POLITIK
Ja zur Grundsteuererhöhung, Nein zur Existenznot
Lindlar – Die Fraktion der Grünen hält eine erneute Erhöhung der Grundsteuer für unausweichlich – Für einkommensschwache Haushalte bringen sie eine „soziale Abfederung“ ins Spiel.
Nächste Woche Mittwoch startet Lindlars Politik mit einer Sondersitzung des Gemeinderats ins neue Jahr. Auf der Tagesordnung steht etwa – nachdem der ehemalige Beigeordnete Michael Eyer im vergangenen September zum neuen Overather Bürgermeister gewählt worden ist –, die Wahl seines Nachfolgers oder seiner Nachfolgerin. Gesprochen werden soll auch über die Sanierung kommunaler Sportstätten. Thema wird aber auch ein Antrag der Fraktion der Grünen sein zur „sozialen Abfederung der Grundsteuererhöhung für einkommensschwache Haushalte“. Die Grünen sind davon überzeugt, dass die Erhöhung der Grundsteuer aufgrund der Haushaltslage und gesetzlicher Vorgaben unausweichlich ist. „Die Grundsteuer muss steigen, aber sie darf niemanden in Existenznot bringen“, meint Fraktionssprecher Patrick Heuwes.
Die Ratsfraktion der Grünen fordert „eine klare soziale Antwort auf die bevorstehende Grundsteuererhöhung“. In ihrem Antrag schreiben sie, dass die Verwaltung Modelle vorlegen soll, mit denen einkommensschwache Haushalte unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle faktisch von der Mehrbelastung befreit werden – insbesondere jene, die keine staatlichen Leistungen beziehen. Die Verwaltung soll verschiedene Entlastungsmodelle prüfen, darunter direkte Erstattungen, sozial gestaffelte Zuschüsse oder unbürokratische Härtefallregelungen. Entscheidend ist für die Grünen, dass die Maßnahmen schnell wirken und nicht im Verwaltungsdickicht versanden.
„Wir lassen die still Armen in Lindlar nicht im Regen stehen“, wird Fraktionssprecher Patrick Heuwes in einer Mitteilung der Grünen zitiert. Für viele Menschen würde die im Raum stehende Grundsteuererhöhung „eine spürbare Belastung“ bedeuten. Besonders gefährdet seien Haushalte, die knapp über den Transferleistungsgrenzen liegen – zu viel für Bürgergeld, zu wenig für steigende Kosten. „Diese Menschen tauchen in keiner Statistik auf, aber sie leben mitten unter uns“, betont Fraktionssprecher Ingo Harnischmacher. „Genau sie brauchen jetzt Schutz.“
Mit ihrem Antrag wollen die Grünen ein deutliches Zeichen setzen: Auch wenn die Erhöhung der Grundsteuer notwendig sei, soll sie nicht auf Kosten derjenigen erfolgen, „die ohnehin kaum Spielräume haben“. „Lindlar kann solide Finanzen und soziale Gerechtigkeit zusammenbringen“, meint Heuwes. „Wir erwarten, dass die Gemeinde genau das jetzt zeigt.“
2024 hat der Rat der Gemeinde Lindlar gleich zweimal innerhalb eines Jahres eine Erhöhung der Grundsteuer B beschlossen – im April von 655 auf 903 Prozentpunkte und im Dezember gar auf 1.245 Prozentpunkte. Bei den Lindlarer Bürgern sorgte das für reichlich Gegenwehr. Im vergangenen Mai hat der Rat dann einen Nachtragshaushalt beschlossen (OA berichtete) und entschieden, dass die Grundsteuer B differenziert erhoben werden soll. Und: Rückwirkend zum 1. Januar des vergangenen Jahres wurden die Hebesätze für Wohngrundstücke auf 919 Prozentpunkte und für Nichtwohngrundstücke auf 1.491 Prozentpunkte festgesetzt. Die Hebesätze für die Grundsteuer A (442 Prozentpunkte) und die Gewerbesteuer (540 Prozentpunkte) blieben unberührt.
KOMMENTARE
1
Liebe Grünen
Ihr habt doch schon gemerkt das die Kommunalwahl nicht gut war, aber ich denke wohl noch zu gut.
Glaubt ihr, dass ihr im Sinne der Einwohner von Lindlar handelt, wenn ihr die Grundsteuer erhöhen wollt?
Sorgt für mehr Einnahmen zb Erweiterung der Klause um so mehr Gewerbesteuer zu bekommen.
Nein das wollt ihr nicht, sollen lieber die Bürger mehr zahlen.
Tolle Politik oder?
2
Die Grünen erzählen hier Märchen. Was können die Lindlarer Bürger dafür, wenn Die Politiker unser Steuergeld in den Teich setzen? Die CDU kann mit Geld nicht umgehen. Das muß jeden klar sein. Die Grünen machen nur Politik für Reiche Leute. Ich werde Klagen gegen den Bescheid. Wo die Politiker Angst vor haben, dass sie nicht mehr Handlungsfähig sind.
Uwe Märtens, 08.01.2026, 10:53 Uhr3
Liebe Vertreter der Ratsfraktionen,
die Einnahmen durch weitere Steuern zu erhöhen ist sicher der einfachste Weg. Es trifft alle Eigentümer und durch die Umlage auch alle Mieter.
Lindlar ist attraktiv, viele Menschen aus der Stadt möchten bei uns wohnen. Warum ermöglichen wir nicht unbürokratisch günstige neue Baugebiete (Stichwort Bau- Turbo)? Die Steigerung neuer Grundsteuerzahler führt dazu, dass unsere Schulen, unsere Sportstätten und unser Schwimmbad und alle anderen Einrichtungen von einer größeren Zahl von Bürgern finanziert und unterhalten werden. Es kann doch nicht sein, dass wir uns von Kreis, Land und Bund aufdrücken lassen unsere Bürger weiter mit steigenden Steuern zu belasten. Industrieflächen schaffen und Arbeitsplätze erhalten, statt von sozialen Härtefällen sprechen.
4
Wie im Kommentar Nr. 3 bereits geschrieben wurde gibt es sicherlich auch andere Möglichkeiten die Einnahmen zu steigern und die Kosten zu senken...vielleicht kann die Fraktion der Grünen kurz und knapp auf den Punkt bringen was gegen z.B. die Schaffung neuer Baugebiete und Industrieflächen (oder andere Maßnahmen) und für eine erneute Steuererhöhung spricht?
, 09.01.2026, 14:41 UhrLinks zu fremden Internetseiten werden nicht veröffentlicht. Die Verantwortung für die eingestellten Inhalte sowie mögliche Konsequenzen tragen die User bzw. deren gesetzliche Vertreter selbst. OA kann nicht für den Inhalt der jeweiligen Beiträge verantwortlich gemacht werden. Wir behalten uns vor, Beiträge zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen.