FUSSBALL

Gerüstet für den Abnutzungskampf?

Red; 09.08.2019, 00:40 Uhr
Bilder: Holger Plum.
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Gerüstet für den Abnutzungskampf?

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Red; 09.08.2019, 00:40 Uhr
Lindlar - Der SSV Süng startet mit einem abermals verjüngten Kader in die neue Kreisliga A-Saison - Ausfälle von Leistungsträgern bereiten Sorgen.

Mit Position sechs erreichte der SSV Süng in der abgelaufenen Serie eine Platzierung, die dem Saisonziel entsprach. Jedoch verlief das Spieljahr nicht ohne Turbulenzen. Nach der Winterpause hatte Trainer Sven Reuber mit massiven Personalproblemen zu kämpfen, mehrere Leistungsträger standen verletzungsbedingt nicht zur Verfügung – mit negativen Auswirkungen: Nur noch drei Siege konnten die Mannen aus Hartegasse in der Rückrunde einfahren, zwischenzeitlich musste man den Blick sogar nach ganz unten richten. Im Endklassement betrug der Vorsprung auf den ersten Relegationsplatz bloß vier Zähler.    

 

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Kommen und Gehen

 

Die Sünger haben ihren Kader in der Transferperiode noch einmal stark verjüngt. Keiner der Neuzugänge ist älter als 20 Jahre. „Wir haben im nächsten Jahr eine megajunge Truppe und werden sicherlich das eine oder andere Mal Lehrgeld bezahlen. Aber wir wollen Talente fördern, und die Jungs schlagen sich sensationell“, sagt Reuber. Mit Yannick Zwiebel und Lorenz Daus hat der Übungsleiter ein Duo aus der U19 seines Ex-Klubs FV Wiehl losgeeist, von der A-Jugend des 1. FC Gummersbach (Sonderstaffel) kommen Max Weber und Domenico Angrisani.

 

Mit der Verpflichtung von Keeper Leon Schmidtke reagierte der Verein auf den Abgang von Marcel Feldhoff zum Nachbarn SV Frielingsdorf. Felix Adamietz (zuvor TSV Ründeroth) kennt sich in der Liga aus, während Timm Frößeler den Schritt aus der Kreisliga C in die A-Klasse wagt. Der 27-jährige Angreifer Marius Schlömer wechselt hingegen nicht zum SSV. Reuber ist ziemlich enttäuscht über diese Entwicklung: „Wir haben extra einem anderen Spieler abgesagt, als er uns seine Zusage gegeben hat. Mit ihm hätten wir vorne drin noch einen erfahrenen Mann gehabt.“

 

[Trainer Sven Reuber hat mit einigen Langzeitausfällen zu kämpfen.]

 

Die Mannschaft

 

„Wir haben eine gute Mannschaft – wenn wir alle zusammen haben“, schildert Reuber. Die Aktualität hat die Planungen im Hinblick auf die Grundformation und die taktische Ausrichtung über den Haufen geworfen. Abwehrsäule Carsten Lenort zog sich während des Gemeinde-Cups einen Achillessehnenriss zu, Dominik Schmitz muss wegen gesundheitlicher Probleme pausieren. Abdu Turan und David Strauss sind wegen schwerer Knieverletzungen außer Gefecht gesetzt, Simon Hoffmann laboriert an einer Schultereckgelenkssprengung. Leonard Klug und Marco Meyer stoßen erst im Verlauf der Hinrunde dazu und Ata Moradi kann aufgrund seines Studiums nicht das volle Pensum absolvieren.

 

„Das sind acht potenzielle Stammspieler“, erklärt Reuber. „Wir haben zuletzt mit nur zehn, elf Mann trainiert. Das ist schon bitter. Diejenigen, die da sind, ziehen super mit, aber taktisch müssen wir uns etwas Neues einfallen lassen. Wir testen verschiedene Varianten“, sind Reubers Improvisationskünste erneut gefragt. Trotz der Personalmisere schmeißt er die Flinte nicht ins Korn („Jammern gilt nicht. Jeder muss jetzt noch härter arbeiten, um hundertprozentig fit zu sein“). Zugleich sieht er die Gefahren, die die Unterbesetzung mit sich bringen könnte. „Richtiger Konkurrenzkampf ist derzeit nicht vorhanden. Und die Jungs müssen begreifen, dass wir nichts geschenkt bekommen. Wir haben Vertrauen in die jungen Leute. Aber ich hebe auch mahnend den Zeigefinger und sage: Gerade am Anfang kann es sehr eng werden.“           

 

Saisonziel

 

Eine Wiederholung der Vorjahresplatzierung würde der Coach sofort unterschreiben. „Das Wichtigste ist aber, dass wir uns von unten fernhalten und so schnell wie möglich sicheres Fahrwasser erreichen“, schraubt Reuber die Erwartungen zurück. Nach den Erfahrungen in der vergangenen Saison ist ihm bewusst, wie schnell man durch eine Negativserie unter Druck gerät. „Ich war heilfroh, dass wir dringeblieben sind. Es war knapp.“ Die bergische Beletage wird nicht schlechter besetzt sein als im Vorjahr. Die Aufsteiger sind kein Kanonenfutter und die Bezirksliga-Absteiger werden versuchen, den Betriebsunfall zu korrigieren. „Ich gehe auch diesmal von einem Abnutzungskampf aus“, so Reuber. Der TuS Lindlar ist aus seiner Sicht der Hauptanwärter auf den Titel. Dem VfR Wipperfürth traut er die Rolle des Überraschungsteams zu.     

 

Zugänge

Yannick Zwiebel (FV Wiehl U19), Lorenz Daus (FV Wiehl U19), Timm Frößeler (SV Thier), Leon Schmidtke (VfL Engelskirchen), Max Weber (1. FC Gummersbach U19), Domenico Angrisani (1. FC Gummersbach U19), Felix Adamietz (TSV Ründeroth)

 

Abgänge

Kevin Reif (Heiligenhauser SV), Marcel Feldhoff (SV Frielingsdorf), Lars Kranz (SV Linde)

 

[Sven Reuber und René van Lenten (re.) mit den Neuzugängen.]

 

Kader

 

Tor

Leon Schmidtke, Marvin Meeger

 

Abwehr

Domenico Angrisani, Niklas Brand, Lorenz Daus, Leonard Klug, Carsten Lenort, Lasse Meyer, Marco Meyer, Jona Stöcker

 

Mittelfeld

Timm Frößeler, Simon Hoffmann, Ata Moradi, Matthias Oberberg, Dominik Schmitz, Marek Spisla, David Strauss, Abdu Turan, Max Weber, Yannick Zwiebel

 

Angriff

Alpay Genc, Fabian Klöckner, Luca Ullrich

 

Trainer

Sven Reuber

 

Co-Trainer

René van Lenten

 

Sportlicher Leiter

Dirk Selbach

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