SOZIALES
Die Gemeinschaft steht an erster Stelle
Engelskirchen - In der Nähe von Schloss Ehreshoven findet eine Ferienfreizeit der Malteser für Menschen mit und ohne Behinderung statt – Betreuer und Teilnehmer bilden eine „große Familie“.
Von Leif Schmittgen
Heike Haas ist restlos begeistert vom Angebot der Ferienfreizeit nahe Schloss Ehreshoven. „Hier kann ich hervorragend vom Alltag abschalten und verbringe einen tollen Urlaub mit vielen netten Menschen“, sagt die Engelskirchenerin. Auch wenn sie nur wenige Kilometer von ihrem Wohnort entfernt Urlaub macht und zum ersten Mal an der Ferienfreizeit der Malteser Jugend teilnimmt, möchte sie im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein, „Dafür verzichte ich in Zukunft sogar auf meinen sonst üblichen Mallorcaurlaub“, unterstreicht Haas. Nicht nur in Bezug auf die Heimatnähe – die übrigen 27 Teilnehmer sind aus dem gesamten Bundesgebiet – ist Haas bei der einwöchigen Freizeit eine Exotin. Die allermeisten Gäste waren mindestens schon einmal hier und freuen sich das gesamte Jahr über auf das Wiedersehen unter Freunden.
[Die Engelskirchenerin Heike Haas ist Premierengast.]
Die Altersspanne unter den Urlaubern ist verblüffend: Sie reicht von gerade einmal vier Monaten bis zu 100 Jahren. Unterstützt werden die Menschen, die zum Teil körperliche und/oder geistige Behinderungen haben, von 23 ehrenamtlich tätigen Betreuern. „Für mich sind es die schönsten Tage im Jahr“, meint Conor Heathcote vom Organisationsteam. Er arbeitet zwar auch hauptberuflich für die Malteser und hat in Köln einen Bürojob. „Die Hilfe und Unterstützung von armen und kranken Menschen steht bei uns seit jeher im Vordergrund“, berichtet er. Wie viele andere hat er sich eine Woche Urlaub genommen, um die Teilnehmer zu begleiten.
Betreuer Hans-Peter Behnecke (Foto) ergänzt: „Für uns steht die Gemeinschaft im Vordergrund und wir fühlen uns wie eine große Familie." Am Morgen gibt es jeweils eine Messe mit Bewegungsübungen, dabei wird jeder nach seinen Bedürfnissen individuell unterstützt. Bei Vollverpflegung genießt man nicht nur zahlreiche Mahlzeiten, sondern trifft sich für Spiele im Innenhof des Geländes, das alle Vorzüge eines Hotels bietet. Außerdem gibt es während des Aufenthaltes eine Zirkusvorführung und einen Schlagerabend. Übernachtet wird in Zweibettzimmern, die allesamt barrierefrei erreichbar sind.
Gäste und Betreuer begegnen sich auf Augenhöhe, das sei ganz wichtig für die entspannte Atmosphäre: „Es wird gemeinsam gelacht und geweint“, berichtet Heathcote. Der bevorstehende Abschied am Samstag wird ihm sehr schwerfallen. „Ich weiß schon heute, dass wieder viele Tränen fließen werden." Das sei aber ein schöner Lohn, denn so merke man, dass die geleistete Arbeit allen Beteiligten Freude bereitet hat. Viele Freundschaften sind in den vergangenen Jahren entstanden und Kontakte werden auch über das seit 2007 existierende Camp gepflegt.
Für Heike Haas steht nach ihrer Premiere fest: „Mit meinem Auto werde ich etliche Besuche abstatten, ehe wir uns im kommenden Jahr hier wiedersehen.“ Viele Anmeldungen, so bestätigt Heathcote, gibt es sofort nach Beendigung der Ferienfreizeit. „Es handelt sich um einen Selbstläufer, bei dem der harte Kern zusammenbleibt."
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