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60-Millionen-Euro-Deckel fix: Finale im Vergabeverfahren für DBG-Zukunft

lw; 17.07.2026, 17:00 Uhr
Archivfoto: Lars Weber.
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60-Millionen-Euro-Deckel fix: Finale im Vergabeverfahren für DBG-Zukunft

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lw; 17.07.2026, 17:00 Uhr
Wiehl – Die Totalunternehmen, die noch im Rennen sind, wurden heute aufgefordert, ihr finales Angebot abzugeben – Gestern befasste sich der Stadtrat nichtöffentlich mit dem Thema und beschloss einen festen Kostenrahmen.

Von Lars Weber

 

Heute war auch am Wiehler Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium der letzte Schultag vor den Sommerferien. Wenn sie im September wiederkommen, soll das folgende Schuljahr das letzte sein, bevor ihre Schule deutlich ihr Gesicht verändern soll. Endlich modern, endlich größer, endlich mehr Möglichkeiten im Schulalltag. Damit die lange Wartezeit auf ein neues DBG tatsächlich ein Ende hat, dafür werden gerade die letzten Weichen gestellt, wie die Verwaltungsspitze um Bürgermeister Ulrich Stücker heute in einem Pressegespräch im Rathaus verraten hat. Das Vergabeverfahren an einen Totalunternehmer (TU), der das Projekt plant und komplett umsetzt, läuft nun ins Ziel ein. Gleichzeitig deckelte der Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung am Donnerstag die Baukosten auf 60 Millionen Euro – einstimmig, wie Stücker betonte. Zu diesem Preis für den TU kommen noch Nebenkosten über etwa drei Millionen Euro, etwa für die juristische Begleitung oder die Umzüge innerhalb der Schule, die nötig sein werden. Es wird die größte Investition der Stadtgeschichte werden. „Alle Parteien und die Verwaltung stehen eng zusammen.“ Nach etlichen Jahren der Diskussionen soll nun die Ziellinie auch erreicht werden.

 

Im April 2025 hatte der Stadtrat das europaweite TU-Vergabeverfahren beschlossen. Anfänglich gab es neun Interessenten für die Schulentwicklung. Als Vorgabe diente das optimierte Campus-Modell, das nach einer intensiven Bestandsanalyse übriggeblieben und eine Mehrheit gefunden hatte (OA berichtete). Es sieht eine Sanierung des Bestands mit einem ergänzenden Neubau vor. Die Interessenten erhielten eine klare Leistungsbeschreibung, also einen langen Katalog von Dingen, die das Projekt zwingend beinhalten muss. Der Weg dorthin, auch wie das Thema Interim gehandhabt wird, war den Bietern überlassen. Zuletzt favorisierte die Verwaltung eine Interimslösung auf dem Parkplatz neben dem Wiehltalstadion. Zu diesem Zweck wurde die dortige Treppe zur Hauptstraße instandgesetzt.

 

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In die zweite Stufe des Vergabeverfahrens wurden von den neun Interessenten fünf ausgewählt, die Angebote einreichen durften. Diese Stufe haben nur Unternehmen erreicht, die bestimmte Qualifikationen erfüllten, zum Beispiel Erfahrung im Schulbau vorweisen können. Die eingegangenen Angebote sind inzwischen bewertet worden. Nun geht es in die letzte Runde. „Heute wurden die verbliebenden Bieter dazu aufgefordert, ihre finalen Angebote einzureichen“, sagte Alexandra Noss, stellvertretende Leiterin des Dezernats II.

 

Berücksichtigen müssen sie dabei nun den beschlossenen 60-Millionen-Euro-Deckel. Die Entwicklung treffe die Bieter – wie viele es noch sind, darf das Rathaus aus Wettbewerbsgründen nicht sagen – aber nicht unvorbereitet. „Es hat sich in den bisherigen Verhandlungen herausgestellt, dass aufgrund der Marktentwicklungen frühere Prognosen nicht zu halten gewesen wären“, so Stücker. Einst war die Stadt von rund 55 Millionen Euro ausgegangen. Auf Basis der Gespräche mit den „namhaften Unternehmen“ und dem hohen Aufwand der Firmen für das erste qualifizierte Angebot zeigte er sich aber zuversichtlich, dass die Stadt auch in der letzten Runde mit Angeboten rechnen dürfe. Gleichzeitig machte er auch klar: Wenn ein Angebot über 60 Millionen Euro liegt, ist der Bieter raus. Denn der Preis mache in der finalen Bewertung der Angebote 50 Prozent aus. Die Zuschlagskriterien und ihre Gewichtung hat der Stadtrat festgelegt.

 

Der Deckel soll der Stadt eine weitere Finanzsicherheit geben. Aus diesem Grund hatte man sich ursprünglich dafür entschieden, sich auf die Suche nach einem Totalunternehmer für die Realisierung zu machen. „Ein Totalunternehmer gibt Kostensicherheit“, so Stücker. Der Preis im Vertrag ist fest. Setzt man stattdessen auf Einzelvergaben, können negative Preisentwicklungen am Markt ein Projekt nicht nur verteuern, sondern auch deutlich verzögern. Ein weiterer Vorteil der TU-Vergabe: Die Unternehmen sind jetzt schon am Planen und können bei einem Zuschlag direkt weitermachen.

 

Wenn die Bieter dabeibleiben, sollen die finalen Angebote im Laufe der Sommerferien im Rathaus eingehen. Diese würden dann nochmals gemäß der Bewertungskriterien unter die Lupe genommen – dann steht ein Sieger fest, den der Rat bei seiner Sitzung im November beschließen soll. Im Anschluss kann die Beauftragung erfolgen. Noss kann sich vorstellen, dass es dann im Herbst 2027 erste Bewegungen auf dem Schulgelände gibt und das DBG in die Zukunft starten kann - endlich.

 

Wie wird das bezahlt?

 

Kämmerer Peter Madel erklärte das Finanzierungsmodell für das DBG. In der mittelfristigen Finanzplanung im Haushalt seien bereits Verpflichtungsermächtigungen über 66,2 Millionen Euro eingestellt. Da gebe es also bereits einen Puffer. Bilanziell auf der hohen Kante hat die Stadt Investitions- und Schulpauschalen des Landes, die Wiehl in den vergangenen Jahren schon extra für das Großprojekt als Bildungsreserve zurückgelegt hatte. Rund 34 Millionen Euro sind in den Büchern angelaufen. Wenn das neue Gymnasium dann bestenfalls 2030 fertig ist, können bei der Abschreibung des Gebäudes über 65 Jahre verteilt diese Millionen gegengerechnet werden. Statt mit rund 970.000 Euro werde der Haushalt dann in der Bilanz nur mit 450.000 Euro belastet.

 

Für das Gymnasium einsetzen möchte die Verwaltung auch gerne die 10,2 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bunds. Darüber entscheidet der Rat. Die Verwaltung rät dazu, 70 bis 100 Prozent davon für das DBG zu investieren, da dadurch weitere positive Effekte bei den Abschreibungen, aber auch bei den Kreditaufnahmen entstehen würden. Aktuell geht Madel von einer anfänglichen Zinsbelastung nach einem Kredit (Laufzeit: 30 Jahre) von 1,6 Millionen Euro aus – dieser Wert würde sich mit voranschreitender Dauer verringern. Klar ist natürlich: Je geringer der Kredit ist, desto geringer auch die anfängliche Zinsbelastung.    

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