TIPPS
Gut krankenversichert in der Schweiz: Zusatzversorgungen machen es möglich
Das Gesundheitssystem in der Schweiz funktioniert etwas anders als das in Deutschland. Es gibt eine Basis-Grundversorgung für jeden Schweizer Bürger, die über die Krankenkasse abgedeckt ist. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, weitere Zusatzleistungen über die sogenannte private Krankenkasse in Anspruch zu nehmen.
Das Schweizer Gesundheitssystem
In der Schweiz gibt es eine obligatorische Grundversicherung (laut Krankenversicherungsgesetz KVG). Jeder Einwohner der Schweiz kann aus insgesamt rund 60 Krankenkassen wählen, die in der Grundversicherung identische Leistungen anbieten müssen. Die monatlichen Beitragszahlungen sind anders als in Deutschland unabhängig vom Einkommen, sondern werden anhand des Alters, des Wohnort und des gewählten Selbstbehalts (Franchise) festgelegt.
Franchise steht für den Betrag, den Versicherte jährlich selbst zahlen müssen, bevor die Krankenversicherung die Kosten von medizinischen Leistungen (Arztbesuche, Medikamente, Behandlungskosten) übernimmt. Mit einem hohen Franchise lässt sich bei den monatlichen Versicherungsbeiträgen sparen. Im Falle einer längeren Erkrankung entsteht jedoch ein höheres Kostenrisiko, da der Selbstbehalt höher ausfällt.
Um dieser Sorge vorzubeugen und im Ernstfall gut abgesichert zu sein, entscheiden sich viele Schweizer für eine private Krankenkasse als Zusatzleistung.
Das ist die private Krankenkasse
Private Krankenkassen erweitern in der Schweiz den Basis-Schutz der Krankenkassen um weitere exklusive Zusatzleistungen und bieten damit maximalen Schutz und Komfort, wenn es darauf ankommt.
Die Vorteile einer privaten Krankenkasse sind:
- Freie Spitalwahl in der gesamten Schweiz: Patienten entscheiden selbst, in welchem Krankenhaus sie behandelt werden wollen, unabhängig vom Wohnkanton.
- Freie Arztwahl: Freie Wahl des Ärzteteams, ChefarztBehandlung auf Wunsch möglich, garantierte Facharztbehandlung jederzeit.
- Unterbringung in Einzelzimmern (in der Schweiz auch „private Abteilung“ genannt): Ohne Zusatzversicherung kann ein Einzelzimmer in der Schweiz zwischen 7001000 CHF pro Nacht kosten.
- Schnellere Terminvergabe: Bevorzugter Zugang zu Terminen bei Spezialisten und Fachärzten. Somit deutlich verkürzte Wartezeiten und schnellere Behandlungserfolge.
- Organisation: Private Krankenkassen bieten Unterstützung bei der Vereinbarung und Koordination von Terminen. Sie kümmern sich darum, dass alles reibungslos abläuft.
Eine private Krankenkasse ist eine Premium-Krankenversicherung, die für alle Fälle vorsorgt. Patienten erhalten ohne weitere Zusatzkosten eine umfangreiche medizinische Betreuung und Versorgung im Krankenhaus und bei Fachärzten vor Ort. Vor allem, wenn ein längerer Krankenhausaufenthalt oder eine lange Behandlung geplant sind, macht diese Zusatzversorgung Sinn.
Es ist möglich, dass vor dem Abschluss einer privaten Krankenkasse eine Gesundheitsprüfung erfolgt oder Gesundheitsfragen beantwortet werden müssen. Bei der Grundversicherung der Schweiz hingegen darf niemand abgelehnt werden.
Unterschiede zur deutschen Krankenversicherung
Zur Erinnerung: Das Gesundheitssystem der Schweiz basiert auf dem Franchise-Konzept und ist anders als in Deutschland nicht einkommensabhängig.
Eine rein private Krankenversicherung wie in Deutschland, gibt es in der Schweiz nicht. Hier ist zunächst jeder Bürger gesetzlich versichert. In der Schweiz ist dann die Rede von privat versichert, wenn neben der Grundversicherung eine weitere private Zusatzversicherung besteht. In Deutschland hingegen sind Versicherte entweder gesetzlich oder privat krankenversichert und werden direkt anhand dieses Merkmals unterschieden – sie sind in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) oder privaten Krankenversicherung (PKV) versichert.
Die Grundversicherung in der Schweiz deckt einige Behandlungskosten grundsätzlich nicht ab. Somit müssen beispielsweise für Zahnbehandlungen oftmals Zusatzversicherungen abgeschlossen werden. In Deutschland sind grundlegende zahnärztliche Behandlungskosten (Kariesbehandlungen, Füllungen) über die gesetzliche Krankenkasse abgedeckt.
Besonders für Familien interessant: In der Schweiz ist jeder Bürger einzeln versichert. Kinder sind nicht über eine Familienversicherung automatisch mitversichert, sondern werden einzeln bei der Krankenkasse angemeldet.