SPORTMIX

Nach Weltklasse-Krimi: Final-Traum platzt gegen Düsseldorf

pn; 31.05.2026, 09:26 Uhr
Fotos: Peter Notbohm ---- Mit hängenden Köpfen verabschiedeten sich die Schwalbe-Profis nach dem 2:3-Halbfinalaus gegen Borussia Düsseldorf von ihren Fans.
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Nach Weltklasse-Krimi: Final-Traum platzt gegen Düsseldorf

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pn; 31.05.2026, 09:26 Uhr
Bergneustadt/Frankfurt – Der TTC Schwalbe Bergneustadt unterliegt im Halbfinale des Final Four-Turniers mit 2:3 – In einem Wechselbad der Gefühle stand die Tür zum Endspiel zwischenzeitlich weit offen.

Von Peter Notbohm

 

Die Enttäuschung stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Der TTC Schwalbe Bergneustadt ist im Halbfinale der Playoffs der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) ausgeschieden. Das Team um Topstar Benedikt Duda unterlag beim Final Four in Frankfurt Rekordmeister Borussia Düsseldorf in einem Marathonmatch über vier Stunden mit 2:3. „Natürlich ist die Enttäuschung riesengroß, wir waren sehr nah dran. Im Nachhinein können wir uns nichts vorwerfen“, sagte Duda nach dem Match.

 

[Erst im Doppel fiel die Entscheidung zugunsten von Borussia Düsseldorf.]

 

In der Kabine der Schwalben hingen alle Köpfe ganz tief, wie Trainer Frederik Duda verriet: „Wir haben gerade einen Riesenfight geliefert. Wir waren der Wunschgegner von Düsseldorf, ich glaube jetzt danach nicht mehr.“ Die Borussia hatte als Sieger der Hauptrunde das Recht zwischen dem Tabellendritten und dem Tabellenvierten zu wählen und sich für die Oberberger entschieden, um Saarbrücken aus dem Weg zu gehen.

 

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[Romain Ruiz konnte Anton Källberg am Ende nur über zweieinhalb Sätze ärgern.]

 

Die Fans in der schwülwarmen Süwag Energie ARENA erlebten in der Mainmetropole ein wahres Wechselbad der Gefühle in nahezu jedem Satz. Bergneustadt schnupperte zwischenzeitlich sogar an der Überraschung, als Duda bei einer 2:1-Führung die ersten beiden Sätze gegen Anton Källberg gewann und mit 2:0 aussichtsreich in Führung lag. Doch es kam anders. Der Schwede stellte sein Aufschlagspiel um, was zum Genickbruch für die deutsche Nummer 13 der Welt wurde.


Duda gelang in den drei folgenden Sätzen keine einzige Führung mehr und wurde vom Düsseldorfer schließlich mit 3:2 niedergerungen, wodurch die Borussen sich in das Doppel retteten. Er sei fix und fertig, körperlich und mental, sagte Källberg im Anschluss: „Trotzdem habe ich nach dem 0:2 noch daran geglaubt und hatte am Ende das Quäntchen Glück auf meiner Seite.“

 

[Benedikt Duda und Frederik Duda im OA-Interview nach dem Match.]

 

Schon das erste Duda-Match gegen seinen Nationalmannschaftskollegen Dang Qiu verlief hochdramatisch. Im ersten Satz führte der Bergneustädter bereits 10:5, gab den Durchgang aber mit 10:12 ab. Satz zwei wirkte wie eine Doublette. Erneut führte Duda 10:5, ehe Dang Qiu die nächste Aufholjagd begann. Diesmal rettete aber der Schwalbe-Spieler den Durchgang mit 12:10 aber ins Ziel. Auch die weiteren drei Sätze hätten in beide Richtungen ausschlagen können. Die rund 70 mitgereisten Schwalbe-Fans, die sich in der längst nicht ausverkauften Arena lautstark bemerkbar machten, erlebten ein Match auf absolutem Weltklasseniveau, in dem Duda sich letztlich durchsetzte und zum zwischenzeitlichen 1:1 ausglich.

 

[Benedikt Duda zeigte zwei absolute Weltklasseleistungen und heizte die mitgereisten Schwalbe-Fans an.]

 

Zuvor hatte Romain Ruiz gegen Anton Källberg das erste Match des Tages verloren. Nach zwei umkämpften ersten Sätzen, in denen der Franzose immer wieder mit seiner Explosivität punkten konnte, lag Ruiz im dritten Durchgang bereits 5:0 in Führung. Auch hier hatte Källberg sein Aufschlagspiel nun umgestellt, konnte den Bergneustädter anschließend besser lesen und gewann den Satz noch mit 11:7. Den vierten Satz dominierte der Schwede dann nach Belieben. Schwalbe-Trainer Frederik Duda war beeindruckt: „Im vierten Satz kann man Romain nichts vorwerfen. Da hat Anton überragend gespielt.“

 

Überragend war aber auch der Auftritt von Leo de Nodrest (Foto). In seinem letzten Match für Bergneustadt warf der Franzose vor seinem Wechsel in den Pariser Stadtteil Brulle noch einmal alles rein und gewann gegen den US-Amerikaner Kanak Jha mit 3:2. Nicht nur Schwalbe-Teamchef Heinz Duda war begeistert und sprach von „einer fantastischen Leistung“. Am Ende musste daher das Doppel entscheiden, in das Düsseldorf favorisiert ging und dem Druck auch standhielt. Zwar gewannen de Nodrest und Adrien Rassenfosse den ersten Satz gegen Dang Qiu und Li Yongyin überraschend deutlich, waren in den Folgesätzen aber klar unterlegen.

 

„Am Ende macht Geld doch Punkte“, haderte Heinz Duda mit dem Ergebnis. Für Bergneustadt war es die beste Saison der Vereinsgeschichte. Erst zum zweiten Mal überhaupt hatte der Club nach 2019 die Playoffs erreicht, eine bessere Hauptrunde wurde noch nie gespielt. Trotzdem musste Trainer Frederik Duda zunächst einmal das unglückliche Aus verarbeiten und sprach von „purer Enttäuschung“, gleichzeitig aber auch „dem Stolz auf eine überragende Saison“. Dem stimmte auch Benedikt Duda zu: „Wir haben eine super Saison gespielt und haben es ins Final Four geschafft. Darauf können wir echt stolz sein.“

 

Im Endspiel trifft Borussia Düsseldorf am heutigen Sonntag auf 1. FC Saarbrücken TT. Der Champions League-Sieger bezwang im zweiten Halbfinale, das aufgrund des Bergneustädter Krimis deutlich später begann, Werder Bremen mit 3:1.

 

Borussia Düsseldorf – TTC Schwalbe Bergneustadt 3:2
Anton Källberg – Romain Ruiz 3:1 (10:12, 11:9, 11:7, 11:3)
Dang Qiu – Benedikt Duda 2:3 (12:10, 10:12, 11:9, 9:11, 9:11)
Kanak Jha – Leo de Nodrest 2:3 (11:2, 9:11, 11:9, 8:11, 5:11)
Anton Källberg – Benedikt Duda 3:2 (9:11, 6:11, 11:6, 11:7, 11:8)
Dang Qiu/Li Yongyin – Leo de Nodrest/Adrien Rassenfosse 3:1 (5:11, 11:4, 11:7, 11:6)

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