SOZIALES

Jeden Tag ein Türchen für Barrierefreiheit öffnen

bv; 03.12.2019, 15:24 Uhr
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Bild: Bernd Vorländer --- Auf die Bedürfnisse von behinderten Kindern und Jugendlichen weist ein Adventskalender auf der Serv In Facebookseite hin, den Anne Skribbe (Bild) gemeinsam mit Dorothee Nohn initiiert hat.
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Jeden Tag ein Türchen für Barrierefreiheit öffnen

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bv; 03.12.2019, 15:24 Uhr
Oberberg – Die Servicestelle für außerschulische Inklusion (Serv.In) hat einen ganz besonderen Adventskalender gestaltet, um auf die Bedürfnisse von behinderten Kindern und Jugendlichen aufmerksam zu machen.

Von Bernd Vorländer

 

Inklusion ist in aller Munde. Von Integration reden viele, sie auch praktisch umzusetzen, ist viel schwieriger. „Da müssen wir sehr oft immens dicke Bretter bohren“, sagt Anne Skribbe, die zusammen mit ihrer Kollegin Dorothee Nohn in Trägerschaft der Katholischen Jugendagentur für die Servicestelle für außerschulische Inklusion in Oberberg (Serv.In) tätig ist. Zwar gibt es eine UN-Behindertenrechtskonvention oder auch den Willen der NRW-Landesregierung Inklusion in der Regelschule umzusetzen, doch die Praxis folgt eben oft nicht den hehren Zielen.

 

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Hindernisse und Barrieren für behinderte Kinder und Jugendliche bestehen jeden Tag – ganz praktisch und in den Köpfen der Mitmenschen. Serv.In will in diesem Zusammenhang sensibilisieren, versteht sich als Mittler zwischen Wünschen und Ideen der Kinder und ihrer Eltern einerseits sowie Vereinen und Institutionen andererseits. Man sucht nach passenden Freizeitangeboten für behinderte Kinder und Jugendliche, prüft in vielen Fällen die Barrierefreiheit, berät Kinder, Eltern wie auch Anbieter und Träger von Ferien-, Sport- und Freizeitangeboten.

 

„Wir verstehen uns als Barrierre-Abbauer“, sagt Anne Skribbe, die jeden Tag erlebt, dass die inklusive Wirklichkeit etwas anderes ist, als die wortreichen Konzepte der Politik. Es gebe viele Berührungsängste, teils schlage ihr sogar offene Ablehnung entgegen, wenn sie etwa nach sportlichen Angeboten für Kinder und Jugendliche frage. Dabei gebe es vielfach durchaus Möglichkeiten, die oft nicht auf den ersten Blick gesehen würden. „Wir klären dann auf, und wenn das Wesen der Inklusion und bestimmte Bedürfnisse verstanden worden sind, geht vieles wesentlich einfacher“, hat Skribbe erfahren. Teilhabe von Behinderten in der Mitte der Gesellschaft und dafür Aufmerksamkeit schaffen - das ist ihr Ziel, dem sie sich mit Hingabe widmet. Für die Aktion eines Gartenprojekts in ihrer Wohnort-Nähe hatte sich beispielsweise vor Kurzem auch eine behinderte Jugendliche gemeldet, die im Rollstuhl sitzt. Nachdem dort auf Empfehlung der Serv.In-Mitarbeiterinnen auch Hochbeete umgesetzt wurden, kann das Mädchen jetzt mit anderen Jugendlichen an der Gartenfreude teilhaben. „Manches geht so einfach“, ist Skribbe überzeugt.

 

Aber gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Die Frage, wie man die Rechte der Menschen mit anderen, als körperlichen Behinderungen umsetze, werde oft kaum beachtet und nicht beantwortet. Auch die Inklusion in der Regelschule komme häufig gar nicht über den Status des guten Willens hinaus. Nicht selten seien dort behinderte Kinder isoliert, weiß Skribbe aus ihrer täglichen Arbeit. Es gelte, nicht nur bauliche Maßnahmen zur Aufnahme behinderter Schüler zu schaffen. Die gesamte Schule müsse anders organisiert werden und einen anderen Geist atmen, wolle man die Inklusion in der Regelschule zum Erfolg führen, ist die Serv.In-Mitarbeiterin überzeugt. „Inklusion ist eine Willenssache“, sagt Skribbe unmissverständlich.

 

Um auf die Problematiken aufmerksam zu machen, hat Serv.In einen besonderen Adventskalender gestaltet. Seit dem 1. Dezember wird auf Facebook und Instagram (unter Serv In) jeden Tag ein Türchen für Barrierefreiheit geöffnet, um auf die Schwierigkeiten hinzuweisen, die behinderte Kinder und Jugendliche haben, wenn sie am Leben teilhaben wollen.

 

Hier geht es zum Serv In- Adventskalender auf Facebook

 

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