POLITIK

Mindestens bis 2029: Der Monti fährt weiter

lw; 01.07.2026, 21:45 Uhr
Archivfoto: OVAG.
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Mindestens bis 2029: Der Monti fährt weiter

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lw; 01.07.2026, 21:45 Uhr
Oberberg – Kreistag stimmte mehrheitlich für ein Zukunftskonzept für das beliebte On-Demand-Angebot – Anpassungen sollen den Monti effektiver und leistungsfähiger machen.

Von Lars Weber

 

Der Kreistag hat die Weiterführung des ÖPNV-On-Demand-Angebots Monti und das erarbeitete Zukunftskonzept bei der jüngsten Sitzung im Kulturzentrum Lindlar bei drei Gegenstimmen (UWG) und zwei Enthaltungen (FDP) mit großer Mehrheit beschlossen. Effektiver, besser verzahnt mit dem bestehenden ÖPNV und behutsam ausgeweitet soll der Monti demnach werden. Ab 2027 wird das Konzept umgesetzt. Nach zwei Jahren soll eine Evaluation vorgelegt und genau hingeschaut werden, ob das investierte Geld – 2025 kostete der Monti rund 1,2 Millionen Euro – die gewünschten Ergebnisse bringt.

 

Ende 2021 startete das On-Demand-Angebot des ÖPNV im Auftrag von Kreis und OVAG zunächst zwischen Drabenderhöhe und Wiehl, später wurde das Gebiet erweitert. Inzwischen ist der Monti in Wiehl, Nümbrecht und Marienheide unterwegs, es gibt mehr als 800 feste und virtuelle Haltestellen. Von Beginn an bis zum April 2026 wurde das Angebot über Bundesfördermittel finanziert. Für den Rest des Jahres hatte der Kreistag die Mittel in den Haushalt eingestellt mit dem klaren Auftrag zu prüfen, wie der Monti auch über 2026 hinaus unterwegs sein kann.

 

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Herausgekommen ist ein Zukunftskonzept, das vor allem die Effektivität steigern soll. Die Fahrzeuge sollen dank Software-Anpassungen mit mehr Nutzern besetzt, Leerfahrten und Einzelfahren reduziert werden.  Da der Monti mit dem neuen Beschluss in den bestehenden ÖPNV integriert wird, statt nur ein abgekoppeltes Zusatzangebot darzustellen, soll der Monti keinen Bussen mehr hinterherfahren. Wenn zur gewünschten Zeit ein Bus auf der anvisierten Strecke fährt, soll dem Nutzer der Bus auch als einzige Option angezeigt werden. Vereinzelt könnte wiederum auch der Monti einzelne Fahrten von Bussen ersetzen, wo diese außerhalb von Stoßzeiten kaum Auslastung haben. Bei der Ausweitung sollen zunächst nur Teile von Reichshof oder Anknüpfungspunkte an Waldbröl geprüft werden. In ganz Oberberg wird der Monti also so schnell nicht kommen. Ausführlich diskutiert wurde das Konzept schon im Kreisentwicklungsausschuss (OA berichtete)

 

Im Kreistag nutzten die Fraktionen die Gelegenheit, ihre Sichtweisen noch einmal darzulegen. Moritz Müller (CDU) bezeichnete den Monti als Erfolgsgeschichte. „Wo er fährt, möchte ihn niemand mehr missen.“ Müller erinnerte daran, dass das Angebot nicht zufällig in Marienheide, Nümbrecht und Wiehl gestartet ist. Dort sei das ÖPNV-Angebot im Verhältnis zur Einwohnerzahl am schwächsten gewesen. Das Ziel sei nun, diese intelligente Lösung für Probleme im öffentlichen Nahverkehr im ländlichen Raum bezahlbarer und leistungsfähiger zu machen.

 

Dass „andere den Monti auch gerne hätten“, daran und an Begehrlichkeiten in anderen Kommunen erinnerte unter anderem Reinhold Müller (FDP). Die Kommunen bezahlen den gesamten ÖPNV solidarisch gemeinsam über die Kreisumlage. Diese Begehrlichkeiten seien kaum zu befriedigen angesichts des „riesigen Kostenblocks ÖPNV“. Der Monti sei kein Schnapper. „Wir müssen im Auge behalten, ob wir uns das auf Dauer leisten können.“

 

Für „wegweisend“ hält Thorsten Konzelmann (SPD) den Beschluss zur Weiterführung des Monti und zur Aufnahme ins ÖPNV-Angebot des Kreises. Er lobte die Neuausrichtung und dass Gemeindegrenzen nicht mehr so starr sein werden. Trotzdem fahre man zunächst auf Sicht. Entscheidend sein für die Zukunft des Monti wird die Evaluation 2029. Seb Schäfer (Grüne) sprach dem Konzept den Zukunftsaspekt ab. Man erhalte fast nur den Status quo. „Wir hätten uns eine stärkere Ausweitung gewünscht.“ Er führte hier besonders Reichshof und Morsbach an. „Wir erkennen aber an, dass das Angebot überhaupt weiter finanziert wird.“ Dass der ÖPNV sowieso defizitär ist, sei per se nichts Neues, sagte Dietmar Rekowski (AfD). Die Kosten müssten im Auge behalten werden. Generell sei der Monti aber positiv zu sehen und komme gerade bei älteren und jungen Menschen gut an.

 

Niemand bestreite, dass die Mobilität im Kreis eine zentrale Zukunftsaufgabe sei, sagte Klaus Solbach (UWG). Aber er zweifelte die Tragfähigkeit des Monti an, gerade auch weil das Angebot auf wenige Kommunen begrenzt, aber von allen Städten und Gemeinden finanziert sei, die noch dazu mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben. „Das Konzept bleibt den Beweis der Wirtschaftlichkeit schuldig.“ Deshalb stimmte die UWG gegen den Monti.

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