TIPPS

Der Energieausweis: Warum das Dokument im Oberbergischen Kreis immer wichtiger wird

EXTERNER BEITRAG; 31.03.2026, 09:59 Uhr
TIPPS

Der Energieausweis: Warum das Dokument im Oberbergischen Kreis immer wichtiger wird

EXTERNER BEITRAG; 31.03.2026, 09:59 Uhr
Wer im Oberbergischen Kreis ein Haus verkauft oder eine Wohnung neu vermietet, muss sich heute auch mit dem Thema Energieausweis auseinandersetzen. Das Dokument informiert über den energetischen Zustand eines Gebäudes und gehört inzwischen zum festen Bestandteil vieler Immobilienanzeigen.

Für viele Eigentümer:innen wirkt das lediglich wie zusätzliche Bürokratie. Jedoch liefert der Energieausweis wichtige Informationen, sowohl für Käufer:innen als auch für Mieter:innen. Gerade in einer Region mit vielen älteren Wohnhäusern spielt diese Bewertung eine besondere Rolle. In Städten wie Gummersbach, Wiehl, Bergneustadt oder Wipperfürth entstand ein großer Teil des heutigen Wohnbestands in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals galten noch andere energetische Anforderungen als heute.

Wer eine solche Immobilie verkaufen oder vermieten möchte, muss deshalb einige Vorgaben beachten.

 

Gesetzliche Grundlage durch das Gebäudeenergiegesetz

 

Die Pflicht zum Energieausweis ergibt sich aus dem Gebäudeenergiegesetz, kurz GEG. Dieses Gesetz gilt seit November 2020 und bündelt mehrere frühere Regelwerke zur Energieeffizienz von Gebäuden. Dazu gehörten unter anderem die Energieeinsparverordnung und das Energieeinspargesetz.

Das GEG verpflichtet Eigentümer:innen dazu, bei Verkauf, Vermietung oder Verpachtung eines Gebäudes einen gültigen Energieausweis vorlegen zu müssen. Bestimmte Kennwerte müssen sogar bereits in Immobilienanzeigen erscheinen. Diese umfassen die Energieeffizienzklasse, den Energiekennwert, das Baujahr des Gebäudes sowie den Energieträger der Heizung.

Spätestens bei einer Besichtigung muss der Energieausweis dann den Interessenten vorgelegt werden. Kommt ein Vertrag zustande, erhalten die Käufer:innen oder Mieter:innen eine Kopie.

 

Zwei Varianten des Energieausweises

 

In Deutschland existieren zwei Formen dieses Dokuments. Der Verbrauchsausweis basiert auf den tatsächlichen Energieverbrauchsdaten der vergangenen drei Jahre. Die Grundlage für ihn bilden Heizkostenabrechnungen oder vergleichbare Verbrauchswerte.

Für den Bedarfsausweis wird der Energiebedarf eines Gebäudes rechnerisch ermittelt. In diese Bewertung fließen Bauweise, Dämmung, Fenster, Dach und Heiztechnik ein. Die Methode ist also unabhängig von dem individuellen Heizverhalten der Bewohner:innen.

Welche Variante zulässig ist, hängt unter anderem von dem Baujahr und der Anzahl der Wohneinheiten ab. Gerade bei älteren Häusern mit wenigen Wohnungen ist häufig ein Bedarfsausweis erforderlich.

 

Digitale Wege erleichtern die Beantragung

 

Auch der Weg zum Energieausweis hat sich verändert. Früher wurden viele Angaben über Papierformulare und persönliche Termine abgewickelt. Mittlerweile nutzen jedoch immer Energieausweis mehr Eigentümer:innen dafür digitale Verfahren.

Die Möglichkeit, den Energieausweis online zu erstellen, erlaubt es, die erforderlichen Gebäudedaten über digitale Formulare zu übermitteln. Dazu gehören beispielsweise Baujahr, Wohnfläche, Heizungsart oder Informationen zur Dämmung.

Der rechtliche Rahmen bleibt dennoch klar: Energieausweise dürfen nur von qualifizierten Fachleuten ausgestellt werden, also von Architekt:innen, Ingenieur:innen oder entsprechend ausgebildeten Energieberater:innen.

Der Energieausweis ist dann in der Regel zehn Jahre gültig − sofern an dem Gebäude keine grundlegenden energetischen Veränderungen vorgenommen werden.

 

Besonders relevant für ältere Gebäude im Oberbergischen Kreis

 

Im Oberbergischen Kreis spielt der Energieausweis eine besonders wichtige Rolle, da der Gebäudebestand vielerorts älter ist. In zahlreichen Gemeinden wurden Einfamilienhäuser vor mehreren Jahrzehnten errichtet − also zu einer Zeit mit geringeren energetischen Anforderungen.

Der Energieausweis ordnet Gebäude einer Effizienzklasse von A+ bis H zu. Diese Skala ermöglicht Interessent:innen einen schnellen Vergleich zwischen verschiedenen Immobilien. Für Käufer:innen oder Mieter:innen ist damit eine erste Einschätzung der zukünftigen Energiekosten möglich.

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