Obstbäume richtig auswählen, pflanzen und schneiden.
Die Blätter färben sich bunt und fallen zu Boden. Die Luft wird kühler und feuchter. Der Herbst ist da. Und damit die richtige Jahreszeit, um neue Obstbäume in den Garten einziehen zu lassen. Denn nach dem Sommer haben auch sie den Großteil ihres Blattwerks schon verloren und können ihre gesamte Energie in die Wurzelbildung stecken.
Insbesondere für wurzelnackte Bäume – also jene, die ohne Erde angeboten werden – ist der Herbst die ideale Pflanzzeit.
Welche Obstbäume im Herbst in den Garten dürfen
Das eigene Obst aus dem Garten zu ernten und zu vernaschen, das ist natürlich eine feine Sache. Nicht umsonst bauen immer mehr Gartenbesitzer bereits seit dem Jahr 2014 selbst Obst und Gemüse auf dem eigenen Grundstück an.
Die Auswahl ist dabei groß. Das zeigt unter anderem das Angebot der fränkischen Baumschule Native Plants, die über 240 Sorten an Obstbäumen und Obststräuchern im Sortiment führt. Wer Obstbäume kaufen möchte, sollte sich daher zunächst überlegen, welche Sorte am besten zu den eigenen Ansprüchen passt.
Besonders geeignet für eine Pflanzung im Herbst sind dabei natürlich die Klassiker:
- Apfelbäume
- Kirschbäume und
- Birnbäume
Doch auch Nashi-Birnen, Pflaumen und Quitten können in der Herbstzeit in den Garten gesetzt werden. Das Einpflanzen funktioniert dabei bei den meisten Obstbäumen nach einem ähnlichen Prinzip:
- Das Pflanzloch sollte bereits eine bis zwei Wochen vor der geplanten Pflanzung ausgehoben werden.
- Die Erde aus dem Pflanzloch lässt sich wunderbar mit Kompost oder organischem Dünger anreichern. Durch diese Kombination erhält der Obstbaum später ausreichend Nährstoffe.
- Bevor der Baum in das Loch gesetzt wird, nicht vergessen, rund die Hälfte der ausgehobenen Erde wieder einzufüllen.
- Anschließend kommt der Obstbaum ins Loch. Aber Achtung, nur der Wurzelballen gehört in die Erde. Die Veredelungsstelle – die dickliche Stelle im unteren Bereich des Stamms – muss aus dem Pflanzloch herausragen.
- Anschließend wird der Wurzelballen mit der restlichen Pflanzerde bedeckt. Sie kann nach dem Einpflanzen festgetreten werden.
- Damit der junge Baum einem starken Herbstwind standhalten kann, ergibt es Sinn, ihn mit einem Pfahl zu stabilisieren. Dieser wird einfach am Stamm festgebunden.
- Zum Schluss braucht der neu gepflanzte Obstbaum einen kräftigen Schuss Wasser.
Tipp: Rund um den Baum lässt sich Rindenmulch verteilen. Dieser verhindert, dass sich in der Nähe des Stamms Unkraut ansiedelt, das dem Obstbaum die Nährstoffe streitig macht.
Darf man Obstbäume im Herbst auch schneiden?
Wer viel Obst und Gemüse zu sich nimmt, soll laut Studien zufriedener sein. Wenn das kein guter Grund ist, Früchte aus dem eigenen Garten zu genießen. Damit diese an einem Obstbaum gut wachsen, benötigt dieser allerdings einen regelmäßigen Rückschnitt.
Dabei werden die meisten Obstbäume, vor allem Kernobst, im Spätsommer oder im Winter geschnitten. Steinobstbäume dagegen – Pflaumen, Kirschen oder Mirabellen – profitieren von einem Rückschnitt direkt nach der Ernte im Herbst. Denn diese Maßnahme kann Pilzkrankheiten vorbeugen.
Unabhängig von der Obstsorte funktioniert der Schnitt auf eine ähnliche Art und Weise. Er sollte der Baumkrone die Form einer Pyramide verleihen: oben schmal und nach unten immer breiter. Denn nur dadurch gelangt ausreichend Licht an den unteren Teil der Bäume.
Wichtig ist außerdem: Der Leittrieb in der Mitte sollte stets der höchste Punkt des Baums sein. Vor allem bei jungen Bäumen sind daneben nur drei bis vier weitere Leittriebe sinnvoll, da sie ansonsten zu verzweigt wachsen.