OBERBERGISCHER KREIS

Wann und wie öffnen die Freibäder?

ls; 15.05.2020, 06:00 Uhr
Foto und Video: Michael Kleinjung --- Stephan Büser plant mit dem Freibad Bergneustadt derzeit ins Blaue.
OBERBERGISCHER KREIS

Wann und wie öffnen die Freibäder?

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ls; 15.05.2020, 06:00 Uhr
Oberberg – Ab 20. Mai darf unter freiem Himmel wieder gebadet werden, zum Monatsende auch in Schwimmhallen - Hilferuf aus Bergneustadt - Vorbereitungen laufen vielerorts auf Hochtouren, auch wenn es noch keine Vorschriften gibt (Mit VIDEO).

Von Leif Schmittgen

 

Ab dem 20. Mai darf laut NRW-Landeserlass auch in den Oberbergischen Freibädern wieder geplanscht werden, Hallenbäder stehen Schwimmfreunden zehn Tage später wieder zur Verfügung. Das Problem derzeit: Es gibt noch keinen schriftlichen Erlass aus Düsseldorf, wie mögliche Hygienevorschriften im Detail umzusetzen sind. Ungeachtet dessen laufen vielerorts die Vorbereitungen zur Badesaison auf Hochtouren, OA hat sich umgehört.

 

Beim Bergneustädter Freibad-Förderverein resignieren derzeit die Mitglieder: „Wir versuchen, die Richtlinien des Bundesverbandes "Deutsches Bäderwesen" umzusetzen“, berichtet der Vorsitzende Stephan Büser. Er hofft, dass diese in der Politik vorliegen und es bald bindende Ansagen vom Land gibt. Wenn er davon ausgeht, dass das Bad mit einer Maximalkapazität von 400 Gästen öffnen dürfte, wäre das bei bis zu 1700 möglichen Besuchern, eine wirtschaftliche Katastrophe. Erste Gedankenspiele, der Vorstandsmitglieder, durch ein „Zweischichtsystem“, den Besucherstrom zu teilen, sind fortgeschritten. Damit könnte man pro Tag zumindest 800 Badebegeisterte auf dem Gelände an der Kölner Straße begrüßen.

 

 

Sollte dieses Modell möglich sein, stünde man vor dem nächsten Problem, dem Personal: Deswegen hat man sozusagen prophylaktisch einen Hilfeaufruf (siehe unten) gestartet, in dem man Freiwillige sucht, die das ehrenamtliche Stammpersonal unterstützt. „Wir brauchen schätzungsweise 15 Menschen, die uns im laufenden Betrieb unterstützen“, so Büser. Am dann eigens geschaffenen Nebenausgang müssen Mitarbeiter postiert werden, welche die verlassenden Besucher zählen. Außerdem müssten, Stand jetzt, Helfer die Metallteile am Becken, wie Schwimmtreppen, ständig desinfizieren. Das Duschen und Umziehen im Bad wäre untersagt, Gäste müssten somit in Badekleidung anreisen.

 

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Denkbar schlechte Vorzeichen, die für die Bergneustädter Ehrenamtler nur schwer umzusetzen sind. Trotzdem hat man beschlossen, das Wasser ins Becken zu lassen: „Wir möchten zeigen, dass wir trotz widriger Bedingungen für die Menschen da sind und uns damit auch bei den Menschen für die geleistete Unterstützung in den vergangenen Jahren bedanken“, so der Vorsitzende. Auch weil in diesem Jahr viele Menschen auf ihren Urlaub verzichten müssen, will man besonders Kindern und Familien eine Alternative bieten. Außerdem hofft man im Verein, dass sich durch eine Öffnung in schwierigen Zeiten, weitere Fördermitglieder für den Erhalt des Freibades begeistern lassen könnten.

 

Das Bielsteiner Freibad wird derzeit auf Hochglanz gebracht, wie der Stadtsprecher von Wiehl, Volker Dick, vermeldet. Das Wasser war während des Winters im Becken geblieben und wird nun abgelassen, anschließend finden Verschönerungsarbeiten statt, ehe das Becken wieder mit dem kühlen Nass aus der Wiehl gefüllt wird. „Bis zum 20. Mai werden wir mit den Arbeiten sowieso nicht fertig“, berichtetet der Freibad-Fördervereinsvorsitzende Eberhard Klein. Denn bis das Wasser durch die moderne Wärmepumpenanlage auf der gewünschten Betriebstemperatur von 25 Grad ist, vergehen etliche Tage.

 

Klein freut sich, dass derzeit fleißig am „Baumlehrpfad“(OA berichtete) in Zusammenarbeit mit der örtlichen Sekundarschule gewerkelt wird. 30 verschiedene Baumarten werden darin auf Hinweistafeln beschrieben und sollen vor allem den jungen Freibadbesuchern die Natur näherbringen. Vor August, so schätzt Klein, wird es aber keine Einweihung der durch das LEADER-Projekt geförderten Anlage geben. Auch wenn es noch nichts Schriftliches in Sachen Hygienevorschriften gibt, geht der Vorsitzende davon aus, dass Besucher jeweils einen separaten Ein- und Ausgang zum Badbesuch nutzen müssen.
 

