BLAULICHT

Aufwendige Nachlöscharbeiten für Feuerwehr - Ursache ermittelt

lw, Red; 21.04.2020, 20:42 Uhr
Fotos: Lars Weber/Leser --- Die Nachlöscharbeiten waren am Nachmittag im vollen Gange.
BLAULICHT

Aufwendige Nachlöscharbeiten für Feuerwehr - Ursache ermittelt

lw, Red; 21.04.2020, 20:42 Uhr
Gummersbach - Kurze Nacht für die Einsatzkräfte am Hömericher Kopf - Ende des Einsatzes nicht abzusehen - 24-Jähriger löste Brand durch leichtfertigen Umgang mit Feuer aus (Mit VIDEO).

+++15. AKTUALISIERUNG (20 Uhr)+++

 

Die Einsatzkräfte auf dem Hömericher Kopf geben nochmal massiv Wasser und gehen über eine Rückegasse in das betroffene Gebiet rein. Wald und Forst rodet derweil weitere Baumbestände, um den Einsatzkräften Platz zu verschaffen. Laut Feuerwehrchef Detlef Hayer ist vor allem ein Gebiet Richtung Wasserfuhr im Fokus der Arbeiten, dort sollen Glutnester auch mit Wasserwerfern der Polizei bekämpft werden. Gegen 21 Uhr sollen die Arbeiten dann heruntergefahren werden, so Hayer weiter. Nachts werden rund 30 Kräfte die Brandwache übernehmen. „Wir wollen so etwas Ruhe in die Angelegenheit bringen.“ Morgen früh soll es mit vereinten Kräften nochmal zur Sache gehen. Im Moment sind rund 130 Männer und Frauen vor Ort, unter anderem von den Feuerwehren aus dem Oberbergischen Kreis, dem Kreis Olpe, vom Regierungsbezirk Köln, von der Polizei und dem DRK.

 

+++14 . AKTUALSIERUNG (19:45 Uhr)+++

 

Nicht nur die hiesigen Feuerwehr-Einheiten, sondern auch andere Organisationen sowie Privatleute halfen bei den Maßnahmen zur Bekämpfung der Feuersbrunst nördlich von Strombach, Karlskamp und Steinenbrück. Vier Wasserwerfer der Bereitschaftspolizei aus Köln und Wuppertal, Tankfahrzeuge des Aggerverbandes und Landwirte mit Güllefässern halfen dabei, Löschwasser zu den Brandstellen zu bringen. Zudem waren die Feuerwehr des Köln-Bonner Flughafens und das THW an den Löscharbeiten beteiligt.

 

Erstmalig hat auch ein Hubschrauber der Polizei NRW den Einsatz gegen die Flammen unterstützt. Das Land hatte im vergangenen Jahr vier „Bambi Buckets“ angeschafft. Die Behälter werden außen an den Helikoptern angebracht und mit Wasser gefüllt, um gezielt aus der Luft Brände zu löschen. Am Hömerich flogen die Polizisten der Fliegerstaffel 18 Durchgänge und ließen dabei insgesamt 13 Tonnen Wasser ab, das sie an der Bruchertalsperre aufnahmen. Beim Feuer bei Gummersbach-Neuenhaus wurden fünf Durchgänge geflogen. Das Wasser stammte aus der Aggertalsperre.  

 

+++13. AKTUALISIERUNG (18 Uhr)+++

 

Bürgermeister Frank Helmenstein hoffte auf Nachfrage am Nachmittag, dass die Brandherde bis morgen Nachmittag vollständig gelöscht sind und dass bis dahin der Wind nicht zu einer erneuten Verschärfung der Situation führt. Am wichtigsten sei ihm der Dank an alle Einsatzkräfte, die involviert sind und waren. „Diese Großgefahrenlage war außergewöhnlich und hat allen alles abverlangt.“ Die Situation habe teils auf Messers Schneide gestanden und sei „zutiefst bedrohlich“ gewesen. Gerade auch der Einsatzleitung um Feuerwehrchef Detlef Hayer und Kreisbrandmeister Wilfried Fischer sei es zu verdanken, dass niemand verletzt wurde oder sein Hab und Gut verloren habe. Der Einsatz der Feuerwehren aus dem Kreis war „gelebte Solidarität“. „Ohne diese Unterstützung und die Hilfe der Bundeswehr, der Rettungsdienste und der Polizei hätten wir es nicht geschafft. Es war und ist ein großer Kraftakt und eine Teamleistung!“ Er mahnte aber auch, dass der Einsatz noch nicht vorbei sei.

