WALDBRöL

Feuerwehr in Geburtstagsstimmung

ad; 07.09.2026, 09:07 Uhr
Fotos: Astrid Deckers --- Mathias Schneider (li.) überreicht Philip Kramer die Ehrenurkunde für das 100-jährige Bestehen des Löschzugs Thierseifen.
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Feuerwehr in Geburtstagsstimmung

ad; 07.09.2026, 09:07 Uhr
Waldbröl - Sein 100-jähriges Bestehen feierte am Wochenende der Löschzug Thierseifen mit einem rauschenden Fest - Bei den offiziellen Jubiläumsfeierlichkeiten am Sonntag standen Geschichtliches und Ehrungen im Mittelpunkt.

Von Astrid Deckers

 

Philip Kramer, Leiter des Löschzugs Thierseifen, moderierte gut gelaunt und souverän das offizielle Bühnenprogramm zum 100-jähigen Bestehen seiner Einheit. Gleich zu Beginn seiner Ausführungen schilderte er, wie zwei Brände in der Nachbarschaft damals dazu geführt hatten, dass einige Männer beschlossen, eine Feuerwehr z u gründen und diesem Vorhaben Taten folgen ließen. „Keine Vorschriften, man hat es einfach so gemacht“ so der Tenor seiner Ausführungen.

 

Seit dem 25. Juni 1926 bestehe die Löschgruppe Thierseifen nunmehr. Mit gerade einmal acht Einsätzen habe man begonnen und die Kleidung der Kameraden hätte mehr der Kenntlichkeit als dem Schutz gedient. „Alles, was zählte, waren Menschen, die bereit waren Verantwortung zu übernehmen und sich für andere einzusetzen.“

 

Waldbröls Bürgermeisterin Larissa Weber hatte nicht nur „einen kleinen Umschlag“ mitgebracht, sondern richtete auch viele Worte des Dankes an die aktiven Kameraden und Kameradinnen und deren Familienangehörige. Außerdem dankte sie den Vertretern aus Politik, Rat und Verwaltung, ohne deren Unterstützung die Feuerwache des Löschzugs sich nicht so präsentieren würde, wie sie es nunmehr tue: Als moderne, zukunftsweisend ausgerichtete Wache, die die Sicherheit der Waldbröler Bürger und Firmen gewährleiste. Mit durchschnittlich 70 Einsätzen pro Jahr und sogar 80 im Jahr 2025 habe sich das Einsatzgeschehen mehr als verzehnfacht.

 

[Bürgermeisterin Larissa Weber suchte den Austausch mit den Feuerwehrvertretern der Nachbarkommunen.]

 

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Mathias Schneider nahm in seiner Ansprache Bezug darauf, dass „die Technik weiter ist als vor 100 Jahren, die Ausbildungen umfangreicher und die Schutzkleidung effizienter, nur die Menschen, bzw. deren Einstellung hat sich nicht geändert. Es sind Menschen, die sich für andere einsetzen und dafür im Notfall alles stehen und liegen lassen. Familienfeiern, Geburtstage, usw. Die fahren bei Hitze, Regen, Eis und Schnee, um zu helfen. Dabei wird ihr Handeln von der Frage geprägt, wo werde ich gebraucht und nicht was habe ich davon?“ Zum Ende wünschte er allen Aktiven, dass sie stets gesund nach Hause kommen mögen.

 

René Reissig-Hochweller, Leiter der Feuerwehr Waldbröl, stellte bei seinen Grußworten den Generationenwechsel in den Fokus und stellte fest, dass die zwei Daumen beim großen Zuspruch der Feuerwehren auf den gängigen Social-Media-Kanälen nicht ausreichend würden, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten. Hier sei mehr Engagement gefragt, denn ein Kamerad auf 230 Waldbröler Bürger zeige derzeit noch viel Ausbaupotenzial. Er empfinde das Gemeinschaftsgefühl und die Vitalität innerhalb der Feuerwehren als bereichernd und erlebe die Aktiven als „klug, tapfer und gut bei ihren Einsätzen.“

 

Auch die Erleichterung, Hoffnung und Zuversicht der Bevölkerung beim Anblick der „roten Fahrzeuge“ sei überwältigend. Zuletzt habe er dieses bei der Bekämpfung des Waldbrands in Düren, wo er mit Kameraden vor Ort gewesen sei, empfunden. Somit war sein individuelles Resümee: „Feuerwehr macht glücklich“.

 

[Aus der Nachbarschaft waren unter anderem auch die Kameraden der Feuerwehr Denklingen angereist, um zu gratulieren.]

 

Hans Mortsiefer, der den Löschzug von 1984 bis 2001 leitete, erhielt im Verlauf des Programms die Sonderauszeichnung in Gold und eine Ehrenurkunde vom Verband der Feuerwehren. Das Ehepaar Tim und Ricarda Wehling wurde für jeweils 25 Jahre Tätigkeit bei der Feuerwehr mit dem silbernen Ehrenabzeichen der Landesregierung ausgezeichnet. Moderator und Löschzugführer Philip Kramer wurde vom Brand- zum Oberbrandmeister befördert.

 

Nach so vielen Ehrungen folgte mit Pfarrer Jochen Gran ein Laudator, der humorige Worte für die Zusammenarbeit mit dem Löschzug fand. Bei seinem Antritt vor 30 Jahren sei das Verhältnis zwischen Kirche und Feuerwehr „nicht das Beste gewesen“. Das sei aber längst Geschichte und mittlerweile vereine beide „viel Schönes, aber auch Tragisches und Trauriges“. Die gegenseitige Unterstützung habe zunehmend das Verhältnis geprägt und mittlerweile würde er es als bereichernd für beide „Seiten“ empfinden.

 

[Die Hüpfburg in Form eines Feuerwehrautos passte nicht nur zum Motto, sondern sorgte bei auch bei den Kindern für jede Menge Spaß.]

 

Abgerundet wurde das Bühnengeschehen von liebevoll vorgetragenen Rückblicken und Anekdoten der ehemaligen Löschzugführer Thierseifen Hans Mortsiefer (1984 – 2001), Eckhard Priebe (2001 – 2016) und Christian Geldmacher (2016 – 2024).  Bei kühlen Getränken, zahlreichen Kinderaktionen, Kaffee und Kuchen tankten die zahlreichen Besucher neue Kraft, bevor sie sich einer liebevollen Fahrzeugausstellung von alten Feuerwehrfahrzeugen wie dem Opel Blitz, aber auch neuen Fahrzeugen vom Technischen Hilfswerk und dem Rettungsdienst des Oberbergischen Kreises widmeten.

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