LOKALMIX

„Kreisweites Chaos“: Stadt wehrt sich gegen die OVAG-Kritik

ls; 15.06.2023, 08:30 Uhr
Fotos: Leif Schmittgen/OVAG (Titel) --- Etliche Busse rollen täglich durch die Gummersbacher Innenstadt, wegen der Kreuzungssperrung wird nun ein kreisweites ÖPNV-Chaos erwartet.
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„Kreisweites Chaos“: Stadt wehrt sich gegen die OVAG-Kritik

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ls; 15.06.2023, 08:30 Uhr
Oberberg - Wegen Baustellen in Gummersbach steht die OVAG vor enormen logistischen Herausforderungen - Pendelverkehr zum Krankenhaus wird eingerichtet, um Besucher und Mitarbeiter zu entlasten (AKTUALISIERT).

Von Leif Schmittgen

 

+++2. Meldung, 15. Juni, 8:30 Uhr+++

 

OVAG-Geschäftsführerin Corinna Güllner hatte Kritik an den Gesprächen mit den Straßenbaulastträgern geäußert und mitgeteilt, dass Vorschläge seitens des Unternehmens nicht oder nur teilweise berücksichtigt worden seien. Im konkreten Fall hat es zu Beginn des Jahres bzgl. der Baustellenplanung mit der Stadt Gummersbach gegeben, die sich nun gegen die geäußerte Kritik wehrt (Siehe Infoasten). 

 

Die Mitteilung der Verwaltung im Wortlaut

 

“Die Stadt Gummersbach widerspricht der Darstellung der OVAG, dass von dort aus gemachte Vorschläge zur Verbesserung der baustellenbedingten Verkehrsführung von Seiten der Stadt Gummersbach ignoriert wurden.

 

Bereits Anfang März 2023 hat (auf Einladung der Stadt Gummersbach) eine Zusammenkunft zur Baustellenabstimmung stattgefunden, an der neben Vertretern verschiedener interner Dienststellen auch Vertreter der OVAG teilgenommen haben. In dem Gespräch wurde die veranlassenden Gründe für die Baumaßnahmen und die geplanten Vekehrsführungskonzeptionen vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Allen Beteiligten war und ist bewusst, dass es sich um unvermeidliche Baumaßnahmen handelt, die zwangsläufig zu Verkehrsbeeinträchtigungen führen werden.

 

Ziel des Gespräches war es, gemeinsam Baustellenabläufe optimal zu koordinieren, um Verkehrsbeeinträchtigungen auf ein Minimum zu reduzieren. In dem Gespräch sind auch verbessernde Vorschläge von den Vertretern der OVAG vorgetragen worden und in die Bauablaufsplanung übernommen worden.

 

Zwischenzeitlich sind Monate vergangen und der Baubeginn steht bevor. Bislang ist die Stadtverwaltung davon ausgegangen, dass die Abstimmung über die Verkehrsführung abgeschlossen und einvernehmlich geregelt ist. Nicht nachvollziehbar ist für die Verwaltung, dass die OVAG in dem vergangenen Zeitraum keinen Kontakt in der Angelegenheit gesucht hat und nun massiv die Kooperationsbereitschaft der Stadt Gummersbach, die zusammen mit der Entwicklungsgesellschaft Gummersbach die beiden Baumaßnahmen durchführen wird, derart kritisiert. Nicht nur für die OVAG sind die besonders kritischen Tage an dem verlängerten Wochenende 29. Juni (20:00 Uhr) bis 2. Juli (20:00 Uhr) eine große organisatorische Herausforderung.

 

Positiv ist, dass durch die Berichterstattung in den Medien die Fahrgäste der OVAG, die sich nun frühzeitig über die Fahrplanänderungen und Alternativangebote informieren können, aufgeklärt sind.

 

Ein Verkehrschaos wird an diesen verkehrsarmen Tagen in den Sommerferien von Seiten der Verwaltung nicht erwartet, da die Zufahrten in die Stadt (mit Ausnahme der Wilhelm-Breckow-Allee) ungestört zur Verfügung stehen und durch in Innenstadtring (mit Unterbrechung im Bereich Wilhelm-Heidbreder-Straße) eine innerstädtische Verkehrsverteilung gegeben ist."

 

 

+++1. Meldung, 13. Juni, 19 Uhr+++

 

Neben dem Ausfall der Regionalbahn 25 (OA berichtete) müssen sich Fahrgäste in diesem Sommer auch im Busverkehr auf massive Einschränkungen einstellen. Grund dafür ist die Großbaustelle auf der Berstig sowie zwei Sperrungen der Kreuzung „AlterBusbahnhof/Alte Post“ in Gummersbach (siehe Bericht).