Die bauliche Umsetzung sei auf dem Gelände kein Problem, wie es letztlich umgesetzt wird, soll in Gesprächen des Betreibers, „Wasser Sport Wiehl“ (WSW) noch abgestimmt werden. Die WSW stellt laut Klein auch das benötigte Personal zu Verfügung, nur bei Engpässen oder Eigenveranstaltungen, springen Fördervereinsmitglieder mit ein. Stadtsprecher Dick geht davon aus, dass die Wiedereröffnung der Wiehler Wasserwelt, dem örtlichen Schwimmbad, parallel zum Freibad, am 30. Mai erfolgen wird. „Die Systeme müssen erst wieder hochgefahren werden“, nennt Dick ähnliche Vorbereitungsarbeiten, wie im Freibad Bielstein.

 

In Gummersbach sieht der Betriebsleiter der Stadtwerke, Harald Kawczyk, gelassen entgegen. Im Naturfreibad Bruch wird das Wasser nicht aufgeheizt. „Vor Juni erwarten wir sowieso keine Badegäste, weil das Wasser einfach zu kalt ist“, sagt der Betriebsleiter. Unabhängig von der Krise hat man die Infrastruktur im Bad in den vergangenen Monaten runderneuert und freut sich auf den Sommer. Platzprobleme wegen möglicher Hygienevorschriften, sieht Kawczyk nicht: „Wir haben reichlich Platz“.

 

Schon jetzt steht fest, dass ein Nebenausgang während der Freibadsaison zum Verlassen des Geländes geöffnet wird, während der Eintritt – wie gewohnt – über den Kassenbereich erfolgen wird. Komplizierter ist die Lage dagegen im Schwimmbad „Gumbala“.Derzeit überlegt man dort, wie man die „Spaßelemente“, wie Wasserrutsche betreibt. „Wir haben für die Sommerferien geplante Arbeiten vorgezogen“. Deshalb rechnet Harald Kawczyk nicht damit, dass das Spaßbad vor Mitte Juni geöffnet wird. Wie die dringlich vom Land erwarteten Hygienevorgaben aussehen werden, stellt die Verantwortlichen vor eine Herausforderung. Denn Nebenausgänge gibt es beispielsweise im Gumbala keine, es bleibe abzuwarten, was es umzusetzen gilt.

 

In Derschlag wird man Renovierungsarbeiten durchführen und nicht zum 30. Mai öffnen: Dort wird im Hallenbad neben Schulschwimmen Vereinssport betrieben, Privatpersonen haben nur beim Frühschwimmen Zutritt zum Bad. Deswegen wird man dort voraussichtlich erst nach den Sommerferien wieder öffnen. Bis dahin soll die Decke saniert werden.

 

Der Hilfeaufruf aus Bergneustadt

 

 

Dringende Hilfe für das Freibad Bergneustadt benötigt

 

Die nächste Badesaison steht vor der Tür. Und wir, der Sport- und Förderverein Freibad Bergneustadt e.V. möchte euch, wie in den vergangenen Jahren, wieder eine erfrischende Abkühlung im wunderschönen Freibad ermöglichen.

 

Durch die Corona Pandemie sind wir jedoch dieses Jahr in einer außergewöhnlichen Situation! Das Land NRW hat uns zwar nun die Möglichkeit eröffnet, das Freibad btreiben zu können, diese Freigabe aber an strenge Auflagen an Abstand und Hygiene gekoppelt. Diese Vorgaben bedeuten für uns als Förderverein einen hohen finanziellen aber noch größeren Arbeits- und damit Personalaufwand.

 

Ein- und Ausgang sowie Toiletten, Umkleideräume, Liegewiese etc. müssen kontrolliert werden. Das dann erforderliche Arbeitsaufkommen können wir unmöglich mit den sich bisher einbringenden Helfern bewältigen. Ein- und Ausgang sowie Toiletten, Umkleideräume und Liegewiese müssen kontrolliert werden. Zusätzlich müssen viele Bereiche immer wieder desinfiziert werden. Wir rechnen mit einem täglichen Mehrbedarf an freiwilligen Helfern von ca. 15-20 Personen.

 

Aus diesem Grund heute unser Hilferuf an EUCH!!!!!!!!!!!

 

An die Menschen, die wunderschönes Freibad auch dieses Jahr erhalten und vielleicht auch nutzen möchten. Die froh sind, wenn (ihre) Kinder das Bad besuchen und schwimmen gehen können oder die einfach unterstützend tätig werden möchten, damit wir diese Riesenaufgabe stemmen und das Bad öffnen können.

 

DAFÜR BRAUCHEN WIR DRINGEND ZUVERLÄSSIGE UND ENGAGIERTE MENSCHEN, DIE BEREIT SIND, UNS BEI DIESER HERAUSFORDERUNG EHRENAMTLICH ZU UNTERSTÜTZEN.

 

Nur so lässt sich eine Badesaison 2020 überhaupt realisieren.

Wir haben bereits 2010/2011 bewiesen, dass wir zusammenhalten! Als es um die Renovierung oder Schließung des Freibades ging, haben über 4.000 Mitbürger in einer Unterschriftenaktion für den Erhalt des Freibades gestimmt. Und wir, allen Kritikern zum Trotz, bewiesen, dass man gemeinsam alles schaffen kann!

Und auch jetzt heißt es: „Wir halten zusammen“

Du hast Zeit und Lust in einem dynamischen Team zuverlässig, ehrenamtlich mitzuwirken? Dann melde dich bis 24.05.2020 per Mail an vorstand@freibad-bergneustadt.de oder telef. unter 0171/7559013.

Diese Situation zeigt einmal mehr, dass wir auch dringend mehr Mitglieder im Förderverein benötigen. Nur so wird gesichert, dass wir langfristig das Bad für unsere Kinder auf sichere Beine stellen können.

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