hans-Joachim Hamerla vom Planungsbüro ASS bei der Sitzung. Denn für die Förderung entscheidend ist die Halle als soziokulturelle Begegnungsstätte. „Die Allgemeinheit soll es sich leisten können, diese zu nutzen.“ Vereine oder Schulen werden nicht viel mehr als die anfallenden Betriebskosten als Miete zahlen müssen. So gesehen ist das Defizit ein Beleg für den Fördergeber: „Der Stadt ist dieses Angebot etwas wert“ und es entstehen keine wirtschaftlichen Vorteile durch die Förderung.

 

Nutzung und Trägerschaft

 

Vor diesem Hintergrund ist dementsprechend das Nutzungs- und Trägerschaftskonzept der multifunktionalen Halle zu sehen. Der Markthallen-Nachfolger soll laut Stadt „der neue Begegnungsort im Herzen der Innenstadt und Ankerpunkt der Marktstadt Waldbröl“ werden. Dort soll die Stadtgesellschaft zusammenkommen, um an (kulturellen) Veranstaltungen teilzunehmen, sich auszutauschen und Feste zu feiern. Zur Stärkung des Marktstandorts Waldbröl ist in Ergänzung zum Vieh- und Krammarkt (alle 14 Tage) zudem vorgesehen, kleinere und auch größere Märkte zu veranstalten, gegebenenfalls auch einen Wochenmarkt. Auch Messen in der Halle sind angedacht.

 

Der Mehrzweckraum sei für Angebote von Vereinen, Ausstellungen, Mitmachaktivitäten für Kinder, Beratungsangebote, Selbsthilfe- und Projektgruppen sowie kleinere Workshops besonders geeignet. Angesiedelt an den Standort werden weiter die Tourist-Information. Um Einnahmen zu erzielen, soll die Halle aber auch für kommerzielle Veranstaltungen und private Feiern vermietet werden. Betrieben werden soll das Ganze – auch die Tourist-Info - von der Stadt Waldbröl selbst. In diesem Zuge wird die Stadt die Aufgaben der „Wir für Waldbröl GmbH“, die sich aktuell um das Kultur- und Veranstaltungsmanagement kümmert und auch Veranstalterin des Vieh- und Krammarkts ist, übernehmen.  Hierfür zu berücksichtigen sind eine Vollzeitstelle für das Kultur- und Veranstaltungsmanagement sowie eine 3/4-Stelle, deren Schwerpunkt die Tourist-Info ist. Des Weiteren soll eine Ausbildungsstelle „Mediengestalter Bild und Ton“ in der multifunktionalen Halle geschaffen werden. Eine Vollzeitstelle ist weiter für die Hausmeisterdienste vorgesehen.

 

Marktplatz

 

Die Pläne für den Marktplatz waren nichtöffentlich im Dezember vorgestellt worden (OA berichtete). 2,58 Millionen Euro werden dafür eingeplant, die Vorplanung wird zur Qualifizierung des Förderantrags nachgereicht. Danach soll bis April 2026 die Entwurfsplanung für die Umgestaltung des Marktplatzes erstellt und beschlossen werden. Für die Beantragung der Fördermaßnahme „Umgestaltung Marktplatz“ sind bis September 2026 die Planungsleistungen bis Leistungsphase 6 abzuschließen.

 

Final soll der Rat am Mittwochabend über den aktualisierten Förderantrag entscheiden sowie das Nutzungs-, Kosten-, Finanzierungs- und Trägerkonzept für die neue Markthalle sowie die Vorplanung für die Marktplatz-Umgestaltung festzurren.

KOMMENTARE

1

So clever wie die Waldbröler sind, wird am auf dem neuen Marktplatz auch kein Platz für Fahrgeschäfte etc. mehr sein.
Den Karneval hat man ja auch erfolgreich aus der Innenstadt verbannt.

Waldbröler , 28.01.2026, 20:36 Uhr
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