POLITIK

FV Wiehl und Stadt: Den Kompromiss in der Hinterhand

lw; 19.11.2021, 12:28 Uhr
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Foto: Michael Kleinjung --- Das Vereinsheim steht auf zwei Bodenplatten, die sich unterschiedlich schnell senkten. Ein Denkmodell sieht nun vor, die beiden Teile des Vereinsheims voneinander zu trennen, sodass es zu keiner weiteren Rissbildung kommt.
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FV Wiehl und Stadt: Den Kompromiss in der Hinterhand

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lw; 19.11.2021, 12:28 Uhr
Wiehl – Falls der aktuelle Förderantrag erneut keinen Erfolg hat, sollen bereits alternative Lösungen für das Vereinsheim in der Schublade sein – Trennung des Gebäudes eine Option.

Von Lars Weber

 

Seit mehr als zehn Jahren ist bereits bekannt, dass das 1992 eingeweihte Vereinsheim des FV Wiehl auf der Walter-Lück-Sportanlage durch Bodensetzungen abgängig ist. Zwischenzeitlich wurden bereits Pläne für einen Ersatzneubau präsentiert. Umgesetzt wurden sie aber bis heute nicht. Rund 1,5 Millionen Euro sollte dieser kosten, für die Stadt als Eigentümerin zu viel, um es ohne Förderung zu stemmen. Sämtliche Anträge auf finanzielle Unterstützung hatten aber bis heute keinen Erfolg. Mitten in dieser Hängepartie trat im September der Vereinsvorsitzende Manfred Noss zurück (OA berichtete). Er wollte nicht länger in der Haftung stehen, wenn es beim Vereinsheim zu Unfällen kommen sollte. Nun ist bei den Sitzungen des Sportausschusses am Mittwoch und dem Bauausschuss gestern wieder Bewegung in das Thema gekommen. Tenor: Falls der laufende Förderantrag erneut keinen Erfolg hat, sollen die Planungen angepasst werden – und Stadt und Verein an einem Strang ziehen.

 

Der wiederholt beim Städtebauförderprogramm des Bundes und des Landes NRW eingereichte Antrag (Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten) liegt laut Stadt seit September wieder bei der Genehmigungsbehörde. Die Gesamtkosten wurden um den Anteil der Sanierung der Dusch- und Umkleideräume reduziert, da diese zwingend notwendig ist und aktuell aus dem städtischen Haushalt heraus umgesetzt werde. Der Förderantrag weist Gesamtkosten in Höhe von rund 1,36 Millionen Euro aus.

 

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Statt nun aber erneut nur darauf zu warten, wie die Behörde entscheidet und sich wieder eine Absage abzuholen, solle nun bereits an einer alternativen Planung gearbeitet werden – von Stadt und Verein zusammen. „Wir wollen gerüstet sein“, sagte gestern der erste Beigeordnete Peter Madel. Die Gespräche mit den Vereinsverantwortlichen bezeichnete er als sehr konstruktiv. Als sehr lobenswert hob er hervor, dass der FV Wiehl wie auch schon zuvor bei vielen anderen Investitionen und Arbeitseinsätzen am Gelände eine entsprechende Beteiligung signalisiert habe.

 

Als Basis für gemeinsame Überlegungen zwischen dem Verein und der Stadt Wiehl wurden folgende Denkmodelle ins Spiel gebracht: Erstens ein Anbau an die Tribüne zur Schaffung von reiner Lagerfläche bei gleichzeitiger Ertüchtigung der aktuellen Funktionsräume im Bestandsgebäude. Dabei würde das Gebäude sozusagen zweigeteilt beziehungsweise entkoppelt werden, sodass die unterschiedlichen Setzungen beider Hälften keine Rolle mehr spielten, erläuterte Fachbereichsleiter Andreas Zurek. Das Modell wurde vom Gutachter bereits 2015 ins Spiel gebracht (siehe Information Nicht einsturzgefährdet).

 

Zweites Modell ist laut Beschlussvorlage ein Anbau von Funktionsflächen an die Tribüne bei gleichzeitiger Aufgabe dieser im Bestandsgebäude und Umwandlung in reine Lagerfläche. Drittens komme die Aktivierung „toter“ Bestandsflächen der Tribüne durch entsprechende bauliche Veränderung infrage.

 

Nicht einsturzgefährdet
 

In einem guten Zustand ist das Vereinsheim offenkundig nicht. Der Verein hat die meisten Bereiche des Gebäudes gesperrt, nur noch WC und Bewirtungsraum sind zugänglich. Den Vertretern des FV Wiehl wurden im Zuge der Gespräche nun aber nochmals Unterlagen des Statikers von 2015 und 2020 vorgelegt, wonach das Vereinsheim grundsätzlich standsicher ist, die beiden Gebäudeteile sich aber unterschiedlich senken, wodurch die Rissbildung im Verbindungsbereich entsteht. Einsturzgefährdet sei das Gebäude aber nicht.

 

Gleichzeitig soll die neue Planung modular aufgebaut werden, um mittelfristig das Bestandsgebäude durch einen Anbau an der Tribüne zu ersetzen, wenn zukünftig neue Förderprogramme aufgelegt werden. Doch auch kurzfristig soll etwas passieren, so Madel. So müsste den Schiedsrichtern mehr Platz zum Umziehen eingeräumt werden. Diese hätten momentan nur einen kleinen Raum zur Verfügung. Zu wenig in der Spielklasse, in der sich der FV Wiehl bewegt, erst recht, wenn weibliche und männliche Schiedsrichter vor Ort sind.

 

Sowohl der Sportausschuss wie auch der Bauausschuss stimmten dem Vorgehen einstimmig zu. Abschließend entscheidet der Haupt- und Finanzausschuss am 14. Dezember.

 

Das sind die nächsten Schritte
 

Bis Ende November 2021: Überprüfung des Raumkonzepts und Konkretisierung des notwendigen Flächenbedarfs.

 

Bis Ende Dezember 2021: Überführung des Flächenbedarfs in mögliche bauliche Umsetzungen inklusive Ermittlung der für die Lösung anfallenden Kosten.

 

Frühjahr 2022: Vorstellung der alternativen Planung in den entsprechenden politischen Gremien.

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