WIRTSCHAFT

Bauarbeitern droht große Lohn-Lücke

bw; 10.01.2020, 14:28 Uhr
Foto: IG BAU --- Häuserbauen für 9,35 € pro Stunde? Die Bauunternehmen im Kreis werden von der IG BAU aufgefordert, sich dagegen auszusprechen.
WIRTSCHAFT

Bauarbeitern droht große Lohn-Lücke

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bw; 10.01.2020, 14:28 Uhr
Oberberg – Bis zu 10 € könnten die Löhne auf den Baustellen bald auseinandergehen - IG BAU kritisiert die Situation.

Zwei Bauarbeiter, die gleiche Arbeit und trotzdem zwei unterschiedliche Löhne: Gut 10 € könnten die Löhne pro Stunde auf den Baustellen im Oberbergischen Kreis bald auseinandergehen. Denn Bauarbeiter, die keinen Tariflohn bekommen, müssen jetzt sogar um ihren Branchen-Mindestlohn bangen, teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit. Betroffen davon könnte ein Großteil der rund 2.200 Bauarbeiter im Oberbergischen Kreis sein. „Die Arbeitgeber müssen nämlich einem Schlichterspruch und damit neuen Bau-Mindestlöhnen zustimmen. Passiert das nicht, droht dem Bau im Oberbergischen Kreis schlimmstenfalls der gesetzliche Mindestlohn von 9,35 € pro Stunde als unterste Verdienstgrenze“, so Bezirksvorsitzender Mehmet Perisan.

 

Der Schlichterspruch sieht vor, dass die Branchen-Mindestlöhne auf dem Bau ab April steigen, und zwar auf 12,55 € für Hilfsarbeiten (Mindestlohn eins) und auf 15,40 € für Facharbeiten (Mindestlohn zwei). Die Arbeitgeber müssen bis Freitag, 17. Januar, grünes Licht für die höheren Mindestlöhne geben. Die Verantwortlichen bei der IG BAU rufen deshalb alle Bauunternehmen im Kreis auf, zusammen klare Signale an den Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und an den Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) zu senden.

 

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Auf dem Spiel stehe der faire Wettbewerb bei fairer Bezahlung, meint Perisan. Gerade jungen Menschen müsse das Signal gegeben werden, dass der Bau eine „boomende“ Branche mit Zukunft sei, in der man gutes Geld verdienen könne. Mit dem Tariflohn sei die „Lohnlatte“ fair gelegt. Der Basis-Tariflohn für einen erfahrenen Maurer, Zimmerer oder Straßenbauer im Oberbergischen Kreis liege derzeit bei 20,63 €. Würden Unternehmen, die nicht an den Tariflohn gebunden sind, künftig lediglich den gesetzlichen Mindestlohn von derzeit nur 9,35 € bezahlen, dann würde das eine Kluft von mehr als 10 € beim Stundenlohn bedeuten.

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