POLITIK

Katastrophenschutzlager wird eingerichtet

lw; 06.03.2026, 12:24 Uhr
Symbolfoto: Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
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Katastrophenschutzlager wird eingerichtet

lw; 06.03.2026, 12:24 Uhr
Oberberg – Im Ausschuss berichtete Amtsleiter Julian Seeger über die Umsetzung des Katastrophenschutzbedarfsplans – Dieses Jahr stehen einige Aufgaben an – Bürgerinformation geht weiter.

Von Lars Weber

 

Rund 75 Maßnahmen stark ist der Katastrophenschutzbedarfsplan, den der Kreistag Ende 2024 beschlossen hat. Das mit einem Fachbüro entstandene Papier war die direkte Konsequenz des Oberbergischen Kreises nach den zunehmenden Waldbrand- und auch Hochwasserereignissen und der Pandemie. Doch auch Blackouts oder Terrorlagen sollten berücksichtigt werden. Auf den Ernstfall vorbereitet sein, Pläne in der Schublade haben, notwendige Gerätschaften in den Hallen, die Bevölkerung sensibilisieren, das alles umfassen die Maßnahmen. Julian Seeger, Leiter des Amtes für Brand-, Zivil- und Katastrophenschutz, hat im Ausschuss für Gesundheit und Notfallvorsorge nun einen Überblick darüber gegeben, wie es um die Umsetzung des Katastrophenschutzbedarfsplans steht.

 

Klare Prioritäten seien für die Umsetzung identifiziert worden. Dazu gehört die Sicherstellung entsprechend ausgebildeter Personalressourcen zur „ständigen Einsatzbereichtschaft der Komponenten des Krisenmanagements“ ebenso wie die Sicherstellung der Handlungsfähigkeit der Verwaltung des Kreises und der Kommunen. „Handys sind bei einem Stromausfall nach 30 Minuten weg, das Internet sowieso“, so Seeger. Wie die Behörden das untereinander bewerkstelligen können, werde noch beleuchtet. Weiter sei man bei der Abarbeitung anderer Punkte der Liste.

 

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Zum Beispiel die Vorbereitung auf Wald- und Vegetationsbrände. Erst im vergangenen Jahr wieder gab es einen großen Waldbrand in Lindlar, der Brand auf dem Gummersbacher Hömerich ist ohnehin noch vielen Oberbergern gut in Erinnerung. Dieses Jahr wird zur besseren Bekämpfung ein Waldbrand-Tanklöschfahrzeug ausgeliefert, das in Marienheide stationiert wird. Ein weiteres dieser Fahrzeuge wird ausgeschrieben. Ausgeliefert werden solle zudem ein spezieller Abrollbehälter für Wald- und Vegationsbrände, zudem die Feuerwehr-Kreisausbildung zu diesem Thema etabliert werden.

 

Um die Trinkwasserversorgung auf sichere Beine zu stellen, werde zunächst eine Risikoanalyse erstellt, aus der man anschließend die nötigen Schlüsse ziehen möchte. Im Fokus stehen zudem die Logistikbedarfe. Ein zentraler Punkt: Die Inbetriebnahme eines Katastrophenschutzlagers.  „Wir müssen jederzeit in der Lage sein, bis zu 3.000 Menschen evakuieren zu können“, sagte Seeger den Ausschussmitgliedern. Die nötige Ausstattung dafür soll in diesem Lager untergebracht werden, wofür zwei große Hallen umgebaut worden seien.

 

Im Warenkorb landen soll zudem in diesem Jahr noch ein Löschroboter, eine Sandsackfüllanlage oder eine Mobile Wasserrückhaltung. Thema ist auch weiterhin die Anschaffung einer Großpumpe, die einst für viele Diskussionen in den politischen Gremien des Kreises gesorgt hatte. Tatsächlich tendiere der Kreis laut Seeger nun eher dazu, mehrere mittelgroße Pumpen anzuschaffen, um flexibler zu sein.

 

Seeger wird auch nicht müde zu betonen, dass auch die Bevölkerung ihre Hausaufgaben erledigen müsse. Der Kreis hat bereits angefangen, einige Formate zu etablieren, um das Thema Selbsthilfefähigkeit bei den Oberbergerinnen und Oberbergern nach vorne zu bringen. Dazu gehörte das Projekt „Katastrophenschutz macht Schule“ am Wiehler Gymnasium oder auch VHS-Kurse zum Thema.

 

Die nächste Veranstaltung findet schon nächste Woche statt, wenn es in einem hybriden Kurs – man kann online zusehen oder direkt in der Alten Drahtzieherei in Wipperfürth dabei sein - um „Katastrophenvorsorge und Notfallplanung im Privathaushalt“ geht. Wie kann man sich auf eine solche Situation vorbereiten? Welche Maßnahmen sind vorab zu treffen? Wie können weiterhin Informationsflüsse aufrechterhalten werden? Diese Fragen sollen beantwortet werden. Vorab können Fragen an amt38@obk.de gerichtet werden. Die kostenlose Veranstaltung findet am Mittwoch, 11. März, ab 19 Uhr statt. Weitere Informationen sowie den Teilnahmelink finden Interessierte unter www.obk.de/notfallinfo.

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