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Mähroboter-Kampagne: Nachts hat der Igel Vorfahrt

lw; 07.03.2026, 06:00 Uhr
Symbolfoto: Katharina Bartczak from Pixabay
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Mähroboter-Kampagne: Nachts hat der Igel Vorfahrt

lw; 07.03.2026, 06:00 Uhr
Oberberg – Diesen Monat beginnt der Oberbergische Kreis damit, mit Flyern und Plakaten über die Situation der wichtigen Gartentiere aufzuklären – Nachtfahrverbot für Mähroboter hatte keine Mehrheit gefunden.

Von Lars Weber

 

Igel halten in der Regel von November bis März oder April Winterschlaf. Männchen erwachen oft schon Mitte März, während Weibchen und Jungigel häufig bis in den April oder bei Kälte sogar bis Mai schlafen. Fast zur selben Zeit holen Gartenbesitzer auch so langsam wieder ihren Mähroboter aus dem Winterschlaf und stecken die Garage wieder an die Steckdose. Allerdings: Der Mähroboter ist längst zum natürlichen Feind der Igel geworden, wenn er auch des nachts für einen kurzen Rasen sorgen soll. Dann nämlich ist der Igel aktiv. Die Maschinen könnten gravierende bis tödliche Schnittverletzungen verursachen. Die nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützte Art des heimischen Igels sei auch deshalb so gefährdet, weil sie nachts nach Nahrung sucht und bei Kontakt mit dem Mähroboter nicht flüchtet, sondern sich zusammenrollt. So warben die Grünen Oberberg noch im vergangenen Jahr in einem Antrag für ein Nachtfahrverbot für die elektronischen Gartenhelfer (OA berichtete).

 

Eine Mehrheit für eine entsprechende Allgemeinverfügung gab es aber nicht, allerdings beauftragte der Umweltausschuss die Verwaltung, eine Informationskampagne zu erarbeiten. Wie der zuständige Dezernent Frank Herhaus in der jüngsten Sitzung des Ausschusses mitteilte, ist die Kampagne kurz vor dem Start. Die Botschaft: Lasst eure Mäher nachts in der Garage und dem Igel die Vorfahrt.

 

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Die Verwaltung habe die Kampagne fünfteilig angelegt, informierte Herhaus. Dazugehören sollen ein Info-Flyer, Plakate und Beiträge in den Sozialen Medien über den Kanal des Oberbergischen Kreises sowie der Biologischen Station. Bei der Biologischen Station soll darüber hinaus ein Fachvortrag zum Thema gehalten werden. Schließlich möchte der Kreis die Gartenbesitzer mit einem Wettbewerb sensibilisieren. Wer einen Igelfreundlichen Garten sein Eigen nennt, soll Preise gewinnen können. Auch hier kooperiert der Kreis mit der Biologischen Station Oberberg zusammen. Weitere Information sollen zeitnah folgen.

 

Julian Münsters (Grüne) Frage, ob der Erfolg der Kampagne während der Mähsaison in irgendeiner Form evaluiert, also gemessen werde, musste Herhaus verneinen. „Wir haben auch keine Daten darüber, wie viele Mähroboter in den oberbergischen Gärten sind.“ Allerdings nahm er gerne die Idee auf, bei der Igelauffangstation des Nabu in Waldbröl nachzuhören, wie sich die Zahl der abgegeben, verletzten Igel dort in den vergangenen Jahren entwickelt habe.

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