Waldbröl – Seit März wird in Heide das neue Quartier für die Kameradinnen und Kameraden hochgezogen – Einzug im kommenden Jahr – Problem mit Hochspannungsleitung gelöst.
Von Lars Weber
Inzwischen ist schon klar erkennbar, was in Heide am Ortseingang von dem Generalunternehmen Quast seit März hochgezogen wird. Besonders die hohen Fertigbauteile für die künftige Fahrzeughalle der Feuerwehr weisen die Richtung. Im Rahmen der Sitzung des Waldbröler Bauausschusses statteten die Mitglieder der Baustelle einen Besuch ab. Christoph Peikert vom Gebäudemanagement der Stadt erläuterte die Maßnahme, die voll im Zeitplan liege. Nächste Woche kommen die letzten Fertigbauteile, dann geht es ans Dach und an die Fassade. Die Fertigstellung ist für den Mai kommenden Jahres geplant.
Der neue Stützpunkt grenzt direkt an das aktuelle Gerätehaus, das von 1979 ist und dementsprechend in die Jahre gekommen ist. Unter anderem fehlt es an ordentlichen Sozialräumen und Umkleidekabinen. Ähnlich wie in Thierseifen auch – in Heide hatte das Fachbüro Bautec erneut die Planungen übernommen – entsteht die Gerätehalle in Stahlbetonbauweise, die Sozialräume aber komplett in Holzbauweise. Hier wird die Firma Block aus Waldbröl aktiv werden. Im Gegensatz zur Einheit Thierseifen kommen die Kameradinnen und Kameraden in Heide mit etwas weniger Platz aus: Das Gebäude wird nur eingeschossig. Beinhalten wird es getrennte Sanitärräume (Damen, Herren, Schwarz-Weiß-Bereich), einen Lagerraum, ein Büro und einen Schulungsraum. Auf dem Dach findet eine PV-Anlage Platz, die Heizung übernimmt eine Wärmepumpe.
Zum Spatenstich im März zählte die Einheit 17 Männer und eine Frau, das neue Haus wird für 40 Einsatzkräfte ausgelegt sein. Dies hinterfragte Bernd-Udo Koch, Sachkundiger Bürger der FDP. Er hakte nach, ob dies nicht überdimensioniert sei, sehr zum Ärger einiger Ausschussmitglieder. Die starke Nachwuchsarbeit der Feuerwehr wurde ebenso betont wie die Notwendigkeit zu wachsen. Zudem, so erläuterte Peikert, richte sich die Größe von Feuerwehrgerätehäusern nicht nach Truppenstärken, sondern gemäß Brandschutzbedarfsplan nach der Zahl der Sitzplätze in den Einsatzwagen, die in den Gebäuden untergebracht werden.
Vier Stellplätze wird die Fahrzeughalle in Heide haben. Aktuell hat die Einheit drei Fahrzeuge: ein Löschfahrzeug, ein Mannschaftstransportfahrzeug und ein neuer Gerätewagen-Logistik. Es gibt also eine Reserve. Für den Bau auf mehr als 3.000 Quadratmetern Fläche nimmt die Stadt 2,7 Millionen Euro in die Hand.
Für einige Diskussionen auf der Baustelle sorgte zu Beginn die Hochspannungsleitung, die den Arbeiten im Weg war. Die Westnetz habe laut Peikert zunächst nicht gehandelt. Es habe etwas „Überredungskunst“ benötigt, damit die Aufgabe an die AggerEnergie weiterdelegiert wurde, die sich dann gekümmert habe.
Gesprochen hat die Politik auch über die Zufahrten an die Hochwalder Straße. Zwei davon wird es geben, einmal für die anrückenden Kräfte und eine für die ausrückenden Einsatzfahrzeuge. Beide Zufahrten werden mit Schranken und Blinklicht ausgestattet sein. Gedanken machten sich die Ausschussmitglieder um den Verkehr, der auf der Hochwalder Straße auch mal schnell unterwegs ist. Eine Verschiebung des Ortschilds aber, durch die das neue Feuerwehrgerätehaus in einer 50er-Zone liegen würde, sei laut Peikert nicht möglich. Horst Steffens (UWG) sagte, dass man die Verkehrssituation im Blick behalten sollte.
Eine Nachnutzungsmöglichkeit für die alten Gebäude gebe es noch nicht. Möglich sei laut Fachbereichsleiter Jan Kiefer eine Vermietung oder Verpachtung. Ein Verkauf komme eher nicht infrage.
Aus dem Ausschuss
Mit großen verkehrlichen Veränderungen in der Ortschaft Escherhof ist auch nach dem Antrag der Grünen und dem Einsatz der Einwohner nicht zu rechnen (OA berichtete). Dies wurde im Ausschuss von Mobilitätsmanager Rudolf Bergen mitgeteilt. Eine Überprüfung des Kreises hatte das Ergebnis, dass sich die Durchschnittsgeschwindigkeit vor Ort im Vergleich zu einer Prüfung an selber Stelle vor sechs Jahren sogar verringert habe. Die durchschnittliche Geschwindigkeit lag bei 46 km/h, damals lag sie bei 59. Auch nach Einschätzung der Polizei – in den vergangenen zehn Jahren habe es lediglich einen schwerwiegenden Unfall nach einem internistischen Notfall gegeben – sei die Ortschaft eine unauffällige Stelle. Allerdings soll die Geschwindigkeit außerhalb der Ortschaft – zwischen Lützingen und Escherhof gilt erst Tempo 70, dann 100 und dann in Escherhof plötzlich 50 – verstetigt werden. In beiden Richtungen sei Straßen.NRW offen dafür, durchgehend Tempo 70 auszuschildern. Im Ort selbst könnte zudem eine Smiley-Ampel aufgestellt werden, um den Verkehrsteilnehmern ihre Geschwindigkeit vor Augen zu führen.