FUSSBALL
Ex-Profi Mlapa leitet Wiehler Niederlage ein
Oberberg - Mühlmann-Elf hält gegen den Topfavoriten Endenich lange mit, muss sich aber am Ende geschlagen geben - Nümbrecht siegt in Deutz - Ersatzgeschwächte Schönenbacher haben Bad Honnef wenig entgegenzusetzen - Die Sparkasse Gummersbach präsentiert die Landesliga (AKTUALISIERT).
FV Wiehl – FV Bonn-Endenich 0:4 (0:0).
Am Ende kassierte der FV Wiehl gegen den Aufstiegsfavoriten Nummer eins die erwartbare Niederlage, doch zumindest der Auftritt in den ersten 45 Minuten stimmte Trainer Sascha Mühlmann zufrieden. „Das war eine Top-Halbzeit von uns. Ich bin megastolz auf die Jungs. Wir waren absolut ebenbürtig, hätten bei einem Verhältnis von 3:2 an klaren Chancen vielleicht sogar in Führung gehen können“, meinte der Coach. So war es der Endenicher Schlussmann Malte Eisberg, der gegen die Wiehler Youngster Elias Butzmuehlen (zweimal) und Yüksel Özkan in Klassemanier parierte.
[Gino Lanfranco steigt zum Kopfballduell hoch.]
Auf der Gegenseite musste Justin Broy in einer Szene sein gesamtes Können aufbieten, um das 0:1 verhindern. Zudem klatschte ein Versuch der Bonner an den Außenpfosten. Zu Beginn des zweiten Durchgangs brachte Endenichs Coach Serhat Dogan den kürzlich verpflichteten Ex-Profi Peniel Mlapa und der „Joker“ sollte in der 56. Minute direkt stechen. Per Kopf sorgte der Angreifer für die Gästeführung. „Nach der Pause haben wir ein klein wenig die Griffigkeit verloren“, erklärte Mühlmann.
Dennoch ergaben sich für den eingewechselten Jan Peters sowie Vinzent Stoffel Chancen zum Ausgleich, doch die Null blieb für Wiehl stehen. Ein individueller Schnitzer ermöglichte Endenich das 0:2 durch Robin Bird, der vom Bonner SC zum Stadtrivalen gewechselt war. In den Schlussminuten konnten Aboubakr Isdayrah und erneut Mlapa auf 0:4 stellen.
„Das Ergebnis liest sich schlechter, als unsere Leistung war. Endenich hat eine enorme Qualität, aber wir haben sehr gut dagegengehalten. Die erste Halbzeit war überragend, die zweite leider nicht so ganz so gut. Alles in allem ist die Niederlage um zwei Tore zu hoch ausgefallen“, sagte Mühlmann. (lo)
Tore
0:1 Peniel Mlapa (59.), 0:2 Robin Bird (64.), 0:3 Aboubakr Isdayrah (86.), 0:4 Peniel Mlapa (90.).
FV Wiehl
Justin Broy; Gino Lanfranco, Louis Usko, Alexander Marks, Kevin Derksen, Vinzent Stoffel, Yekcan Yildirim (67. Bastian Schwarz), Yannik Clemens, Yüksel Özkan (78. Nick Lamsfuß), Elias Butzmuehlen (46. Jan Peters), Florian Liebelt (85. Marvin Bollow).
![]()
[Yannik Clemens verfolgt den Endenicher Robin Bird.]
SV Schönenbach – FV Bad Honnef 1:4 (0:1).
Die Landesliga-Premiere des SV Schönenbach endete mit einer Enttäuschung. Das Team von Coach Torsten Reisewitz unterlag dem FV Bad Honnef mit 1:4. „Wir waren gegen einen guten Gegner zu weit weg. Die Niederlage ist auch in dieser Höhe völlig verdient“, fand Reisewitz nach der Pleite gegen seinen Ex-Klub klare Worte. Nebenan standen bei der „Treckerparty im Büsch“ die Deutschen Meisterschaften im Gartentraktor-Pulling im Mittelpunkt (siehe Bericht), der Motor der ersatzgeschwächten Schönenbacher Fußballer kam nicht auf Touren.
![]()
[Justin Broy parierte in dieser Szene stark gegen Robin Bird.]
Bereits nach fünf Minuten netzte Ilias Lelo zur Führung für die Badestädter ein. „Unglücklicher kann man nicht starten. Wir hatten aber auch danach zu wenig Zugriff“, schilderte Reisewitz. Bad Honnef hebelte die SVS-Hintermannschaft immer wieder mit tiefen Bällen hinter die Kette aus. Keeper Frederic Löhe, Meikel Harder mit einer Rettungstat auf der Linie sowie das Aluminium verhinderten bis zum Pausenpfiff größeres Ungemach. Eigene Möglichkeiten besaß der Aufsteiger nicht.
[Vinzent Stoffel und Florian Liebelt versuchen den Bonner Jan Werner zu stoppen.]
Reisewitz stellte in der Halbzeit um, wodurch man kurzzeitig etwas besser im Spiel war. Der vermeintliche Ausgleich wurde nicht gegeben, weil der Honnefer Torwart die Hand schon auf dem Ball hatte. Dann begünstigten zwei leichtfertige Ballverluste die Gegentreffer zwei und drei – Philip Miermann, erst kurz zuvor eingewechselt, startete jeweils durch und wurde auf die Reise geschickt. Das 0:4 ging auf das Konto von Asonganyi Defang, bevor Emre Bodur der Ehrentreffer gelang.
