TIPPS

Prostata und Lebensqualität: Häufige Beschwerden erkennen und richtig einordnen

EXTERNER BEITRAG; 05.02.2026, 13:20 Uhr
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TIPPS

Prostata und Lebensqualität: Häufige Beschwerden erkennen und richtig einordnen

EXTERNER BEITRAG; 05.02.2026, 13:20 Uhr
Von der Prostatitis bis zum Prostatakarzinom: Dieser Überblick verrät Ihnen, welche Beschwerden bei der Prostata besonders häufig auftreten, wie sie sich bemerkbar machen und was Sie dagegen tun können.

Prostatabeschwerden erkennen: Nehmen Sie Ihre Prostatagesundheit besser nicht auf die leichte Schulter. Denn wie jedes andere Organ kann auch die Vorsteherdrüse erkranken und zwar nicht erst im hohen Alter.

Männer und der Besuch beim Arzt – so recht möchte beides nicht zusammenpassen. Insbesondere dann nicht, wenn es Probleme mit dem Wasserlassen gibt.  Viele Betroffene schämen sich für dieses typische Anzeichen des Alterns und scheuen daher den Gang zum Spezialisten.

Erst wenn die Komplikationen fortschreiten und Schmerzen den Alltag beeinträchtigen, vertrauen sie sich einem Experten an. Bis dahin kann die Prostatagesundheit allerdings schon stark in Mitleidenschaft gezogen worden sein.

 

Die Prostata – das innere Geschlechtsorgan des Mannes

 

Alle männlichen Säugetiere haben sie: die Prostata, die auch als Vorsteherdrüse bekannt ist. Sie gehört zu den inneren Geschlechtsorganen und ist dementsprechend anders als Hoden und Penis nicht von außen sichtbar. Dennoch wissen Mediziner, dass sie in Form und Größe ungefähr einer Kastanie entspricht – natürlich ohne Schale.

 

Die Prostata befindet sich unter der Harnblase. Möchten Ärzte sie im Rahmen einer Prostatauntersuchung abtasten, geschieht das über den Enddarm. Bereits diese Untersuchungsform kann dazu führen, dass manche Männer ihre Prostatagesundheit vernachlässigen. Schließlich empfinden es die meisten als sehr unangenehm oder gar peinlich, wenn ihnen der Arzt den Anus beziehungsweise den Enddarm abtastet.

 

Eine regelmäßige Untersuchung der Vorsteherdrüse ist jedoch wichtig. Nicht nur, um Prostatabeschwerden vorzubeugen. Die Prostata zählt zu den sogenannten Geschlechtsdrüsen. Sie bildet einen Teil des Spermas und nimmt daher Einfluss auf die Fortpflanzungsfähigkeit des Mannes.

Genauer gesagt, entsteht in der Drüse ein Sekret, das die Samenflüssigkeit verdünnt und die Lebensdauer der einzelnen Spermien verlängert. Wird dieser Prozess gestört, kann es zu einer direkten Beeinträchtigung der Zeugungsfähigkeit kommen.

 

Solche Störungen bleiben jedoch oftmals unbemerkt, da sie zunächst ohne Symptome ablaufen. Da ein Großteil der Männer selten einen Arzt aufsucht, wenn keine offensichtlichen Beschwerden vorliegen, können Prostataerkrankungen schlimmstenfalls weit fortschreiten, bevor sie entdeckt werden.

 

Die Prostatitis – eine Entzündung der Prostata

 

Zu den Prostatabeschwerden, die bereits in jungen Jahren auftreten können, gehört die Prostatitis. Das bedeutet, es kommt zu einer Entzündung des Drüsengewebes. Entweder durch Bakterien (bakterielle Prostatitis) oder durch bestimmte Substanzen aus dem Urin (abakterielle Prostatitis).

 

Typische Entzündungssymptome sind häufiger Harndrang sowie Schmerzen beim Urinieren. Schreitet die Prostatitis weiter fort, können sich Schmerzen beim Stuhlgang und beim Geschlechtsverkehr dazu gesellen. Schließlich zeigt sich ein dumpfes Schmerzgefühl im gesamten Unterleib.

