BERGNEUSTADT
Bergneustadts SPD sieht „keine klare Mehrheit“ gegen die Windkraft
Bergneustadt – Die Sozialdemokraten verweisen auf die Wahlbeteiligung und die Notwendigkeit erneuerbarer Energien – „Gegenwind“ sieht in offenem Brief an den Bürgermeister weiter die Möglichkeiten, auch die Windkraftanlagen in der Sülemicke zu verhindern.
Die Diskussionen um den möglichen Bau von bis zu sieben Windkraftenergieanlagen auf dem Beulberg und in der Sülemicke nehmen einen Tag nach der Bekanntgabe des Ergebnisses der informellen Bürgerbefragung in Bergneustadt (OA berichtete) an Fahrt auf. Während UWG und AfD sich in ihrer Ablehnung der Windräder durch das knappe Bürgervotum bestätigt sehen, sieht Bergneustadts SPD die Politik gefragt. In einer Pressemitteilung (hier zum Nachlesen) schreiben die Sozialdemokraten, dass die große Mehrheit der Bürger, sich bei der Befragung der Stimme enthalten hat: „Folglich gibt es in der Bürgerschaft weder eine klare Meinung gegen die Windkraft noch eine klare Meinung für die Windkraft.“
An ihrem Standpunkt, dass Bergneustadts Haushalt auf die Einnahmen aus der Windkraft angewiesen ist, halten die Sozialdemokraten weiterhin fest, zumal die Windkraft auch „attraktive Beteiligungsmöglichkeiten für die Bürgerschaft und die Möglichkeit für günstigen Bürgerstrom“ biete. Die SPD wirbt daher bei CDU und Grünen dafür, im Stadtrat eine Mehrheit für die Windkraft zu bilden, um diese „zum Wohle aller nutzen zu können“.
Erneute Kritik kommt erneut aus den Reihen der Initiative „Gegenwind“. Der Initiator Markus Rädler hinterfragt in einem offenen Brief an Bürgermeister Matthias Thul (hier zum Nachlesen) die Qualität der juristischen Beratung der Stadtverwaltung und sieht sich und seine Mitstreiter anhand von Urteilen bestätigt, dass die Stadt für Wartung und Betrieb der Windkraftwerke keine Nutzung von städtischen Wegen dulden müsse, wenn dies nicht der Widmung entspricht.
Zudem bezweifelt „Gegenwind“, dass der Investor sich bereits alle notwendigen Grundstücke in der Sülemicke gesichert hat. Rädler spricht von zwei Grundstücksbesitzern, die nicht unterschreiben wollen, deren Flächen für das Projekt aber von „sehr entscheidender“ Bedeutung seien. Dies habe zur Folge, dass das Projekt umgeplant und verkleinert werden müsse und dadurch in seiner Wirtschaftlichkeit reduziert werde.