REICHSHOF
Medizinische Drohnentransporte: Darum verzögert sich der Jungfernflug
Reichshof – Die Luftbrücke zwischen Bergisch Gladbach und Wehnrath befindet sich weiter in der Testphase – Beim Logistikunternehmen Morpheus ist man optimistisch, dass der fliegende Kurierersatz bald offiziell an den Start gehen kann.
Von Peter Notbohm
Ende März hatte das Dortmunder Logistikunternehmen Morpheus Logistik Pläne vorgestellt, Blutprobentransporte zwischen dem Bergisch Gladbacher Stadtteil Hebborn und dem Labor der LaborUnion in der Reichshofer Ortschaft Wehnrath von der Straße in die Luft zu verlagern (OA berichtete). Durch den Einsatz von Transportdrohnen werden effizientere Transporte, damit schnellere Laborergebnisse und daraus resultierend schnellere Behandlungen der Patienten erhofft.
Mitte April legte das Unternehmen mit den ersten Teststarts und -landungen der Transportdrohne im Oberbergischen los. Seitdem ist es ein wenig still um die rund 50 Kilometer lange Luftbrücke geworden, in den Regelbetrieb konnten die Drohnen bislang nicht gehen. Man sei mit den Testflügen mittlerweile „sehr weit“, erklärt Alexandra Potthoff nun auf OA-Nachfrage. Einen konkreten Starttermin für das Pilotprojekt will sie trotzdem noch nicht nennen. Der Grund: In Bergisch Gladbach sind noch offene Frage zu klären.
Da der Start- und Landepunkt dort – anders als im Oberbergischen - nicht in einem Industriegebiet liegt, kam es in den Planungen zu Verzögerungen. Um Anwohner vor Immissionen zu schonen, hat das Unternehmen einen neuen Landeplatz für die Drohne ermittelt. Während die Drohnen im Flug nahezu geräuschlos durch die Luft gleiten, verursachen sie während der 20-sekündigen Startphase und der etwa 80-sekündigen Landephase nach Unternehmensangaben etwa 90 Dezibel. Für Drohnen gibt es in Deutschland kein separates Lärmschutzgesetz.
Da der neue Landepunkt auf einem städtischen Grundstück liegt, müsse man noch auf die endgültige Genehmigung warten. Potthoff betont, dass Morpheus Logistik bei dem Projekt das Thema Akzeptanz in der Bevölkerung enorm wichtig sei: „Wir versuchen wirklich jeden mitzunehmen.“ Ihr sei bewusst, dass der Begriff „Drohne“ in der Öffentlichkeit bei manchem nicht erst durch den Ukraine-Krieg negativ behaftet ist. Auch an diesem Image soll das Pilotprojekt etwas ändern.
Im Oberbergischen werden die Überflüge indessen fortgesetzt, um weiter verkehrssichere Routen zu erstellen, für die es mehrere Optionen gebe. Dabei kann Potthoff bereits erste Erfolge vermelden. Man sei inzwischen so weit, dass beim Einflug nach Wehnrath kein Wohngebiet mehr überflogen wird. „Wir haben so viele Daten gesammelt, dass wir in der Lage sind, den Radius zu reduzieren und dabei trotzdem die vollständige Sicherheit gewährleisten zu können“, so Potthoff.
Sobald die Drohnentransportflüge in den Regelbetrieb gehen können, will man den Jungfernflug mit einem kleinen Festakt begehen.
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