BLAULICHT

Falscher Bankmitarbeiter: Dreieinhalb Jahre Haft für Betrüger

pn; 09.09.2026, 12:33 Uhr
Foto: Peter Notbohm ---- Für dreieinhalb Jahre muss ein Mann aus Siegen hinter Gitter, weil er Mitglied einer Betrügerbande war, die es auf Senioren abgesehen hatte. Sein mitangeklagter Bekannter kam mit einer Bewährungsstrafe davon.
BLAULICHT

Falscher Bankmitarbeiter: Dreieinhalb Jahre Haft für Betrüger

pn; 09.09.2026, 12:33 Uhr
Oberberg/Köln – Mit einer Haftstrafe im unteren Bereich kommt einer der beiden „Karten-Abholer“ davon – Sein Bekannter, den er in die Betrügereien mit hineingezogen hatte, erhielt eine Bewährungsstrafe.

Von Peter Notbohm

 

Eigentlich sollte das Urteil gegen zwei Betrüger aus Siegen (37) und Mülheim an der Ruhr (40) erst am morgigen Donnerstag fallen. Doch die 23. Große Strafkammer am Landgericht Köln hat in dem Prozess aufs Gaspedal gedrückt und benötigte einen Verhandlungstag weniger, sodass das Urteil bereits am Montagnachmittag fiel. Murat S. (Anm.d.Red.: Name geändert) wurde wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betruges in vier Fällen, davon einer im Versuch, zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der Mitangeklagte Mehmet T. kam mit einer Bewährungsstrafe von einem Jahr wegen Beihilfe zum Betrug in zwei Fällen, davon einer im Versuch, davon. Das bestätigte eine Gerichtssprecherin auf OA-Nachfrage.

 

Das Gericht war nach fünf Verhandlungstagen überzeugt, dass der Siegener, der bereits zum Prozessauftakt ein Geständnis abgelegt hatte (OA berichtete), als Abholer in der bekannten Betrugsmasche „Falscher Bankmitarbeiter“ fungiert hatte. In insgesamt vier Fällen soll er Bankkarten von Senioren in Morsbach, Wissen, Overath und Wiehl (alle zwischen 85 und 89 Jahre alt) abgeholt haben, nachdem diesen zuvor am Telefon erzählt worden war, dass es ungewöhnliche Bewegungen auf ihren Konten gegeben habe und man neben ihrem PIN auch ihre Bankkarte benötige. Murat S. hatte anschließend selbst Geld von den Konten abgehoben, seinen Anteil einbehalten und den Rest an die Hintermänner weitergegeben. Insgesamt entstand ein Schaden in Höhe von rund 5.000 Euro.

 

Mehmet T. hatte während des Verfahrens bestritten, an den Taten wissentlich beteiligt gewesen zu sein (OA berichtete). Er habe seinen Bekannten lediglich aus anderen Gründen nach Morsbach und Wiehl begleitet. Murat S. hatte ihn während des Verfahrens in Teilen entlastet und behauptet, er habe Mehmet T. nur als „psychologische Unterstützung“ mitgenommen, ihm aber auch einen Teil der Beute abgegeben. Laut einem Bericht des KStA war die Bande schon länger von Ermittlern aus Offenbach überwacht worden. Die Polizei im Oberbergischen habe dann am 25. Oktober einen Hinweis erhalten, dass die Betrüger vermutlich in Wiehl unterwegs seien. Dort konnten beide Männer schließlich auch geschnappt werden, nachdem sie zunächst noch versucht hatten zu fliehen.

 

Die Staatsanwaltschaft hatte für Murat S. vier Jahre und zehn Monate gefordert, seine Verteidigerinnen sahen eine Strafe zwischen zweieinhalb und drei Jahre als ausreichend an, die man zur Bewährung aussetzen sollte. Für Mehmet T. hatte die Staatsanwaltschaft acht Monate Haft zur Bewährung gefordert, seine Verteidiger plädierten auf Freispruch.

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