 

Auch Fieber sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl sind bei einer entzündeten Prostata keine Seltenheit. 

 

Die Behandlung der Prostatitis

 

Bemerken Sie die genannten Symptome bei sich, sollten Sie frühzeitig Ihren Hausarzt oder einen Urologen aufsuchen. Nach einer Prostatauntersuchung verschreibt er Ihnen in Abhängigkeit von der Entzündungsursache Antibiotika. Um den Heilungsprozess bei einer akuten Prostatitis zu beschleunigen, sollten Sie möglichst viel Flüssigkeit zu sich nehmen — auf Alkohol und andere Genussmittel wie Zigaretten verzichten sie idealerweise.

 

Die Benigne Prostatahyperplasie – eine Vergrößerung der Vorsteherdrüse

 

Eine Prostatavergrößerung gehört zu den Prostatabeschwerden, deren Risiko mit zunehmendem Alter ansteigt. In Deutschland leiden etwa 25 Prozent der Männer über 50 Jahren an der ungewöhnlichen Zellvermehrung.

 

Die Vergrößerung der Vorsteherdrüse ist zwar meist gutartig. Dennoch kann sie mit unangenehmen Symptomen wie erschwertem Wasserlassen einhergehen. Denn sie liegt unterhalb der Harnblase und umschließt die Harnröhre. Beides wird eingeengt, wenn sich die Drüse im Umfang vermehrt.

 

Schlimmstenfalls kann es durch eine unbehandelte Prostatavergrößerung zu einem Harnverhalt kommen. Die Blase kann folglich nicht mehr (vollständig) entleert werden. Sobald sich der Verdacht eines Harnverhalts einstellt, gehen Sie möglichst zeitnah zu einem Urologen. Eine schnelle Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um dauerhafte Schäden an Nieren und Blase zu verhindern.

 

Die Behandlung der Benignen Prostatahyperplasie

 

Aufgrund der möglichen Folgen ist es essenziell, bereits bei den ersten Problemen beim Urinieren einen Arzt aufzusuchen. Stellt dieser eine Prostatavergrößerung fest, kann er diese medikamentös oder operativ behandeln.

 

Für einen langfristigen Behandlungserfolg bietet sich insbesondere die transurethrale Resektion an. Bei diesem minimalinvasiven Eingriff wird das überschüssige Prostatagewebe durch die Harnröhre entfernt.

 

Das Prostatakarzinom – das Krebsgeschwür in der Prostata

 

Eine Krebserkrankung in der Vorsteherdrüse zählt ebenfalls zu den häufigen Prostatabeschwerden. Genauer gesagt, handelt es sich in Deutschland um die verbreitetste Krebsart unter Männern. Im Gegensatz zu einer Prostatavergrößerung verläuft eine Krebserkrankung der Prostata lange Zeit vollkommen symptomlos. Erste Anzeichen zeigen sich erst im späten Stadium.

 

Neben erschwertem Wasserlassen und häufigem Harndrang können folgende Symptome auftreten:
 

  • Blut im Urin oder im Sperma
  • Schmerzen im Becken oder im unteren Rücken
  • Erektionsstörungen
     

Da diese Anzeichen unspezifisch sind – sich also auch bei anderen Krankheiten zeigen können – bleibt der Prostatakrebs lange unerkannt.

 

Die Behandlung des Prostatakarzinoms

 

Besteht der Verdacht eines Prostatakarzinoms, können die Ärzte für die exakte Diagnose einen PSA-Test (prostataspezifisches Antigen) über die Blutwerte oder eine Biopsie durchführen.

 

Bei einem positiven Befund werden Sie über die möglichen Behandlungen aufgeklärt. Diese  unterscheiden sich nicht nur altersabhängig — auch Art und Größe des Tumors nehmen auf die Behandlung Einfluss.

 

Häufige Maßnahmen sind eine Strahlentherapie sowie – im fortgeschrittenen Krebsstadium – eine Prostatektomie, also eine vollständige Entfernung der Vorsteherdrüse. Fallabhängig kann ebenfalls eine Hormontherapie infrage kommen.

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