WIPPERFüRTH
Tierschutzverein Wipperfürth unterstützt Klage gegen den Bund
Wipperfürth – Der Deutsche Tierschutzbund sieht den Staat in der Pflicht, Tierheime und ähnliche Einrichtungen finanziell zu unterstützen – Belastungen würden stetig größer.
Der Tierschutzverein Wipperfürth unterstützt die am 21. Mai eingereichte Klage des Deutschen Tierschutzbundes gegen die Bundesrepublik Deutschland. Trotz Versprechen im Koalitionsvertrag habe die Regierung im Bundeshaushalt erneut keine Mittel für den praktischen Tierschutz vor Ort bereitgestellt. Auch das Tierheim Wipperfürth sei von den ausbleibenden Investitionshilfen betroffen. Der Deutsche Tierschutzbund sieht den Bund aufgrund des Staatsziels Tierschutz im Grundgesetz in einer finanziellen Verpflichtung und will dies nun erstmals gerichtlich klären lassen.
Nach Angaben des Tierschutzbundes besteht bundesweit ein Investitionsbedarf in dreistelliger Millionenhöhe in Tierheimen und ähnlichen Einrichtungen. Finanzielle Hilfen wie die “Sportmilliarde”, wo Städte und Gemeinden beim Bund seit Kurzem Mittel für die Sanierung kommunaler Sportstätten beantragen können, brauche es nach Meinung des Wipperfürther Vereinsvorstands auch für den Tierschutz. „Viele wiegen sich in dem Glauben, der Staat würde die Tierheime finanzieren. Die Realität sieht anders aus“, sagt die 1. Vorsitzende Nadine Hühnerbach. „Ein Großteil unserer Arbeit wird durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Ehrenamt getragen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen immer weiter.
Besonders belastend sei die Entwicklung der vergangenen Jahre: Immer mehr Tiere würden abgegeben oder aufgefunden, gleichzeitig blieben sie oft deutlich länger im Tierheim. Hinzu kämen steigende Kosten für Energie, Futter, Personal und tierärztliche Versorgung. Auch mit Blick auf das Ordnungsrecht bleibe die Bundesregierung untätig: Wichtige Maß nahmen, um den karitativen Tierschutz zu entlasten, etwa eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen oder ein für Tierhalter verpflichtender Sachkundenachweis vor der Anschaffung eines Tieres, würden bis heute fehlen. „Tierheime fangen gesellschaftliche Probleme auf, aber wir stoßen an Grenzen“, sagt Hühnerbach. „Wenn politisch ständig mehr und mehr vom Tierschutz gefordert wird, müssen die Einrichtungen vor Ort auch entsprechend staatlich unterstützt werden.“