POLITIK

Im Gespräch: Landwirtschaft und Klimawandel

krj; 29.05.2024, 12:02 Uhr
Fotos: Martin Szepat --- Der Europa-Abgeordnete Martin Häusling (Die Grünen) stellt sich den Fragen über Klimaschutz und Agrarpolitik.
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Im Gespräch: Landwirtschaft und Klimawandel

krj; 29.05.2024, 12:02 Uhr
Wipperfürth - Der agrarpolitische Sprecher der Grünen-Europafraktion, Martin Häusling, nahm an einer Podiumsdiskussion in der Alten Drahtzieherei teil.

Von Kathrin Roloff-Jamin

 

Die Landwirte in Oberberg erhalten in diesem Jahr EU-Subventionen im zweistelligen Millionenbereich. Auf der einen Seite benötigen sie das Geld, auf der anderen Seite stören sie die enormen Auflagen und Kontrollen. Der agrarpolitische Sprecher der Grünen-Europafraktion, Martin Häusling, stattete am Dienstag dem Oberbergischen Kreis einen Besuch ab. Dabei schaute er sich einen Bioland-Betrieb in Wipperfürth-Klespe und Waldflächen im Ortsteil Schäferslöh an.

 

Am Abend diskutierte der Europa-Abgeordnete in der Alten Drahtzieherei mit dem Vorsitzenden der Kreisbauernschaft Oberbergischer Kreis, Franz Bellinghausen, über Perspektiven für Grünland und Wald in Zeiten des Klimawandels. Zum öffentlichen Podium waren auch interessierte Oberberger gekommen.

 

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Dabei standen die Themen Klimawandel, Existenzen und die Zukunft der Landwirtschaft im Fokus der Veranstaltung. „Es sind existentielle Fragen für die Menschheit und die Landwirte“, sagte Sebastian Schäfer, Kreisgeschäftsführer der Grünen Oberberg, der durch die Podiumsdiskussion führte. Dabei wurde vor allem die über Jahre andauernde Trockenheit angesprochen, die dem oberbergischen Wald und den Bauern zusetzte.

 

Über ein Drittel seien betroffen, sagte Franz Bellinghausen. Die Fichte sei der Brotbaum der bergischen Bauern und zu einem wirtschaftlichen Desaster mit finanziellen Verlusten geworden. Bellinghausen, der selbst Landwirtschaft betreibt, alarmierte, dass seine rund 16 Hektar schlagreife Fichten einfach weg seien. Er setzte auf Notverjüngung und forste mit Mischwald auf, mit bisher mäßigem Erfolg.

 

[Martin Häusling (MdEP, Die Grünen, v.li.), Sebastian Schäfer (Kreisgeschäftsführer, Die Grünen Oberberg), Franz Bellinghausen (Vorsitzender Kreisbauernschaft Oberberg).]

 

Häusling bestätigte, dass die Aufforstung mit Mischwald eine gute Lösung sei, aber: „Der Wald braucht seinen Raum und seine Zeit.“ Er ergänzte, dass alle Aspekte in die Diskussion eingebracht werden müssen. Beim Thema Agrarpolitik wurde über EU-Subventionen gesprochen. Dabei geht es um die neue EU-weite Ausrichtung von Nachhaltigkeit, weniger Einkommensunterstützung, aber mit strengeren Auflagen für Umwelt- und Klimaschutz.

 

Hinzu kommt, dass der Verkauf der Produkte mit anderen Ländern in Konkurrenz steht, die oft günstiger produzieren, „aber auch die Übermacht der Supermärkte“, wie Häusling ergänzte. Beim Thema „Junge Landwirte“ sprach sich der Europa-Abgeordnete für Zukunftsperspektiven aus. „Das hat man versäumt“.

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