POLITIK

Amphibienteich verlandet: Hilfe für Grasfrösche in Sicht

lw; 25.02.2026, 16:30 Uhr
Fotos: Nabu Waldbröl (3), Lars Weber (2) --- Ein aktuelles Bild des Teichs: Trotz des Regens in den vergangenen Tagen ist kaum Wasser darin.
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Amphibienteich verlandet: Hilfe für Grasfrösche in Sicht

lw; 25.02.2026, 16:30 Uhr
Waldbröl – Teich wurde an der Lise-Meitner-Straße angelegt, als dort der Kreisverkehr gebaut wurde – Undichtigkeit sorgte dafür, dass der Teich kein Wasser mehr halten kann – Population der Grasfrösche laut Nabu „dramatisch“ zurückgegangen – Gartenwettbewerb gestartet.

Von Lars Weber

 

Noch vor einigen Jahren gab es ein wahres Amphibienparadies an der Lise-Meitner-Straße. Der große Teich war in den 1980er-Jahren als Ausgleichsmaßnahme angelegt worden und war seitdem Heimat unter anderem von Grasfröschen, Molchen und Erdkröten. Als die Umbaumaßnahme für die Lise-Meitner-Straße geplant wurde, musste der Teich weichen. Der Kompromiss, den der Nabu Waldbröl erreichen konnte, sah einen neuen Teich vor, mit mehr als 100 Quadratmetern etwa ein Drittel so groß wie zuvor. Dieser wurde 2020 angelegt. Doch schnell gab es Probleme, der Teich war undicht. Reiner Stegemann vom Nabu wies schon früh darauf hin. Abhilfe scheint es aber erst jetzt zu geben.

 

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Das Thema ist gestern im Umweltausschuss der Stadt Waldbröl behandelt worden. Stegemann schilderte die Situation. „Der Teich hat nur eine Saison gehalten“, sagte der Umweltfachmann. Danach sei ersichtlich gewesen, dass es Problem gebe, das Wasser zu halten. Offenbar sei der Teich mit einer Tonabdichtung nicht korrekt angelegt worden. Inzwischen sei das Stilgewässer „komplett verlandet“. Die Bitte des Nabus: Der Teich müsse für die Tiere wiederhergestellt werden. Stegemann sieht einen klassischen Gewährleistungsfall. „Wenn man eine Waschmaschine kauft und sie läuft aus, muss sie ja auch repariert oder ausgetauscht werden.“

 

Stegemann macht sich um die Amphibienpopulation Sorgen. Gerade die Population der Grasfrösche (siehe Foto) gehe in Deutschland aufgrund der klimatischen Veränderungen „dramatisch“ zurück. Sie seien nur noch selten anzutreffen. Bis zu 20 Tiere konnte der Nabu an der Lise-Meitner-Straße anhand der vorgefundenen Laichballen zählen. „Der Teich wurde gut angenommen.“ Zuletzt habe man versucht, den Tieren zu helfen, indem Kübel eingegraben wurden, die das Wasser hielten und in denen die Frösche ablaichen und sich die Larven entwickeln konnten. Stegemann hofft, dass die Tiere den Teich bei einer Wiederherstellung wieder so annehmen, wie in der Vergangenheit.  

 

[Laichballen der Frösche im Wasser (oben). Vom einst gefüllten Teich ist nicht mehr viel übrig geblieben.]

 

Geht es nach der Stadt, soll die Maßnahme zügig starten. Klimaschutzmanager Rudolf Bergen berichtete von der Kommunikation mit den zuständigen Firmen. Um Differenzen aus dem Weg zu räumen, soll es bald einen Ortstermin geben. Aus Sicht von Stegemann spreche nichts dagegen, bald mit der Wiederherstellung zu beginnen. Er sei optimistisch, dass sich der Frosch dann wieder ansiedelt.

 

Nabu sucht den schönsten Naturgarten

 

Weil die heimische Tierwelt unter kleiner werdenden Lebensräumen leidet und auch schon kleine Maßnahmen auf dem Balkon oder dem eigenen Garten beitragen können, Tieren und Pflanzen wieder mehr Raum zu geben, hat der Nabu Waldbröl einen Gartenwettbewerb ins Leben gerufen. Viel Grün auf kleiner Fläche, Bade- und Trinkstellen für Vögel und Insekten, Dunkelheit in der Nacht oder auch Nützliches wie Insektenhotels: Punkte kann man auf verschiedene Weise sammeln. Der Nabu hat dazu einen Flyer angelegt, der an verschiedenen Stellen in Waldbröl ausliegt (digital gibt es ihn hier: Seite 1 und 2). In drei Kategorien werden insgesamt sechs Preise vergeben. Bewertet werden Balkone und kleine Gärten bis 299 Quadratmeter sowie Gärten ab 300 Quadratmeter. Bewerben können sich Waldbröler bis 10. Mai per E-Mail mit einer kurzen Gartenvorstellung an waldbroel@nabu-oberberg.de. Zwischen Mai und Juli werden die Gärten begangen.

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