POLITIK

Die Marienheider AfD zerfällt

ls; 25.02.2026, 12:00 Uhr
Foto: Gemeinde Marienheide.
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Die Marienheider AfD zerfällt

ls; 25.02.2026, 12:00 Uhr
Marienheide – Drei von insgesamt fünf Mitgliedern haben die Fraktion verlassen – Offenbar gab es interne Unstimmigkeiten.

Von Leif Schmittgen

 

Bei der gestrigen Sitzung des Marienheider Gemeinderats platzte die Bombe. Drei von fünf Gremiumsmitgliedern der AfD haben die Fraktion vorzeitig verlassen, behalten aber ihre Ratsmandate. Nachdem Heike Pahle ihren Rückzug öffentlich machte und sogleich aus der Partei austrat, folgten ihr nun Ina Hendrich und Björn Schmitt. Beide bleiben der Partei aber als Mitglieder erhalten. Offenbar gab es Meinungsverschiedenheiten zu diversen Themen. „Es gab einen gewissen Zwang, dem man sich nicht beugen muss“, sagte Hendrich auf OA-Nachfrage zu den Gründen. Weitere Details wollte sich nicht bekanntgeben, ebenso wenig wie Schmitt. „Es ist wie es ist“, kommentierte er die Nachfrage aus dem Gremium, warum es zu dem Bruch gekommen sei.

 

Der in der Fraktion verbliebene Stefan Betat zeigte sich von dem Schritt überrascht. „Man kann nicht immer einer Meinung sein, aber man sollte darüber sprechen“, so Betat gegenüber OA. Jene Gespräche habe es aus seiner Sicht nicht gegeben, stattdessen seien er und Wolfram Hartmann von den beiden jüngsten Austritten überrascht worden. Unter anderem warf Sebastian Göldner (CDU) den Fraktionslosen Wählertäuschung vor. Diesen Vorwurf wies Björn Schmitt zurück. Auf die Frage Göldners, warum sie ihre Sitze nicht für Nachrücker freimachten, erwiderte Schmitt, dass man einiges vorhabe und dazu in etwa sechs Wochen weitere Details bekanntgeben werde.

 

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Vizebürgermeister Timo Fuchs, der gestern den erkrankten Sebastian Heimes als Sitzungsleiter vertrat, hatte die Ereignisse nach eigener Aussage zwar vorausgeahnt, war aber über die Schnelligkeit der Zerwürfnisse erstaunt. „Wenn man nur bundespolitische Themen im Wahlprogramm aufgreift, wundert mich das Ergebnis nicht“, so der CDU-Mann. Denn vieles lasse sich kommunalpolitisch nicht anwenden.

 

Die Zerwürfnisse haben zu geänderten Sitzverteilungen in den Ausschüssen geführt. Mehrheitlich wurde der gemeinsame Wahlvorschlag von CDU und SPD für die insgesamt vier Ausschüsse umgesetzt, mit der Folge, dass es aufgrund von Gleichheit bei Nachkommastellen zur Losung eines Sitzes in drei Gremien kam. Hierbei hatten zwei Mal die FDP-UWG und einmal die AfD das Glück auf ihrer Seite.

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