HANDBALL

Kampf und Leidenschaft stimmen bereits

pn; 25.09.2020, 00:00 Uhr
Foto: VfL Gummersbach ---- Auch wenn Malte Meinhardt hier Jeffrey Boomhouwer entwischt, am Ende setzte sich der Erstligist im Testspiel knapp durch.
HANDBALL

Kampf und Leidenschaft stimmen bereits

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pn; 25.09.2020, 00:00 Uhr
Gummersbach – Der VfL Gummersbach unterliegt dem Bergischen HC nach kämpferischer Leistung mit 25:28 – Sorgen um Neuzugang Vidarsson - 'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.

Von Peter Notbohm

 

Sechstes Testspiel, vierte Niederlage. Die nackten Zahlen sprechen von einer desaströsen Vorbereitung des VfL Gummersbach. Der neue VfL-Coach Gudjon Valur Sigurdsson verließ die SCHWALBE arena nach der heutigen 25:28-Niederlage gegen den Bergischen HC allerdings alles andere als unzufrieden. Denn ein genauerer Blick verrät: Der oberbergische Altmeister testete bislang mit Ausnahme von Zweitligaabsteiger Krefeld ausnahmslos gegen Bundesligisten – und verinnerlicht mehr und mehr Sigurdssons Idee vom Handball. „Die Jungs haben das gut gemacht, ich bin sehr zufrieden. Es gab ein paar Abstimmungsfehler, aber nichts gravierendes“, meinte der Isländer unmittelbar nach dem Abpfiff. „Man darf nicht vergessen, dass wir hier gegen einen Erstligisten mit einem sehr guten Kader gespielt haben.“

 

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Nach wilden Anfangsminuten fanden die Gäste aus Wuppertal zunächst besser in die Partie und legten über 1:3 (6.) zum 4:8 (12.) vor. Beim 5:10 (15.) zückte Sigurdsson erstmals die grüne Karte und bat seine Mannschaft zur taktischen Nachschulung. Bereits vier Minuten später erzielte Malte Meinhardt nach starkem Pass von Mathias Puhle das 8:10 (19.). Besonders defensiv hinterließ Gummersbach einen guten Eindruck, ein kleiner Schwachpunkt war lediglich die teils fehlende Abstimmung von Youngster Tom Kiesler mit seinen Mitspielern. Über 12:13 wurden beim 13:16 die Seiten gewechselt.

 

Auch nach Wiederanpfiff benötigte der VfL-Motor erneut einige Minuten, um wieder auf Touren zu kommen. Die Gäste machten weiter Tom Kiesler als Schwachstelle aus und legten zum 14:21 (39.) vor – erneut justierte Sigurdsson nach. Über 19:22 (46.) und 22:24 (51.) war es nun der letztjährige VfL-Leihspieler Alexander Weck, der mit schnörkellosen Würfen aus der zweiten Reihe dafür sorgte, dass die Partie nicht kippte. Eine Schrecksekunde folge sechs Minuten vor Schluss: Neuzugang Ellidi Vidarsson knickte im Tempogegenstoß unglücklich um und musste mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Feld. „Solche Verletzungen will man natürlich nicht sehen“, meinte VfL-Coach Sigurdsson.

 

Beim 25:26 (57.) lag dennoch eine Überraschung in der Luft, in den Schlussminuten, sorgten aber Alexander Weck, ein Fehlwurf von Fynn Herzig, ein Schrittfehler durch Alexander Hermann sowie BHC-Linksaußen Jeffrey Boomhouwer mit dem Abpfiff für den 25:28-Endstand. Ein Sonderlob verdienten sich beide VfL-Keeper. Matthias Puhle überzeugte bis zur Pause mit sieben Paraden, Diogo Valerio toppte dies sogar mit zehn Paraden, darunter ein Siebenmeter.

 

Besonders die kämpferische Einstellung seines Teams hatte Sigurdsson gefallen. „Die Mannschaft war vergangenes Jahr schon sehr bissig. Wir versuchen darauf aufzubauen und jeden Tag Stück für Stück besser zu werden“, so der Trainernovize, der mit dem aktuellen Stand der Vorbereitung zufrieden ist. „Auch wenn man als Trainer natürlich immer mehr will.“

Sorgen gibt es im VfL-Lager allerdings auch, nicht nur durch die Verletzung von Vidarsson. Timm Schneider wurde mit Adduktorenproblemen vorsichtshalber geschont und sah das Spiel genauso wie Robin Haller und Luis Villgrattner von der Tribüne aus. „Beide werden uns leider auf unbestimmte Zeit fehlen und viel mehr darf uns nicht mehr passieren“, sagte Sigurdsson. Auch hinsichtlich der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie – Ligakonkurrent Hamburg meldete kürzlich fünf Infektionen - fielen die Worte des Isländers nachdenklich aus.

 

„Ich befürchte, es wird noch komplizierter und dicker kommen.“ Sein Team schotte sich so gut es geht ab, er rechnet aber damit, dass jeder Verein mindestens einmal während der Saison betroffen sein wird. „Das ist unsere Realität, aber wir müssen Verantwortung für die ältere Generation übernehmen und versuchen, uns als Profis vorbildlich zu verhalten.“ Den letzten Härtetest vor der Saison bestreitet Gummersbach am Samstag gegen Ligakonkurrent Bayer Dormagen. Wie berichtet erneut unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

 

Gummersbach: Raul Santos (5/3), Fynn Herzig (4), Alexander Hermann, Malte Meinhardt, Tobias Schröter, Jonas Stübber (je 3) Janko Bozovic (2), Tin Kontrec, Ellidi Vidarsson (je 1).

KOMMENTARE

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Sechstes Testpiel, vierte Niederlage muss es heißen! Nicht nur gegen Krefeld, sondern auch gegen Essen, konnte man gewinnen!

, 25.09.2020, 01:48 Uhr
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