SPORTMIX
570 Teilnehmer machten Aggertalsperre zur Schwimmarena
Gummersbach - Zum siebten Mal trafen sich Freiwasserschwimmer aus ganz Deutschland im Oberbergischen.
Schon zum siebten Mal mutierte die Aggertalsperre am Wochenende zur großen Schwimmarena. Hier richteten der ASC Gummersbach und der TuS Derschlag in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Schwimmverband (DSV), dem Schwimmbezirk Mittelrhein (SBM) und dem Schwimmbezirk Aachen (SB Aachen) die Internationalen offenen Aachen-/Mittelrhein-Meisterschaften und die Deutschen Masters-Meisterschaften im Freiwasserschwimmen aus.
Dass die Sportart sich weiterhin großer Beliebtheit erfreut, bewiesen 570 Schwimmerinnen und Schwimmer, die trotz des parallel stattfindenden Köln-Triathlons den Weg nach Lantenbach gefunden hatten. Aus ganz Deutschland und teilweise sogar aus dem Ausland waren die Starter angereist. Die jüngsten Teilnehmer waren gerade einmal zwölf Jahre alt, Petra und Lothar Henn vom TSK Breckerfeld waren mit 76 Jahren die ältesten Starter.
Prominenteste Teilnehmerin war Alisa Fatum-Böker. Die mehrfache Welt- und Europameisterin aus Leipzig ist derzeit die schnellste Eisschwimmerin der Welt. In der sommerlichen Aggertalsperre holte sie sich über die 1.250, die 2.500 und die 5.000 Meter jeweils den Sieg in der Altersklasse 30.
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[Grünberg (unteres Foto l.) war nicht nur Teilnehmer, sondern auch Helfer beim Freiwasserschwimmevent in der Aggertalsperre.]
Zu den Athleten, die sich am Samstag und Sonntag teilweise sogar mehrfach in die Fluten stürzten, gehörte auch Nils Grünberg. Der Schwimmer des ASC Gummersbach schlug auf den 500 Meter Freistil nach acht Minuten an, was für Platz 16 reichte. „Das Wasser war schön knackig kalt, es hat aber richtig Spaß gemacht. Es ist schön, dass es jetzt schon zum siebten Mal hier in der Aggertalsperre stattfindet“, meinte der 27-Jährige, der auch neben dem Wasser zu den zahlreichen Helfern gehörte.
Zu den weiteren Wettbewerben gehörten die Distanzen über 1.250, 2.500, 5.000 sowie 7.500 Meter und als Königsdisziplin die 10.000 Meter. Ein besonderes Highlight war für viele Hobbyschwimmer auch in diesem Jahr wieder das Volksschwimmen über die 1.250 und die 2.500 Meter am Sonntag, an dem auch Sportler ohne Vereinszugehörigkeit teilnehmen dürfen.
[Um ihre Zeit gewertet zu bekommen, müssen die Schwimmer im Ziel abklatschen.]
Auch das Wetter spielte am Wochenende wieder mit: Die Schwimmer bekamen von Wettergott Petrus noch einmal die letzten Sonnenstrahlen des Sommers geschickt. Auch die Wassertemperatur lag bei 21 Grad – nahezu optimale Bedingungen für die Langstreckenschwimmer, die ihre Neoprenanzüge damit nicht anziehen durften.
Nicht kleiner wird der Organisationsaufwand des Events für das Ausrichterteam rund um Ruth Uessem (ASC Gummersbach). „Ohne die vielen Helfer würde das nicht funktionieren“, sagt sie. Während der ASC Gummersbach sich um das Wettkampfgeschehen kümmerte, übernahm die Schwimmabteilung des TuS Derschlag die Versorgung alle Schwimmer und Kampfrichter über eine Cafeteria. Als Start- und Zielbereich dient der Jugendzeltplatz in Lantenbach, der vom Verein für soziale Dienste Bergneustadt betrieben wird.
Auch der Aggerverband und die DLRG Oberberg, die mit 44 Frauen und Männern vor Ort war, waren involviert, um die Strecken abzumessen, mit Bojen abzustecken und die Sicherheit in der Talsperre zu gewährleisten. Unter anderem gilt es dafür zu sorgen, dass sich Schwimmer und andere Freizeitsportler, die auf der Agger unterwegs sind, nicht ins Gehege kommen. Während der Wettkämpfe werden die Athleten von sechs Booten mit Helfern und Schiedsrichtern begleitet und beaufsichtigt. Zusätzlich hatte die Behindertensportgemeinschaft Gummersbach (BSG) ihr Motorboot zur Verfügung gestellt.
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[Gummersbachs Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit (hier mit Organisatorin Ruth Uessem) war schwer beeindruckt von den sportlichen Leistungen in der Aggertalsperre. Er gab den Startschuss für das Volksschwimmen über die 2.500 Meter und durfte das Rennen vom Motorboot aus beobachten.]
Cheforganisatorin Uessem, die mit der Vorbereitung schon Anfang des Jahres begonnen hatte, zog ein insgesamt positives Fazit der Meisterschaften. „Wir haben sehr viele positive Rückmeldungen bekommen“, sagt sie. Trotzdem gebe es immer etwas zu verbessern: „Auch wenn wir nicht jedes Mal die Deutsche Meisterschaft dabeihaben, müssen wir uns etwas überlegen, was die Wartezeiten am Start und die Auswertung der Schwimmzweiten anbelangt.“ Einer der wenigen Kritikpunkte war, dass manche Starter bis zu 20 Minuten warten mussten, ehe sie sich ins kühle Nass stürzen durften. Zusätzlich überlegen die Veranstalter bei der Zeitnahme künftig mit Transpondern zu arbeiten, was allerdings auch Mehrkosten bedeuten würde.
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