SPORTMIX

Ausreißer Pithie siegt bei „Rund um Köln“

pn; 17.05.2026, 17:08 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung ---- Laurence Pithie (r.) gewann am den Radklassiker "Rund um Köln".
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Ausreißer Pithie siegt bei „Rund um Köln“

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pn; 17.05.2026, 17:08 Uhr
Köln/Wipperfürth – Der Neuseeländer gewinnt die 108. Auflage des Klassikers – Eine dreiköpfige Ausreißergruppe rettet ihren Vorsprung ins Ziel - Silas Koech holt am Agathaberg wichtige Punkte für die Bergwertung.

Von Peter Notbohm

 

Laurence Pithie (23) hat die 108. Auflage des Klassikers „Rund um Köln“ gewonnen. Nach 193 Kilometern war der Neuseeländer vom deutschen Team Red Bull Bora-hansgrohe der stärkste Sprinter in einer dreiköpfigen Ausreißergruppe, die sich etwa 45 Kilometer vor dem Ziel vor der fünften und letzten Bergwertung in Bergisch Gladbach Sand vom Peloton abgesetzt hatte. Zweiter wurde der Brite Alfred Brockwell Wright (26) vom Team Pinarello – Q36,5 aus der Schweiz. Platz drei ging an den Belgier Aimé de Gendt (31), ebenfalls vom Team Pinarello – Q36,5.

 

De Gendt hatte auf den letzten Metern als Erster den Schlusssprint angezogen. Wright konterte, aber Pithie hatte letztlich die frischesten Beine, saugte sich im Windschatten des Briten an und fand eine Lücke zwischen seinen beiden Kontrahenten. Der Neuseeländer profitierte auch davon, dass die beiden Pinarello-Fahrer deutlich mehr Führungsarbeit im Rahmen der Ausreißergruppe absolviert hatten. Er überquerte die Ziellinie nach 4:12:36 Stunden.

 

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„Das Heimrennen war heute sehr wichtig für unser Team und ich bin absolut glücklich, dass ich gewinnen konnte. Es war ein hartes Rennen. Die Jungs sind eine hohe Schlagzahl gefahren. Wir haben versucht, das Peloton auf Distanz zu halten. Um ehrlich zu sein haben die Jungs den Großteil der Arbeit erledigt und ich habe mich eher im Hintergrund gehalten. Aber es hat sich am Ende ausgezahlt“, sagte der Sieger im Anschluss an das Rennen.

 

[Julian Borresch war vornehmlich im Hauptfeld unterwegs.]

 

Wright, für den es das beste Ergebnis in diesem Jahr war, äußerte Verständnis für die Taktik seines Konrahenten: „Der Haufen hinter uns war hart für uns. Wir konnten deshalb keine Spielchen mit Pithie spielen. Ich habe mein Bestes gegeben, konnte ihn im Sprint aber nicht mehr besiegen. Ich bin aber zufrieden mit dem zweiten Platz nach dem schlechten Start in die Saison.“ De Gendt beklagte hingegen die mangelnde Führungsarbeit des späteren Siegers: Fred und ich haben einminütige Führungsabschnitte gemacht, und Pithie zehn Sekunden. Ich glaube, er hat dabei ein bisschen gespielt.“

 

Bester Deutscher wurde Tobias Müller (22) vom Team Unibet-Rose Rockets, der den Massensprint des Pelotons gewann, das mit sechs Sekunden Rückstand die Ziellinie überquerte. Als Fünfter kam der im Vorfeld favorisierte Belgier Jordi Meeus (27) im Kölner Hafen an. Der Gummersbacher Julian Borresch (24) vom Team Rembe Radnet fuhr im Hauptfeld ein weitgehend unauffälliges Rennen und kam auf Platz 64 mit 29 Sekunden Rückstand ins Ziel. Auch Lokalmatador Nils Politt (32) startete auf den Schlusskilometern keine Angriffe mehr. Der Kölner ließ das Rennen ausrollen und wurde 54.

 

 

[Schon früh setzte sich eine fünfköpfige Ausreißergruppe um Silas Koech (v.l.) ab. Am Agathaberg kämpfte das Quintett um Punkte für die Bergwertung.]

 

Spannend waren auch die Kämpfe um die Berg- und die Sprintwertung. Schon zu Beginn des Rennens hatte sich eine fünfköpfige Ausreißergruppe um Ole Theiler, Silas Koech, Michael Kukrle, Joshua Amos Gudnitz und Rik van der Wal gebildet, die bei nasskalten Temperaturen phasenweise einen Vorsprung von fast drei Minuten herausfahren konnten. Bei den Bergwertungen am Ferrenberg, am Agathaberg und in Sand hatte Silas Koech (22) jeweils die stärksten Beine und holte sich damit neun Punkte.

 

[Der Kölner Nils Politt versuchte mehrfach im Hauptfeld Tempo zu machen. Sein Ausreißerversuche wurden aber immer wieder direkt eingefangen.]

 

Zwar wurde das Quintett anschließend vom Peloton geschluckt, der Vorsprung des in Bonn lebenden Nachwuchsfahrers reichte aber aus, um sich das Trikot des besten Bergfahrers zu schnappen. Auch das Trikot für den schnellsten Sprinter ging an den Deutschen. Koech und Ole Theiler holten jeweils fünf Punkte bei den drei Sprintwertungen. Bei Punktgleichheit entscheidet die Platzierung im Gesamtklassement. Hier landete Koech als 26. deutlich vor Theiler, der 124. wurde.

 

An der Strecke war besonders auf den ersten Kilometern deutlich weniger als im Vorjahr los. Das lag vor allem am leichten Regen, der auch den Fahrern teilweise zu schaffen machte. Spätestens als die Strecke auf oberbergischen Boden kam, trockneten die Straßen aber zunehmend ab. Eventpoints gab es in diesem Jahr in Agathaberg, Thier, Wipperfeld und der Altstadt von Wipperfürth. Mit über 8.675 Teilnehmern stellten die Organisatoren in diesem Jahr den nächsten Teilnehmerrekord auf. Besonders die beiden Jedermannrennen Velodom 60 und 120 waren äußerst beliebt. Beim Eliterennen starteten 141 Fahrer aus 23 Teams.

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