TIPPS
Umzug von München ins Umland: Was man unterschätzt
Zwei Halteverbote, Ummeldung, Kennzeichen, Kita und Pendeln: Worauf Sie beim Umzug von München nach Dachau und ins Umland achten sollten.
Raus aus München: Was man beim Umzug ins Umland unterschätzt
Irgendwann stellen sich viele Münchner die gleiche Frage: Bleiben wir in der Stadt oder ziehen wir ein Stück raus? Nach Dachau, Karlsfeld, Fürstenfeldbruck oder Freising zum Beispiel. Meistens geht es um Platz. Für das Geld, das man in der Stadt für drei Zimmer zahlt, bekommt man draußen oft ein Zimmer mehr oder sogar einen kleinen Garten.
Der Umzug selbst ist dann vielleicht nur 20 Kilometer lang. Organisatorisch ist er trotzdem eine andere Sache als ein Umzug von Schwabing nach Sendling.
Zwei Orte, zwei Behörden
Innerhalb von München ist für alles dieselbe Stadtverwaltung zuständig. Sobald man die Stadtgrenze überquert, hat man es mit zwei Stellen zu tun. Das merkt man vor allem beim Halteverbot.
Für den Umzugswagen braucht man vor der alten und vor der neuen Wohnung jeweils eine eigene Genehmigung. In München beantragt man sie bei der Stadt, draußen je nach Ort bei der Stadt, der Gemeinde oder dem Landratsamt. Die Schilder müssen außerdem ein paar Tage vorher stehen, sonst bleibt man im Zweifel auf dem falsch geparkten Auto sitzen. Mit einer Woche Vorlauf ist man knapp dran, zwei Wochen sind entspannter.
Viele Umzugsfirmen nehmen einem das ab. Bei Firmen, die in der Stadt sitzen und regelmäßig ins Umland fahren, etwa paultrans-muenchen.de, gehört das Beantragen des Halteverbots zum normalen Service. Wer selbst beantragt, sollte die beiden Anträge nicht auf den letzten Drücker stellen, denn die Bearbeitungszeiten sind nicht überall gleich.
Ummelden: zwei Wochen Zeit
Nach dem Einzug hat man zwei Wochen Zeit, sich am neuen Wohnort anzumelden. Abmelden in München muss man sich bei einem Umzug innerhalb Deutschlands nicht, das passiert automatisch mit der Anmeldung. Mitbringen sollte man den Ausweis und die Wohnungsgeberbestätigung vom Vermieter. Wer gekauft hat, stellt sie sich selbst aus.
Termine in den Bürgerbüros sind je nach Ort schnell weg. Am besten bucht man schon ein paar Wochen vorher, der Termin selbst muss dann aber nach dem Einzug liegen.
Das Auto: Das M darf bleiben
Wer an seinem Münchner Kennzeichen hängt, kann aufatmen. Man darf sein Kennzeichen bei einem Umzug behalten. Ändern lassen muss man trotzdem die Adresse im Fahrzeugschein, und zwar bei der Zulassungsstelle, die für den neuen Wohnort zuständig ist.
Den Bewohnerparkausweis braucht man dann nicht mehr, der gilt nur für die alte Adresse.
Pendeln wird gern schöngerechnet
Von Dachau fährt die S2 in rund 20 Minuten zum Hauptbahnhof. Das klingt super und stimmt auch. Dazu kommen aber der Weg zum Bahnhof, das Warten, das Umsteigen und die Tage, an denen auf der Stammstrecke gar nichts geht. Aus 20 Minuten werden so schnell 45 von Tür zu Tür.
Mit dem Auto wiederrum ist man ohne Stau schnell in der Stadt. Im Berufsverkehr ist das eine andere Geschichte, und in der Stadt braucht man dann noch einen Parkplatz.
Ein ehrlicher Tipp: Die Strecke vor dem Umzug einmal im echten Berufsverkehr testen. Also nicht am Sonntagnachmittag, sondern an einem ganz normalen Dienstag um halb acht.
Kinder: Kita und Schule neu anmelden
Einen Kitaplatz kann man nicht mitnehmen. Mit dem Umzug in eine andere Gemeinde beginnt die Suche von vorne, und im Umland sind Plätze oft nicht leichter zu bekommen als in der Stadt. Wer Kinder hat sollte sich deshalb früh bei der neuen Gemeinde melden.
Bei der Grundschule ist es in Bayern etwas einfacher, dort gilt der Schulsprengel. Mit der neuen Adresse steht also fest, welche Schule zuständig ist. Anmelden muss man das Kind trotzdem selbst.
Mehr Platz heißt nicht, dass alles passt
Wer aus einer Stadtwohnung in eine größere Wohnung oder ein Haus zieht, hat oft das umgekehrte Problem wie sonst: Es sind zu wenig Möbel da. Oder die alten passen nicht, weil das neue Haus Dachschrägen hat, eine enge Treppe oder eine ganz andere Raumaufteilung. Messen lohnt sich, vor allem bei großen Schränken und Sofas.
Gleichzeitig ist so ein Umzug eine gute Gelegenheit zum Ausmisten. Was in der alten Wohnung nur im Weg stand, muss nicht 20 Kilometer mitfahren.
Häufig passen auch die Termine nicht zusammen. Die alte Wohnung muss raus, die neue ist noch nicht frei, oder im Haus wird noch renoviert. Wer im Landkreis Dachau landet, plant das am besten gleich mit einer Firma vor Ort. Über paultrans.de lassen sich zum Beispiel Umzug, Entrümpelung und Einlagerung zusammen anfragen. Das spart viel Abstimmung, wenn für ein paar Wochen alles zwischengelagert werden muss.
Die Kosten: kurzer Weg heißt nicht billig
Viele gehen davon aus, dass ein Umzug über 20 Kilometer günstig sein muss. Die Strecke macht beim Preis aber nur einen kleinen Teil aus. Viel mehr zählen die Menge, die Stockwerke, die Wege zum LKW und eben die zwei Halteverbote.
Oft teurer als der Umzug selbst ist die doppelte Miete. Als Mieter hat man in der Regel drei Monate Kündigungsfrist. Wer die Kündigung ein bischen zu spät abschickt, zahlt schnell einen Monat doppelt.
Grober Zeitplan
- Drei Monate vorher: alte Wohnung kündigen, Pendelstrecke testen, bei der neuen Gemeinde wegen Kita nachfragen
- Vier bis sechs Wochen vorher: Umzugsfirma anfragen, Übergabetermine abgleichen, eventuell Einlagerung klären
- Spätestens zwei Wochen vorher: Halteverbote für beide Adressen beantragen, Termin im Bürgerbüro buchen
- Nach dem Einzug: innerhalb von zwei Wochen ummelden, Fahrzeugschein ändern, Schule anmelden
Wer diese Punkte früh erledigt, hat am Umzugstag selbst deutlich weniger Stress.