LESERBRIEFE
„Der BUND hat die Gefahren beim Abstau im Blick“
Engelskirchen – In einem Leserbrief äußert sich Friedrich Meyer zu den Entwicklungen rund um die Stauanlage Osberghausen und nimmt auch zur Kritik Stellung, der BUND würde Probleme ausblenden.
Marcus Piller, der Vorsitzende des Angelvereins Osberghausen, befürchtet, dass der BUND Probleme beim Abstau der Anlage Osberghausen ausblendet und eine Belastung flussabwärts im Stau Wiehlmünden durch angeschwemmte Sedimente droht.
Der BUND hat das Problem der Feinsedimente sehr wohl im Blick. Der Fokus des BUND bei seinem Einsatz für eine freifließenden durchgängige Agger gilt insbesondere den in der Agger lebenden Fischen und auch den Wirbellosen Tieren, die ihren Beitrag zu einem guten ökologischen Zustand der Fließgewässer leisten. Ein naturnahes Gewässer mit entsprechenden Uferstrukturen bietet zudem einer Vielzahl von weiteren Arten Lebensräume.
Aus Sicht des BUND und eigentlich jedem, dem die Wasserqualität und die Lebensqualität der Bewohner in der Agger bedeutsam ist, ist es selbstverständlich, dass die Feinsedimente nicht einfach beim Ablassen mit in den Unterlauf gelangen dürfen. Das würde, wie beschrieben, zu einer starken Ablagerung und Kolmation der Substrate mit Feinsedimenten führen. Die Folge wären lebensfeindliche Bedingungen für die Organismen und eine starke Beeinträchtigung der Gewässergüte durch mitabgelagerte Nährstoffe und Schwermetalle. Aus früheren Untersuchungen der Uni Köln ist die Schwermetallbelastung bekannt.
Deshalb hat auch die Bezirksregierung Köln für den Abstau verfügt: "Es ist sicherzustellen, dass Hochwasserwellen und wasserseitige Böschungsschäden vermieden und Gewässerverunreinigungen, durch bspw. unerwünschte Mobilisation von Sedimenten, so weit wie möglich unterbunden werden. Wird ein verstärkter Sedimentaustrag in den Gewässerabschnitten unterhalb der Stauanlage festgestellt, ist der Absenkvorgang mit sofortiger Wirkung zu unterbrechen."
Friedrich Meyer, Engelskirchen (BUND und Nabu)
Beiträge zum Thema:
Stauanlage Osberghausen: Aggerverband reagiert auf Verfügung der Bezirksregierung
Auch an die Fische im Wasser denken (Leserbrief von Marcus Piller)
NABU begrüßt das Ablassen der Aggerstaustufe
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