LOKALMIX

Im ehrenamtlichen Ruhestand

ks; 26.11.2020, 09:00 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung --- Die Urkunde zeugt von jahrzehntelanger ehrenamtlicher Arbeit: Am 4. November dieses Jahres ist Dieter Kuxdorf aus dem Rat der Stadt Bergneustadt ausgeschieden.
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Im ehrenamtlichen Ruhestand

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ks; 26.11.2020, 09:00 Uhr
Bergneustadt – Nach 36 Jahren ist Dieter Kuxdorf aus dem Stadtrat ausgeschieden.

Sieben Mal ist Dieter Kuxdorf bei den Kommunalwahlen angetreten – und sieben Mal hat er den Bergneustädter Wahlbezirk Druchtemicke gewonnen. „Auch wenn es einmal äußerst knapp war. Da lag ich nur mit sechs Stimmen vorne“, erzählt Kuxdorf verschmitzt. Im Alter von 80 Jahren stand für ihn eine achte Kandidatur nicht zur Debatte. „Und tatsächlich ist der Bezirk bei der diesjährigen Kommunalwahl verloren gegangen“, so Kuxdorf. Seit 40 Jahren ist der Diplom-Ingenieur Mitglied der SPD. Das sorgte im Kölner Elternhaus für reichlich Diskussionen. Kuxdorf sah sich als Anhänger der Gewerkschaftsbewegung und Willy Brandts. Sein Vater Julius hingegen stand der CDU und Konrad Adenauer nahe. „Doch man muss nicht arm sein, um sich für die Armen einzusetzen“, erklärte das langjährige Ratsmitglied.

 

[Dieter Kuxdorf ist seit 44 Jahren Mitglied im TV Bergneustadt; 27 Jahre fungierte er als Vorsitzender des Vereins.]

 

Geboren in Köln-Mülheim, zog es ihn 1966 nach seinem Studium an der Fachhochschule Köln nach Bergneustadt zur Firma AUBEA. „Ein Jahr zuvor hatte ich meine erste Frau Natalie geheiratet. Sie ist etwas widerwillig mit ins Oberbergische gekommen. Doch die A 4 gab es damals noch nicht und so war ein Umzug unausweichlich“, erinnert sich Kuxdorf. Mit Sohn Stefan und Tochter Susanne bekam das Ehepaar zwei Kinder. 1979 startete der Diplom-Ingenieur als sachkundiger Bürger im Planungsausschuss seine kommunalpolitische Laufbahn. Anschließend folgten unter anderem 36 Jahre im Stadtrat, 13 Jahre als 2. stellvertretender Bürgermeister sowie 27 Jahre als 1. Vorsitzender des TV Bergneustadt (OA berichtete).

 

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Geprägt war seine Tätigkeit von zahlreichen Höhen und Tiefen. Nach wie vor bedauert Kuxdorf die Verhinderung der Ansiedlung der Firma Bohle (Schwalbe) aufgrund einer angeblich schlechten Bodenbeschaffenheit. „Das war damals schon ein solventes und gut situiertes Unternehmen und ist für uns als Stadt ein nachhaltiger Verlust. Nun haben Bodenproben ein anderes Ergebnis geliefert, sodass das Gewerbegebiet Schlöten II entwickelt werden kann“, sagt Kuxdorf, der nicht zuletzt die Höhe der Grundsteuer B bedauert.

 

[In der konstituierenden Ratssitzung am 4. November wurde Dieter Kuxdorf von Bürgermeister Matthias Thul (l.) aus seiner Ratstätigkeit für die Stadt Bergneustadt verabschiedet.]

 

Als erfreulich bewertet er hingegen unter anderem das Projekt PPP, das dem Investitionsstau an den Schulen und Sporthallen entgegenwirkt, die Entwicklung der Begegnungsstätten Hackenberg und Krawinkel-Saal, die Rettung des Freibads, die Modernisierung der Innenstadt und die Verhinderung der Erhebung von Hallengebühren. „Die Stadt hätte dadurch nur rund 10.000 Euro eingenommen, doch für die Vereine wäre das fatal gewesen.“

 

[Auf der Vorstandssitzung des TV Bergneustadt am 10. März wurde Dieter Kuxdorf in seiner Eigenschaft als Vorsitzender von seinem Sohn Stefan (2. v. l.) abgelöst und zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Mit auf dem Bild: Kassenwart Jens Achenbach und Geschäftsführerin Inka Mertens.]

 

Nun begibt sich Kuxdorf – mehr oder weniger – in den „ehrenamtlichen Ruhestand“. Der Kommunalpolitik bleibt er vorerst als sachkundiger Bürger im Sportausschuss des Kreises erhalten. Außerdem ist er als Übungsleiter im Volleyball und im Chor der Evangelischen Kantorei Bergneustadt aktiv. Seine erste Frau Natalie erkrankte an Demenz und verstarb 2003 im Alter von 62 Jahren. Doch im vergangenen Jahr sagte er im Heimatmuseum noch einmal „Ja“ und heiratete seine Käte. „Beruflich bin ich viel gereist. Ein großer Wunsch ist, noch einmal meinen 87-jährigen Bruder Manfred und dessen Familie in Kanada zu besuchen. Doch meine Frau sträubt sich noch ein wenig“, meint Kuxdorf. Ganz losgekommen von Köln ist der heutige Bergneustädter nicht: „Ich kümmere mich noch um die Verwaltung meines Elternhauses. Und wenn wir dann in Mülheim sind, darf ein Spaziergang am Rhein nicht fehlen.“

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