 

Nachdenklich stimme den Bürgermeister der „katastrophale Zustand des Waldes“, der den Brand befördert habe. Dabei sei besonders bitter, dass das Feuer auch gesunde Bäume und Aufforstungen zerstört hat. Deshalb soll im Nachgang die Situation genau analysiert werden, da auch die klimatischen Bedingungen in diesem Sommer ähnliche werden wie in den vergangenen Jahren. Dazu möchte er sich mit Landrat Jochen Hagt und dem Regionalforstamt Bergisches Land zusammensetzen. Kurzfristig müsse man das Totholz aus dem Wald wegbekommen, das Brände enorm beschleunigt. „Wir sitzen auf einem Pulverfass!“, so Helmenstein.

 

+++12. AKTUALISIERUNG (17:30 Uhr)+++

 

Vor rund 45 Minuten musste die Feuerwehr Gummersbach erneut zu einem Waldbrand ausrücken: In Lobscheid, nicht weit vom Hömerich entfernt,  stand eine Fläche von etwa 250 Quadratmetern in FlammenVor Ort waren die Einheiten Dieringhausen, Rebbelroth, Gelpetal, Windhagen, Hunstig, Strombach-Lobscheid, Gummeroth sowie die Kräfte der hauptamtlichen Wache Gummersbach. Ein in Strombach bereitstehender Wasserwerfer der Landespolizei wurde ebenfalls entsandt. Das Feuer war dank des großen Personaleinsatzes schnell unter Kontrolle.  "Sie sind bereits am Nachlöschen", sagte Siegfried Frank, Sprecher der Stadt Gummersbach, auf Nachfrage. Da die Lage aber kurz unübersichtlich gewesen sei, wurde der Polizeihubschrauber angefordert, um sich einen besseren Überblick zu verschaffen.

 

+++11. AKTUALISIERUNG (17:20 Uhr)+++

 

Auf Nachfrage hat die Polizei die Ursache für das Feuer noch etwas genauer eingegrenzt. Hinter dem leichtfertigen Umgang mit Feuer durch den 24-Jährigen Gummersbacher verbirgt sich "möglicherweise" eine weggeworfene Zigarettenkippe, so ein Polizeisprecher. Da der 24-Jährige und der Zeuge leicht unterschiedliche Angaben machten, ließe sich das im Moment nicht genauer sagen.

 

+++10. AKTUALISIERUNG (17:10 Uhr)+++

 

Unter den vielen Rettungskräften gestern waren auch die Malteser aus Engelskirchen. Unter anderem unterstützten die Einheiten gemeinsam mit Kollegen aus Leverkusen die vom DRK errichtete Betreuungsstelle im Lindenforum. Dort waren 70 Anwohner untergebracht, die evakuiert werden mussten und nicht bei Freunden oder Verwandten Unterschlupf gesucht hatten. Für die Betreuung und Verpflegung der betroffenen Anwohner standen etwa 20 ehrenamtliche Helfer bereit, so die Malteser. Die Rettungsmittel wurden durch acht Helfer besetzt, somit waren 28 Malteser gestern im Einsatz, die insgesamt etwa 180 Stunden leisteten. „Wir sind sehr froh, auf so eine gut ausgebildete ehrenamtliche Helferschaft zurückgreifen zu können“, freute sich Alexandros Mourmouris, der die Betreuungsstelle gestern leitete.

 

[Foto: Malteser Engelskirchen.]

 

Insgesamt verlief der Einsatz erfreulich ruhig für die Malteser, sodass die Anwohner gegen 19:30 Uhr wieder zurück in ihre Häuser konnten. Nach dem Rückbau der Betreuungsstelle konnten auch die eingesetzten Kräfte wieder einrücken, mit Ausnahme einer Rettungsdienstbesatzung. Der Rettungswagen der Malteser blieb die gesamte Nacht in Strombach vor Ort, um die Sicherheit und schnelle Versorgung der eingesetzten Feuerwehrkräfte sicherzustellen. Heute Morgen wurde der Malteser Rettungswagen dann von den Kollegen des Roten Kreuzes abgelöst. Bis zum Einsatzende wird jederzeit ein ehrenamtlich besetzter Rettungswagen zur Sicherheit der Feuerwehrleute vor Ort sein.

