WIRTSCHAFT

Schmidt + Clemens: Prognose fällt schwer

Red; 01.06.2026, 14:34 Uhr
Foto: Schmidt + Clemens: Dominic Otte und Jan Schmidt-Krayer (v.l.) führen die Geschäfte bei Schmidt + Clemens.
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Schmidt + Clemens: Prognose fällt schwer

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Red; 01.06.2026, 14:34 Uhr
Lindlar - Bei Gesellschafterversammlung wurden die Geschäftszahlen für das vergangene Jahr präsentiert - Nach dem Abbau von 100 Stellen sieht sich das Unternehmen aktuell auf Kurs, die Lage bleibt aber angespannt.

Die Gesellschafterversammlung des Lindlarer Familienunternehmens Schmidt + Clemens (S+C) hat am Freitag stattgefunden. Traditionell präsentierte der Edelstahlspezialist zeitgleich auch die Geschäftszahlen des zurückliegenden Jahres, heißt es in einer Mitteilung. Das Geschäftsjahr 2025 sei von zahlreichen globalen Herausforderungen geprägt gewesen. Anhaltende Kriege sowie die fortdauernden Konflikte im Nahen Osten sorgten weltweit für Unsicherheit. Zusätzlich belasteten zunehmende geopolitische Spannungen und eine weiter verschärfte Zoll- und Handelspolitik der USA den internationalen Warenverkehr und setzten globale Lieferketten erneut unter Druck. 

 

Der Auftragsbestand entwickelte sich im Verlauf des Jahres 2025 erwartungsgemäß rückläufig gegenüber dem Rekordniveau des Vorjahres. Die Produktionskapazitäten seien entsprechend angepasst worden. Im Zuge umfangreicher Restrukturierungsmaßnahmen am Standort Lindlar wurden organisatorische Straffungen und Effizienzsteigerungen beschlossen. Dazu gehörte auch der Wegfall von rund 100 Arbeitsplätzen am Stammsitz. "Eine Entscheidung, die dem Unternehmen sehr schwergefallen ist."

 

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Hintergrund der Maßnahmen seien unter anderem die Straffung von Produktionsprozessen, die Abschaffung des Kontischichtmodells sowie weitere wesentliche Automatisierungsschritte gewesen. "Diese Maßnahmen seien notwendig, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern."

 

Der Umsatz der S+C Gruppe belief sich im Jahr 2025 auf rund 366 Millionen Euro und lag damit rund 22,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Bilanzsumme reduzierte sich leicht von rund 335 Millionen Euro auf 331 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote betrage solide 57,5 Prozent. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen konnte die Unternehmensgruppe ein erfreuliches Finanzergebnis erzielen, so die Mitteilung.

 

Gleichzeitig macht die Unternehmensleitung deutlich, dass die Situation der deutschen Industrie weiterhin äußerst angespannt bleibt. „Die seit Jahren geforderte Wende in der Industriepolitik lasse weiterhin auf sich warten. Insbesondere die Entwicklung am Energiemarkt stelle energieintensive Unternehmen wie S+C vor erhebliche Herausforderungen“, so der geschäftsführende Gesellschafter, Jan Schmidt-Krayer. „Wir benötigen dringend international wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie und verlässliche politische Rahmenbedingungen, damit industrielle Wertschöpfung und Arbeitsplätze langfristig in Deutschland gesichert werden können“, betont Schmidt-Krayer.

 

Eine verlässliche Prognose für das Geschäftsjahr 2026 bleibt aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten schwierig. Derzeit geht das Unternehmen davon aus, dass es auch im laufenden Jahr in einzelnen Bereichen zu Unterauslastungen kommen kann. Die Entwicklung werde kontinuierlich überwacht, um bei Bedarf kurzfristig weitere Maßnahmen einleiten zu können.

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