 

Aber die gute Nachricht vorweg: Während Umbauphase rund um das Gummersbacher Kreiskrankenhaus unterhalb wird ein Pendelverkehr mit Kleinbussen zwischen dem Busbahnhof und der Klinik eingerichtet und der Busverkehr entgegen vorheriger Meldungen nicht weitgehend eingestellt.„Damit möchten wir Besucher und Mitarbeiter während der vierwöchigen Sperrung des Kreisverkehres etwas entlasten“, berichtete OVAG-Geschäftsführerin Corinna Güllner bei der heutigen Vorstellung der umfangreichen Pläne in den neuen Räumlichkeiten des Verkehrsdienstleisters (siehe Infokasten).

 

Neues OVAG-Domizil 

 

 

Die OVAG-Abteilung „Marketing und Vertrieb“ befindet sich seit Kurzem in neuen Räumlichkeiten in der Gummersbacher Kaiserstraße 30 (3. Obergeschoss). Die Räume im Betriebshof an der Kölner Straße in Niederseßmar sind sehr beengt, weshalb man die Offerte des Förderprogramms im ÖPNV (der Oberbergische Kreis ist Modellregion) gerne annahm. Miete und Interieur werden extern finanziert. Ein kurzfristiger Umzug war möglich, weil der Vormieter der Räumlichkeiten das Mobiliar zur Verfügung gestellt hatte.

 

[Vertriebsleiter Danijel Tadic (li.), Geschäftsführerin Corinna Güllner und Baustellenbeauftragter Armin Wagener stellten die umfangreichen Planungen heute vor.]

 

Fahrgäste müssen von Niederseßmar kommend aber erst ins Stadtzentrum fahren, um auf die Berstig zu gelangen, weil die Vosselstraße hinter dem Straßenverkehrsamt während des Bauabschnittes 1 nicht bedient werden kann. Mit den maximal 19 Fahrgästen fassenden Kleinbussen eines externen Unternehmers auf der Linie „301E“ wird der Shuttleverkehr bis zum Krankenhaus für cirna einen Monat eingerichtet, auch die Haltestelle „Kalversiefen“ wird dabei angefahren. Die Taktung liegt zwischen 60 und 15 Minuten, je nach Tageszeit.  Während der Bauabschnitte 2 und 3 wird die Strecke über die Berstig auch wieder mit großen Bussen bedient werden können. Sobald der Kreisverkehr geöffnet ist, braucht dann nicht mehr gewendet werden, mit Umleitungen müssen Fahrgäste trotzdem leben. Zum Beispiel kann das Krankenhaus dann nur über die Fußgängerbrücke am Albert-Schweizer-Platz erreicht werden. Somit soll der komplette Verkehrskollaps zumindest während dieser Zeit ausbleiben.

 

„Meiden Sie an diesem Wochenende Gummersbach weiträumig auch mit dem Auto“

 

Denn der Knockout wird vor allem an dreieinhalb Tagen vom 29. Juni bis 2. Juli (jeweils 20 Uhr) erwartet. Alle 16 Linien, die den Gummersbacher Busbahnhof ansteuern, sind betroffen. Die Kreuzung „Alter Busbahnhof/Alte Post“ wird gesperrt. Im Stadtteil Mühlenseßmar wird in Höhe des Kaufhauses „Caritas Wohnwelt“ (Mühlenstraße 24) ein „Busbahnhof 2.0“ (Güllner) eingerichtet, wo die Fahrer ihre (vorgeschriebenen) Pausen verbringen und ein Kleinbus-Shuttleverkehr startet, der im Kreis fahrend über Hubert-Sülzer-Straße, Rospe und Andienungsstraße den Busbahnhof bedient. Wegen des längeren Fahrweges über die Andienungsstraße kann der Weg von der Haltestelle „Yorckstraße“ zum Busbahnhof bzw. zur Gummersbacher Innenstadt auch zu Fuß zurückgelegt werden. 

 

[Weil große Busse während des ersten Bauabschnitts nicht wenden können, werden kleine Fahrzeuge auf der Berstig eingesetzt.]

 

„Die Planung hat uns erheblichen Aufwand - ähnlich wie bei einem jährlichen Fahrplanwechsel - gekostet“, ließ Corinna Güllner kaum ein gutes Haar an den stattgefundenen Baustellengesprächen und schloss in ihre Kritik alle beteiligten Straßenbaulastträger ein. „Unsere Wünsche werden kaum berücksichtigt“, haderte die Geschäftsführerin in dem Wissen, dass es im Bereich Straßenbau viele Restriktionen zu beachten gilt. Umso größer fiel ihr Lob für den betriebsinternen Planer Armin Wagener aus, der das Bestmögliche aus der Situation gemacht habe.

 

„Meiden Sie an diesem Wochenende Gummersbach weiträumig auch mit dem Auto“, riet Güllner. Denn sie rechnet mit einem „kreisweiten Chaos“. Was nämlich viele Fahrgäste generell nicht wüssten: „Eine Baustelle in Wipperfürth kann für Verspätungen in Morsbach sorgen." Fahrer werden während einer Schicht auf unterschiedlichen Linien eingesetzt. Vergleichsweise entspannt blicken die Beteiligten auf die Situation eine Woche zuvor. Vom 22. bis 25. Juni wird die Kreuzung „Alter Busbahnhof/Alte Post“ bereits gesperrt. Dann sind „nur“ fünf Linien betroffen, einige Haltestellen im nahen Umfeld des Stadtzentrums können während dieser Phase nicht angefahren werden (siehe Übersicht).