„In der Phase nach der Pause hätte das Spiel vielleicht in unsere Richtung kippen können, doch insgesamt waren wir zu ungefährlich. Dennoch muss ich den Jungs meinen Respekt zollen, dass sie sich bis zur letzten Sekunde alles gegeben und sich nicht abschießen lassen haben“, so Reisewitz, der mit Gabriel Werner und Davin Dresbach zwei weitere Verletzte zu beklagen hat.
Nach dem emotionalen Pokalduell gegen den SSV Homburg-Nümbrecht in der vergangenen Woche wurde Elham Isakoski, der wegen einer Notbremse Rot gesehen hatte, für vier Spiele gesperrt. Die Schönenbacher hoffen auf eine Reduzierung der Sperre, weil kein schwerweigendes Foul vorlag. Die Vorkommnisse infolge der Gelb-Roten Karte gegen Sven Wurm sowie nach dem Schlusspfiff werden derweil ein Nachspiel vor dem Kreissportgericht haben. Der Unparteiische der Partie hatte einen Sonderbericht angefertigt. (lo)
Tore
0:1 Ilias Lelo (5.), 0:2 Philip Miermann (66.), 0:3 Philip Miermann (74.), 0:4 Asonganyi Defang (79.), 1:4 Emre Bodur (90.).
SV Schönenbach
Frederic Löhe; Prince Gbeke, Meikel Harder, Davin Dresbach (84. Arne Scherbaum), Masaya Taki, Siamnd Al-Awde., Rayen Hakimi (46. Muhammed Akar), Yudai Matsumoto, Baris Polatkan (71. Emre Bodur), Leif Bergmann (74. Umut Kizilyar), Gabriel Werner (59. Patrick Schmid).
SV Deutz 05 – SSV Homburg-Nümbrecht 1:4 (0:2).
Die Nümbrechter reiten weiter auf der Erfolgswelle. Nach den Siegen im Supercup, FVM-Pokal und im Kreispokal gelang auch der Landesligaauftakt nahezu perfekt. „Wir sind in den letzten neun Tagen in allen Spielen als Sieger vom Platz gegangen. Und das heute gegen eine bärenstarke Deutzer Mannschaft. Wer hätte das nach unserer schwierigen Vorbereitung gedacht? Wir haben uns auf die Tugenden konzentriert und die Jungs haben sich in alle Bälle hereingeschmissen. Alle waren bereit über den Punkt hinaus zu gehen“, war SSV-Trainer Marcus Voike begeistert von der Serie seiner Mannschaft.
Lediglich zu Null hätte er gerne gespielt. „Der Gegner hat sich das Tor aber verdient“, meinte Voike. So ganz spiegelt das Endergebnis den Spielverlauf nämlich nicht wider. Der Aufsteiger aus Deutz zeigte sich spielstark und stellte die Nümbrechter immer wieder vor Probleme. Doch die Gäste zeigten sich abgezockt und gingen nach einer Ecke von André Dej in Führung. Henry Schäumer köpfte den Ball in die Maschen. Nur fünf Minuten später sorgte Dej nach einem schnell ausgeführten Einwurf für das 2:0. Damit war das Auftaktfeuerwerk der Nümbrechter allerdings beendet und es spielte fast nur noch der Gastgeber.
![]()
[Sascha Mühlmann sah einen beherzten Auftritt seiner Schützlinge, der jedoch unbelohnt blieb.]
„Wir hatten dann eine Phase von etwa 20 Minuten in der uns der Gegner eingeschnürt hat. Wir hatten wenig Ballbesitz“, sagte Voike, dessen Elf die Zeit jedoch ohne klare Torchance des Gastgebers überstand. Erst ein Foul von Philipp Rüttgers im Strafraum ließ die Deutzer vom Anschlusstor träumen. Matteo Tessarolo im Nümbrechter Tor parierte den fälligen Strafstoß allerdings glänzend (43.). Auch nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Deutzer dominant, ohne aber zwingend zu werden. Die Gäste blieben derweil eiskalt und nutzten die erste echte Torgelegenheit des zweiten Durchgangs. Nach einer sehenswerten Kombination markierte Felix Klein mit einem wuchtigen Schuss von der Strafraumgrenze das 3:0 und die Partie war entschieden.
Gegen nun weit aufgerückte Deutzer gelang sogar noch der vierte Treffer. Der eingewechselte Mouad Zaki setzte mit einem Steckpass Niklas Clemens in Szene, der umkurvte SV-Torwart Maurice Nguyen und schob das Rund über die Linie. Nick Peters erzielte den Ehrentreffer für die Hausherren. „Wir waren heute nicht klar überlegen und am Ende auch etwas müde. Aber der Gegner hat sich spielstark präsentiert. Ich glaube nicht, dass die mit dem Abstieg etwas zu tun haben werden“, lobte Voike den Kontrahenten. (thg)
Tore
0:1 Henry Schäumer (15.), 0:2 André Dej (20.), 0:3 Felix Klein (70.), 0:4 Niklas Clemens (85.), 1:4 Nick Peters (89.).
Besonderes Vorkommnis
Nümbrechts Torwart Matteo Tessarolo pariert einen Elfmeter (43.).
SSV Homburg-Nümbrecht
Matteo Tessarolo; Felix Adamietz, Henry Schäumer, Philipp Rüttgers, Ricardo Bauerfeind, André Dej (82. Ritsuki Oyama), Lukas Grünberg, Niklas Clemens (86. Dennis Kania), Felix Klein (78. Collins Ihekaire), Felix Sievers (74. Moritz Becker), Dean-Robin Paes (67. Mouad Zaki).

BILDERGALERIE