 

+++9. AKTUALISIERUNG (16:44 Uhr)+++

 

Der gestrige Waldbrand in Gummersbach-Strombach ist nach ersten Ermittlungen offenbar durch leichtfertigen Umgang mit Feuer verursacht worden. Dies teilte die Polizei mit. Ein 24-Jähriger aus Gummersbach hat am heutigen Morgen freiwillig die Polizeiwache in Gummersbach aufgesucht und eingeräumt, dass er an der inzwischen ermittelten Stelle des Brandausbruchs durch leichtfertigen Umgang mit Feuer den ausgetrockneten Bodenbewuchs in Brand gesetzt hat, so die Polizei. Mit einem Zeugen, der ebenfalls von der Polizei vernommen wurde, hat er nach bisherigem Ermittlungsstand das Feuer ausgetreten und die Stelle im Glauben, dass das Feuer gänzlich gelöscht sei, verlassen.

 

Der Brand zeige deutlich, wie gefährlich unachtsames Verhalten in der derzeitigen Trockenperiode ist. Bereits eine weggeworfene Zigarettenkippe kann bei ungünstigen Bedingungen in kürzester Zeit ein Feuer entfachen, so die Polizei weiter. Die Polizei bedankt sich für die vielen Hinweise von Bürgern, die entscheidend zur schnellen Aufklärung des Brandes beigetragen haben, vor allem aber bei den vielen Einsatzkräften und Helfern, die mit großem Einsatz dafür gesorgt haben, dass der Brand unter Kontrolle gebracht werden konnte.

 

+++8. AKTUALISIERUNG (15 Uhr)+++

 

Das neu entfachte Feuer vor rund einer Stunde hat die Feuerwehr schnell wieder im Griff gehabt, wie Einsatzleiter Frank Raupach auf Nachfrage mitteilte. Das Feuer war im Bereich einer Schonung entstanden. Nun seien die Einsatzkräfte wieder mit den Nachlöscharbeiten beschäftigt.  "Das ist alles sehr personal- und materialintensiv", sagte Raupach, was auch mit der Größe der Fläche und der schwierigen Topografie zusammenhänge. Inklusive des DRK sind im Moment 120 Einsatzkräfte vor Ort. Nach und nach würden jene jetzt abgelöst, die bereits seit den Morgenstunden im Einsatz sind. Raupach hofft, dass der Wind die Arbeiten der Feuerwehr nicht erneut erschwert.

 

+++7. AKTUALISIERUNG (14:30 Uhr)+++

 

Aufgrund des Brands in Wenden ist die L342 zwischen Rothemühle und Reichshof-Wildbergerhütte noch bis voraussichtlich 15 Uhr komplett gesperrt. Einsatzkräfte aus dem Oberbergischen waren nicht vor Ort.

 

+++6. AKTUALISIERUNG (14:12 Uhr)+++

 

Wie die Feuerwehr mitteilt, ist das Feuer durch stark böige Winde erneut entflammt und droht sich auszubreiten. Aufgrund des hohen Wasserbedarfs sind mehrere Tanklöschfahrzeuge im Bereich der Einsatzstelle und der Innenstadt unterwegs, um die Wasserversorgung sicherzustellen.

 

 

+++5. AKTUALISIERUNG (13:25 Uhr)+++

 

Die Polizei teilte auf Nachfrage mit, dass es noch keine Neuigkeiten zur Ursache des Brandes gebe. Die Brandermittler waren gestern und auch heute vor Ort, um Licht ins Dunkel zu bringen. Außerdem habe die Polizei nach dem Aufruf gestern mehrere Hinweise erhalten. Mehr konnte der Sprecher noch nicht verraten.

 

+++4. AKTUALISIERUNG (11:30 Uhr)+++

 

[Foto und Video: Michael Kleinjung --- Die Einsatzkräfte werden inzwischen von der Wache in Strombach aus koordiniert.]

 

Auch am Morgen nach dem Ausbruch des verheerenden Waldbrandes auf dem Hömerich in Gummersbach ist die Feuerwehr im Einsatz. Nachdem es am Abend auch mit Unterstützung von Wasserwerfern und Hubschraubern gelungen war das Feuer unter Kontrolle zu bringen, hatten sich eigens hinzugezogene Waldbrandspezialisten von der Organisation "@Fire" gemeinsam mit den örtlichen Einsatzkräften daran gemacht, in die Fläche zu gehen und viele Kleinbrände, Wurzelwerk und Glutnester abzulöschen. Dies teilt die Stadtverwaltung Gummersbach mit. "Diese Arbeiten wurden durch die einsetzende Dunkelheit erheblich erschwert", berichtet Frank Raupach, derzeit Einsatzleiter vor Ort, sodass man sich schließlich darauf konzentriert habe, ein Wiederaufflackern der Brände zu verhindern.