 

Übersicht der OVAG im Detail

 

[Weitere Umleitungspläne in der Galerie.]

 

1. Sperrung der Kreuzung „Alter Busbahnhof/Alte Post“: Donnerstag, 22. Juni (20 Uhr), bis Sonntag, 25. Juni (20 Uhr)/Bauabschnitt 1

 

Umleitung der Linien 303, 310, 318, 363, 364. Folgende Haltestellen können nicht bedient werden: „Mühlenseßmar, Talstraße“ und „Yorckstraße“ entfallen. Der Verkehr wird über eine Baustellenampel geregelt. Daher ist kreisweit mit Verspätungen zu rechnen. 

 

2. Sperrung des Kreisverkehrs am Kreiskrankenhaus: Montag, 26. Juni bis voraussichtlich, Montag, 24. Juli

 

Umleitung der Linien 301, 302, 304, 317, 365. Folgende Haltestellen können nicht bedient werden: „Im Lütgental“, „Kreiskrankenhaus“, „Kalversiefen“, und „Albert-Schweitzer-Platz“. „An der Burt“ kann mit Einschränkungen weiterhin bedient werden. 

 

3. Sperrung der Kreuzung „Alter Busbahnhof/Alte Post“: Donnerstag, 29. Juni (20 Uhr), bis Sonntag, 2. Juli (20 Uhr)/Bauabschnitt 2

 

Umleitung von insgesamt 16 Linien: 301, 301E (Pendelverkehr Kreiskrankenhaus), 302, 303, 304, 307, 310, 316, 318, 336, 361, 362, 363, 364, 365, 366.

 

Aufgrund der Baumaßnahme muss der Linienverkehr in Gummersbach weitreichend angepasst werden: 

 

- Die aus Bernberg/Niederseßmar kommenden Linien 301, 303, 310 und 364 werden in Mühlenseßmar starten und enden. Folgende Haltestellen können nicht bedient werden: „Gummersbach Bahnhof“, „Kalversiefen“, „Kreiskrankenhaus“, „Im Lütgental“. 

 

- Mühlenseßmar ist Umsteigepunkt mit Pendelverkehr in Richtung Gummersbach Bahnhof (Linie 303E). Der Pendelverkehr startet in Mühlenseßmar und hält an den Haltestellen „Yorckstraße“, „Rathaus“, „EKZ Andienungsstraße“ und endet am Busbahnhof. Die Ersatzhaltestelle „EKZ Andienungsstraße“ wird in der Andienungsstraße auf Höhe der Fußgängerquerung eingerichtet. In Richtung Mühlenseßmar startet der Bus am Busbahnhof, bedient die Haltestellen „EKZ“ und „Rathaus“ und endet in „Mühlenseßmar“. 

 

- Die aus Dieringhausen kommenden Linien 302 und 304 fahren ab Vollmerhausen über die Westtangente direkt zum Busbahnhof.  Folgende Haltestellen werden durch die Linie 304 nicht bedient: „Remmelsohl“, „Baldus“, „Friedrichstal“, „Ahlefelder Str.“, „Gummersbacher Str.“, „Im Lütgental“, „Kreiskrankenhaus“, „Kalversiefen“. Fahrgäste mit Fahrtziel Niederseßmar werden gebeten, in Dieringhausen auf die Linie 310 umzusteigen. Die über die Gummersbach Innenstadt Richtung Busbahnhof fahrenden Linien 307, 316, 336, 361, 362, 366 (mit Halt an EKZ und Rathaus), müssen über die Andienungsstraße umgeleitet werden. Die Haltestellen „EKZ“ und „Rathaus“ entfallen hierbei. 

 

- Richtung Busbahnhof wird in der Andienungsstraße auf Höhe der Fußgängerquerung eine Ersatzhaltestelle „EKZ Andienungsstraße“ eingerichtet. Ab Gummersbach Bahnhof aus fahren die Linien über den Kreisverkehr am Steinmüllergelände (Polizeistation). Folgende Haltestellen können nicht bedient werden: „EKZ“ und „Rathaus“. Vor dem Einrichtungshaus Wetzlar wird die Ersatzhaltestelle „EKZ Wetzlar“ eingerichtet. Ein Umstieg am Gummersbacher Bahnhof in den Pendelbus 303E ist möglich, um die Haltestelle „Rathaus“ zu erreichen. Auch die Linien 317, 318, 363 und 365 werden umgeleitet. 

 

Weitere Details und tagesaktuelle Baustelleninformationen: ovaginfo.de

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