SOZIALES

Große Veränderung für die Flüchtlingshilfe

ks; 03.06.2026, 19:00 Uhr
Fotos: Katharina Schmitz --- Einweihung des neuen Depots der Flüchtlingshilfe Engelskirchen.
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Große Veränderung für die Flüchtlingshilfe

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ks; 03.06.2026, 19:00 Uhr
Engelskirchen – Die Flüchtlingshilfe Engelskirchen ist von der Alten Bücherfabrik in Ründeroth in das Dorfhaus Bickenbach gezogen.

Der Alten Bücherfabrik in Engelskirchen-Ründeroth soll in den kommenden Jahren neues Leben eingehaucht werden. Unter anderem sollen dort zahlreichen Wohnungen und auch Arztpraxen entstehen. Doch für die Flüchtlingshilfe Engelskirchen bedeutet das, dass sie ihr Depot in den dortigen Räumlichkeiten aufgeben musste. „Das hat uns sehr getroffen. Wir hatten keine Alternative und keine Idee“, sagte deren Vorsitzende Christian Stiefelhagen. Doch eine Idee sei dann von der Gemeinde gekommen: ein Umzug von der Alten Bücherfabrik in Ründeroth in das Dorfhaus Bickenbach. In den letzten Tagen und Wochen hat Verein mit zahlreichen Helfern den Umzug gestemmt. Heute wurde am neuen Standort die Einweihung gefeiert.

 

[Bürgermeister Lukas Miebach (l.) und Christian Stiefelhagen, Vorsitzender der Flüchtlingshilfe.]

 

„So ein Wechsel ist nie einfach“, sagte Bürgermeister Lukas Miebach. Ihm sei klar, dass mit dem Umzug für den Verein eine große Veränderung einhergehe. „Aber ich bin froh, dass wir eine gute Kompromisslösung gefunden haben und die Flüchtlingshilfe eine neue dauerhafte Anlaufstelle hat.“ Wie der Bürgermeister erklärte, sind in der ehemaligen Schützenhalle nun zwei Vereine angesiedelt. Links des Eingangs ist die Flüchtlingshilfe untergebracht und auf der rechten Seite der Gemeinnützige Verein Bickenbach. Durch die verheerende Flut im Juli 2021 wurde auch das Dorfhaus Bickenbach arg beschädigt. Danach sei das Gebäude von der Gemeinde ertüchtigt worden und mit der Flüchtlingshilfe eine Nutzungsvereinbarung getroffen worden.

 

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„Ich habe anfangs nicht gedacht, dass wir das so hinkriegen“, gab Christian Stiefelhagen zu. Doch jetzt blickt er äußerst zufrieden auf das Geleistete und dankbar auf die vielen helfenden Hände. „Viele haben geholfen. Die Regale haben wir selbst gebaut. Das war eine Menge Arbeit.“ Auch wenn der Verein an seiner neuen Wirkungsstätte nur etwa halb so viel Platz wie vorher habe, sei das nicht schlimm. „Wir nehmen keine Möbel mehr an, die kriegen wir hier nicht unter.“ Wichtig seien die vor allem bei der Erstausstattung gewesen. „Das ist aber kein Thema mehr. Seit vier Monaten gab es in Engelskirchen keine Zuweisungen mehr. Die Lage entspannt sich“, erklärte Stiefelhagen.

 

[Mittwochs nehmen die Helfer Spenden entgegen.]

 

Rund 25 aktive Mitglieder zähle die Flüchtlingshilfe. Einigen von ihnen sei vor einigen Jahren selbst geholfen worden – heute engagieren sie sich selbst. „Aber die Flüchtlingshilfe ist nicht nur für Geflüchtete da, sondern auch für Bürgergeldempfänger“, machte der Vorsitzende klar. Die Engelskirchener Flüchtlingshilfe wurde laut Stiefelhagen nur eine Woche nach Angela Merkels unvergessenem „Wir schaffen das!“ gegründet – eine Aussage, die die ehemalige Bundeskanzlerin am 31. August 2015 mit Blick auf den zunehmenden Zustrom von Flüchtlingen tätigte.

 

Geöffnet ist das Depot der Flüchtlingshilfe immer mittwochs zwischen 9 und 12 Uhr. Dann können Sachspenden abgegeben und auch abgeholt werden. Doch dabei müssen sich die Ehrenamtlichen auch Woche für Woche durch Sachen arbeiten, die verdreckt und verschmutzt sind. „Es gibt Leute, die uns nicht mögen“, sagte Stiefelhagen dazu. Acht Frauen und zwei Männer gehören zu dem Team, dass mittwochs vor Ort ist – eine davon ist Daniela Yücebas. „Manchmal ist die Wäsche wunderbar gewaschen und gebügelt; manchmal aber verschmutzt und verdreckt mit blutigen Binden, Fäkalien, Feuchtigkeitsschäden oder Schimmel“, schilderte sie. „Aber wir sind trotzdem immer dankbar für Leute, die ordentliche Spenden bringen.“

 

[Ehrenamtliche Helfer vorm Eingang (oben) und ein Blick in das neue Depot.]

 

Das neue Depot der Flüchtlingshilfe befindet sich in der Gelpestraße 31. Nach Absprache können Sachspenden auch unabhängig von der Öffnungszeit des Depots abgegeben werden. Weitere Informationen zum Verein und dessen Spendenkonto sind auf der Website der Flüchtlingshilfe zu finden. Gesammelt wird auch für einen Hilfstransport in die Ukraine.

 

Bezüglich der Alten Bücherfabrik in Ründeroth sagte Bürgermeister Miebach, dass es in diesen Monaten um eine Änderung des Flächennutzungsplans und eine Aufstellung des Bebauungsplans gehe. Bei der Gemeinde hoffe man, bis Ende des Jahres Baurecht zu schaffen.

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