 

Da die Wetterlage heute unverändert ist, es herrscht auf dem Hömerich stark böiger Wind mit Geschwindigkeiten bis zu 70 Kilometer pro Stunde, werden nun gemeinsam mit dem Landesbetrieb Wald und Holz so genannte Feuerschneisen geschlagen, damit sich aus den nach wie vor vorhandenen zahllosen Glutnestern kein neuer Großbrand entwickelt. Insgesamt 120 Einsatzkräfte sind weiterhin im Einsatz, Raupach rechnet damit, dass die Löscharbeiten noch den ganzen Tag und möglicherweise auch morgen noch weitergehen. Für 13:30 Uhr ist eine Ablösung der derzeit aktiven Feuerwehrleute vorgesehen.

 

 

+++3. AKTUALISIERUNG (11 Uhr)+++

 

Auch das Deutsche Rote Kreuz wurde gestern zu dem Waldbrand gerufen, um die Versorgung der Einsatzkräfte über einen längeren Zeitraum sicherzustellen. Zusätzlich wurde durch den Malteser Hilfsdienst eine Betreuungsstelle für evakuierte Personen betrieben. Die aktuelle Corona-Situation stellte auch die DRK-Einsatzkräfte laut einer Mitteilung in dieser Versorgungslage vor Herausforderungen. So musste besonders bei der  Verpflegungsausgabe auf die Einhaltung strenger Hygienevorschriften geachtet werden – die Ausgabe erfolgte kontaktlos. Um die komplexe Einsatzlage abarbeiten zu können, richtete das Deutsche Rote Kreuz im eigenen Hilfeleistungszentrum einen Einsatzstab ein, der die Kräfte aller Hilfsorganisationen in diesem Einsatzfall führt. Unterstützend wurde die Einsatzzentrale besetzt. Vor Ort befanden sich gestern der Ortsverein Gummersbach-Bergneustadt und der Ortsverein Derschlag. Gestern waren  rund 40 Kräfte des DRK und 25 Helfer des Malteserhilfsdiensts im Einsatz.

 

+++2. AKTUALISIERUNG (10:30 Uhr)+++

 

Auch in Much (Rhein-Sieg-Kreis) und in Wenden-Rothemühle (Kreis Olpe) kam es zu größeren Waldbränden. In Much half die Löschgruppe Drabenderhöhe, auch in Wenden waren Kräfte aus dem Oberbergischen im Einsatz. Wegen des Waldbrands in Rothemühle war auch die L342 zwischen Rothemühle und Reichshof-Wildbergerhütte komplett gesperrt.

 

+++1. AKTUALISIERUNG (10:15 Uhr)+++

 

Nach einer kurzen Nacht sind viele Kräfte der Feuerwehr sowie sämtlicher Hilfsdienste seit den frühen Morgenstunden wieder am Hömericher Kopf im Einsatz. Zwischenzeitlich wurde die örtliche Feuerwehr durch Kräfte aus dem gesamten Regierungsbezirk Köln abgelöst, wie die Feuerwehr Gummersbach mitteilt. Mit dem Tageslicht begannen die aufwendigen Nachlöscharbeiten. Ein Ende der Löschmaßnahmen war gegen 9 Uhr  weiterhin nicht absehbar.

 

[Foto: Polizei Oberbergischer Kreis.]
 
Bis 1 Uhr in der Nacht waren die Einsatzkräfte in einem zwölfstündigen, kräftezehrenden Dauereinsatz gewesen, so die Feuerwehr. Durch intensive Bemühungen konnte das Feuer eingedämmt, aber noch nicht vollständig bekämpft werden. Erschwerend kam hinzu, dass während des laufenden Einsatzes weitere Waldbrände gelöscht und ein Brandmeldealarm abgearbeitet werden musste.
 
Besonders bedanken möchte sich die Feuerwehr bei vielen Bürgern, die nicht nur mutmachende Worte fanden, sondern auch im Laufe des gestrigen Tages immer wieder selbstgemachte Speisen von Privathaushalten und lokalen Betrieben der Umgebung an den Einsatzort brachten.

 

Hier geht es zum Ticker von Montag, 20. April.


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