POLITIK

Landtagswahl 2027: Frühe Weichenstellung bei den Grünen

Red, ks; 03.06.2026, 14:40 Uhr
Foto: Julian Münster --- Der Landtagsabgeordnete Marc Zimmermann (r.) mit Julian Münster.
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Landtagswahl 2027: Frühe Weichenstellung bei den Grünen

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Red, ks; 03.06.2026, 14:40 Uhr
Oberberg – Die Grünen Oberberg stellen sich für den Landtag neu auf – Marc Zimmermann wird nicht mehr kandidieren – Dr. Julian Münster als Kandidat vorgestellt.

Marc Zimmermann blickt auf eine spannende und intensive Zeit als Abgeordneter im nordrhein-westfälischen Landtag zurück. Doch bei der nächsten Landtagswahl, die am 25. April 2027 stattfinden wird, wird der 54-jährige Wiehler nicht mehr für den Landtag kandidieren. Das teilte die Kreisgeschäftsführung der Grünen Oberberg gestern mit. Stattdessen gehen die oberbergischen Grünen mit Dr. Julian Münster (39) aus Wiehl in die Wahl.

 

„Es gibt noch viele Aufgaben, die angepackt werden müssen“, wird Marc Zimmermann in der Pressemitteilung zitiert. Gerade in seinen politischen Schwerpunkten sieht der Landtagsabgeordnete weiterhin große Herausforderungen: im Handwerk etwa beim Bürokratieabbau, der Fachkräftegewinnung und der Frage, wie Ausbildung und Energiewende gemeinsam gelingen können. Auch in der Sportpolitik bleibt laut Zimmermann viel zu tun – „vom Schutz der Vereine vor rechten Einflussnahmen über die Begleitung Nordrhein-Westfalens auf dem Weg zu olympischen und paralympischen Spielen bis hin zur Unterstützung von Organisationen wie Special Olympics NRW“.

 

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Doch ein Landtagsmandat erfordere ein hohes Maß an Einsatz und Kraft. „Ich habe meine Arbeit immer mit Herzblut gemacht und werde mein Mandat selbstverständlich bis zur Wahl 2027 mit voller Verantwortung ausüben“, so Marc Zimmermann. „Gleichzeitig ist Gesundheit ein hohes Gut. Deshalb habe ich mich entschieden, bei der kommenden Landtagswahl nicht erneut zu kandidieren.“ Für die Zukunft sieht Marc Zimmermann den Kreisverband jedoch sehr gut aufgestellt. Bei den Grünen Oberberg ist man davon überzeugt, mit Dr. Julian Münster einen Kandidaten vorzuschlagen, „der fachliche Kompetenz, strategischen Blick und klare Haltung vereint“.

 

Julian Münster ist 39 Jahre alt, lebt in Wiehl und ist in Gummersbach geboren und aufgewachsen. Er hat an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Biologie studiert und in Frankfurt an der Johann Wolfgang Goethe-Universität promoviert. Sein Fokus lag dabei auf der Biodiversität in der antarktischen Tiefsee. Nach seinem Wegzug für das Studium und beruflichen Stationen in verschiedenen Großstädten, zog es den Biologen 2020 zurück in die Natur und zu seiner Familie in den Kreis. Julian Münster ist seit 2020, mit seiner Rückkehr ins Oberbergische, bei den Grünen aktiv, gehört seit 2022 dem Kreisvorstand an und vertritt den Kreisverband als Sprecher (Vorsitzender) seit 2023. Seit Oktober 2025 ist er Mitglied des Kreistages.

 

Bereits vor seinem Beitritt in die Partei war Julian Münster politisch in der Interessensvertretung für die Europäische Bürgerinitiative „Stop Finning – Stop the Trade“ (ehrenamtlich) und die Environmental Justice Foundation (Hamburg) auf europäischer und deutscher Ebene aktiv sowie als Politikberater bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit. Dabei hat er sich vor allem im Spannungsfeld Menschenrechte, Umweltkriminalität und Naturschutz bewegt. Heute ist der 39-jährige Wiehler bei der Deutschen Bahn als Teamleiter in einem Großprojekt für den Natur- und Umweltschutz zuständig.

 

In seiner Bewerbungsrede zur Kreismitgliederversammlung betonte Münster seinen Willen, eine lebenswerte Zukunft aktiv mitzugestalten, im Oberbergischen Kreis ebenso wie auf Landesebene. Er ist überzeugt, dass Nordrhein-Westfalen seine Zukunftsfähigkeit nur sichern kann, wenn Wirtschaft, Beschäftigung und der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen zusammengedacht werden. Gerade in Zeiten globaler Krisen, instabiler Lieferketten und wachsender ökologischer Belastungen werde Resilienz zu einer zentralen Voraussetzung für einen starken, nachhaltigen Industriestandort. Für Münster gehen ein moderner Wirtschaftsstandort und der entschlossene Schutz einer intakten Natur deshalb Hand in Hand. Dafür brauche es seiner Meinung nach eine Politik, die lokales Handeln stets auch global denkt. Auch der Schutz der Demokratie gegen rechtsextreme Kräfte sei für ihn keine bloße Floskel, sondern eine zentrale Motivation seines politischen Engagements.

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