BERGNEUSTADT

Wohin mit dem Pfarrer-Schmitz-Platz?

pn; 14.09.2026, 08:00 Uhr
Foto: Michael Kleinjung ---- Der Platz vor der Altstadtkirche in Bergneustadt soll nicht nach Pfarrer Heinrich Schmitz benannt werden, um an dessen Widerstand gegen das NS-Regime zu erinnern. In der Politik werden nun Alternativen diskutiert.
BERGNEUSTADT

Wohin mit dem Pfarrer-Schmitz-Platz?

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pn; 14.09.2026, 08:00 Uhr
Bergneustadt - Evangelische Impuls-Kirchengemeinde Lieberhausen-Bergneustadt lehnt Umbennenung vor der Altstadtkirche ab - Der Alternativvorschlag ist in der Stadtpolitik umstritten - Nur bei der Gedenktafel herrscht Einigkeit.

Von Peter Notbohm

 

Dass der frühere Bergneustädter Pfarrer Heinrich Schmitz (1890 – 1968) für seinen Widerstand gegen das NS-Regime geehrt werden soll, darüber herrscht in Bergneustadts Politik eigentlich Einigkeit. Über das „Wie“ wird allerdings weiterhin gestritten. Die SPD hatte vor der Sommerpause einen Antrag eingebracht, den Platz vor der Altstadtkirche nach dem ehemaligen Pfarrer zu benennen, um dessen Lebensleistung und Verdienste für die Stadt zu würdigen. Der Stadtrat hatte den Antrag nach regen Diskussionen in den zuständigen Fachausschuss verwiesen (OA berichtete).

 

Wie nun im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss öffentlich wurde, hat sich auch das Presbyterium der Evangelischen Impuls-Kirchengemeinde Lieberhausen-Bergneustadt inzwischen positioniert. Dort lehnt man laut Stadtkämmerin Janina Hortmann eine Umbenennung des Parkplatzes ab, da dieser nicht offiziell der Kirchplatz sei und nur im Volksmund so genannt wird. Einwendungen gegen eine zusätzlich von der SPD geplante Gedenktafel vor der Kirche gebe es hingegen nicht. Diese könnte in Zusammenarbeit mit dem Historischen Arbeitskreis und der Kirchengemeinde erstellt werden.

 

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Jonas Steppat (sachkundiger Bürger der SPD) brachte daraufhin einen Alternativvorschlag ein. Man könnte den Platz unterhalb des Heimatmuseums an der Straße „Im Stadtgraben“, der neugebaut wird, nach Heinrich Schmitz benennen. Das stieß längst nicht bei jedem Ausschussmitglied auf Gegenliebe. Kai Wilmeroth (AfD) vertrat die Auffassung, dass ein reiner Parkplatz „nicht den Leistungen dieser Person gerecht wird“. Ähnlich äußerte sich Roland Wernicke (Grüne), der von „Mumpitz“, einen Platz ohne Anwohner so zu benennen, sprach: „Ohne räumlichen Bezug zur Kirche ist das kontraproduktiv.“ Auch Oliver Gesierich (CDU) fand es „wenig würdevoll“ einen Parkplatz an einem Getränkemarkt so zu benennen.

 

Anders sah dies sein Fraktionskollege Florian Runow (CDU), der von „einem stark frequentierten Bereich“ sprach, der „absolut nicht schlecht für die Sichtbarkeit“ der Erinnerungskultur sei. Ramona Voth (SPD) wies in diesem Zusammenhang auf den Simonsplatz in Gummersbach hin, auf dem mit einer Gedenktafel an die Vertriebenen und Ermordeten des NS-Regimes erinnert wird: „Das ist auch nur ein Parkplatz, wurde dort aber sehr würdevoll umgesetzt.“

 

Eine endgültige Entscheidung treffen wird der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung. Während die Gedenktafel an der Kirche vom Ausschuss einstimmig empfohlen wurde, dürfte der Alternativvorschlag  wohl noch einmal kräftig debattiert werden. Der Ausschuss empfahl die Benennung des Parkplatzes an der Straße „Im Stadtgraben“ mehrheitlich mit fünf Stimmen, bei vier Gegenstimmen und fünf Enthaltungen.

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