POLITIK

EEG-Novelle: Landwirte wenden sich an Bundestagsabgeordnete

Red; 01.09.2026, 17:03 Uhr
Symbolfoto: https://pixabay.com/photos/biogas-container-lazy-natural-gas-2919235/.
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EEG-Novelle: Landwirte wenden sich an Bundestagsabgeordnete

Red; 01.09.2026, 17:03 Uhr
Oberberg - Besonders kritisch bewertet die Kreisbauernschaft die geplanten Verschlechterungen für Biogas und Bioenergie - Petition ist online.

Die Kreisbauernschaft Oberbergischer Kreis hat sich angesichts der laufenden Beratungen zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes an die Bundestagsabgeordneten Dr. Carsten Brodesser (CDU) und Jan Köstering (Die Linke) aus dem Oberbergischen Kreis gewandt. Aus Sicht der Landwirtschaft droht der Entwurf ausgerechnet jene Betriebe und ländlichen Regionen zu schwächen, die die Energiewende bislang mit Investitionen, Flächen und unternehmerischem Risiko vor Ort getragen haben.


„Unsere Betriebe stehen bereit, ihren Beitrag zu einer sicheren, bezahlbaren und erneuerbaren Energieversorgung zu leisten." Dafür bräuchten sie aber verlässliche Investitionsbedingungen. "Wer Biogas, Biomethan, Dach-PV und Windenergie politisch will, muss Planungssicherheit schaffen und darf bestehende Potenziale nicht durch zu enge Vorgaben ausbremsen“, betont der Vorsitzende Bernd Schnippering der Kreisbauernschaft Oberbergischer Kreis.

 

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Besonders kritisch bewertet die Kreisbauernschaft die geplanten Verschlechterungen für Biogas und Bioenergie. „Biogas ist nicht irgendeine erneuerbare Energiequelle. Biogasanlagen können Strom und Wärme flexibel bereitstellen, wenn Wind und Sonne nicht liefern. Gerade diese gesicherte Leistung brauchen wir im Energiesystem der Zukunft. Deshalb darf die Bundesregierung die Bioenergie nicht kleinrechnen“, betont Schnippering.

 

Unsichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen gefährden laut der Mitteilung nicht nur die grundlastfähige Stromerzeugung, sondern auch die gekoppelte Wärmenutzung und die regionale Wertschöpfung. Deshalb fordert die Kreisbauernschaft klare Korrekturen: Biomasse muss mit mindestens 2.500 Megawatt Ausschreibungsvolumen pro Jahr bis 2032 gesichert, der Flexibilitätszuschlag auf 150 Euro je Kilowatt erhöht und der fachlich verfehlte Maisdeckel gestrichen werden. Flexible Biogasanlagen liefern gesicherte Leistung vor Ort und dürften gegenüber neuen Gaskraftwerken nicht benachteiligt werden.


Auch bei Photovoltaik und Windkraft setze der Entwurf falsche Signale. Der Agri-PV-Bonus muss auf mindestens 2,5 Cent je Kilowattstunde angehoben werden, damit Agri-Photovoltaik für landwirtschaftliche Betriebe überhaupt wirtschaftlich darstellbar bleibe. Denn neben hohen
Investitionen bringt Agri-PV häufig Bewirtschaftungserschwernisse mit sich, die angemessen berücksichtigt werden müssten.


Unverständlich sei aus Sicht der Kreisbauernschaft zudem, dass für Dach-PV-Anlagen keine tragfähige Förderung vorgesehen ist. "Gerade diese Anlagen ermöglichen Hauseigentümern und Betrieben eine breite Beteiligung an der Energiewende, ohne neue Flächenkonflikte auszulösen." Ebenso kritisch sieht Schnippering die geplanten Eingriffe bei Windenergieflächen: Einschränkungen von Eigentumsrechten und Vertragsfreiheit gefährden die Akzeptanz im ländlichen Raum. „Es kann nicht sein, dass der ländliche Raum die Standorte für die Energieversorgung der Verbraucher bereitstellt – allen voran für die Städte –, ohne dafür fair beteiligt zu werden“, stellt Schnippering klar.


Die Kreisbauernschaft appelliert deshalb an die Bundestagsabgeordneten, sich im parlamentarischen Verfahren mit Nachdruck für eine faire EEG-Novelle einzusetzen: Sie müsse Investitionen ermöglichen, Planungssicherheit schaffen und die ländlichen Räume an der
Energiewende beteiligen, statt sie einseitig zu belasten.


Unterstützerinnen und Unterstützer dieser Forderungen können sich der Petition des Hauptstadtbüros Bioenergie anschließen.

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