POLITIK
Grüne gehen mit Julian Münster und Sylvia Berghoff ins Rennen
Oberberg - Einstimmige Nominierung als Kandidaten für die Landtagswahl im kommenden Jahr - Satzungsänderung stärkt Beteiligung junger Menschen.
Mit zwei einstimmig gewählten Landtagskandidaten und einigen Satzungsänderungen haben die oberbergischen Grünen am Samstag bei ihrer Kreismitgliederversammlung im Gummersbacher Lindenforum die Weichen für die kommenden Jahre gestellt. Das Motto der Versammlung laut einer Mitteilung:„Zukunftsfest aufstellen für die zukünftigen
Herausforderungen“.
Ein Fokus lag auf der Landtagswahl 2027. Dr. Julian Münster wurde einstimmig zum Landtagskandidaten für den südlichen Wahlkreis Oberberg II gewählt. Der promovierte Meeresbiologe und amtierende
Kreissprecher setzt seine Schwerpunkte auf Umwelt- und Klimaschutz, die
Anpassung der Region an zunehmende Wetterextreme und einen
entschlosseneren Kampf gegen Umweltkriminalität. Mit der konsequenten
Umsetzung des interkommunalen Klimawandelanpassungskonzeptes und der Entwicklung Oberbergs zu einer sogenannten Schwammregion verbindet er wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten politischen Lösungsansätzen, heißt es weiter.
Für den nördlichen Wahlkreis Oberberg I wurde Sylvia Berghoff, ebenfalls einstimmig, nominiert. Die Diplom-Biologin, gelernte Gärtnerin und IT-Unternehmerin möchte ihre naturwissenschaftliche, technische und unternehmerische Erfahrung in die Landespolitik einbringen. Ihre Schwerpunkte liegen auf Digitalisierung, moderner Verwaltung, Natur- und Umweltschutz sowie gesellschaftlicher Vielfalt und gleichberechtigter Teilhabe.
Landtagsmitglied Marc Zimmermann (Foto) berichtete aus seiner Arbeit in Düsseldorf. Er verwies auf Erfolge grüner Regierungsbeteiligung, darunter Verbesserungen bei der kommunalen Finanzierung, die Einrichtung einer unabhängigen Polizeibeauftragten und die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre bei Landtagswahlen. Mit Blick auf 2027 machte Zimmermann zugleich deutlich, dass sich der grüne Anspruch nicht darauf beschränken dürfe, Juniorpartner in einer Landesregierung zu sein. Die Grünen müssten bereit sein, selbst die führende politische Kraft in Nordrhein-Westfalen zu werden und Regierungsverantwortung gegebenenfalls auch eigenständig zu übernehmen.
Ein Signal setzt die Versammlung zur politischen Beteiligung junger Generationen. So wurde die bisherige Jugendquote für Wahllisten neu gefasst. Künftig sollen bei der Aufstellung von Kreistagswahllisten mindestens 25 Prozent (jeder vierte Platz) der Plätze für Mitglieder bis einschließlich 28 Jahre berücksichtigt werden, sofern entsprechende Kandidaten zur Verfügung stehen. Bislang galt diese Regelung für Mitglieder unter 40 Jahren. Damit wollen die oberbergischen Grünen laut Mitteilung bewusst jungen Menschen politische Verantwortung eröffnen, ohne dass diese erst jahrelang innerparteiliche Netzwerke aufbauen müssen.
Auch die Frauenpolitik sei strukturell gestärkt worden. Auf Initiative der Grünen Frauen Oberberg beschloss die Kreismitgliederversammlung einstimmig, die Funktion einer Frauenpolitischen Sprecherin dauerhaft in der Satzung zu verankern. Die Sprecherin wird vom Arbeitskreis Frauen für zwei Jahre gewählt und gehört dem Kreisvorstand künftig als stimmberechtigtes Mitglied an. Sie soll frauen- und gleichstellungspolitische Anliegen innerhalb des Kreisverbandes vertreten
und zugleich Ansprechperson für Initiativen, Netzwerke und die Öffentlichkeit sein. Entsprechend zuversichtlich blickt der Kreisverband auch auf die noch offene Nachbesetzung des Amtes der Kreissprecherin. Die Suche werde fortgesetzt.
Grünen-Mitglied Dr. Ralph Krolewski, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Oberberg, hielt zudem einen Vortrag über die
gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels. Unter anderem forderte er konkrete kommunale Hitzeaktionspläne, eine bessere Vernetzung von Gesundheitsämtern, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und Rettungsdiensten sowie eine Stärkung der wohnortnahen hausärztlichen
Versorgung.