OBERBERGISCHER KREIS

Vom Prototyp in die Praxis

Red; 25.07.2026, 08:00 Uhr
OBERBERGISCHER KREIS

Vom Prototyp in die Praxis

Red; 25.07.2026, 08:00 Uhr
Oberberg - Neue App für pflegende Angehörige wird unter anderem im Oberbergischen Kreis erprobt – Das System soll auch die Senioren- und Pflegeberatungsstellen entlasten.

Am 27. Juli startet die Pilotierung des digitalen Unterstützungssystems TeReS für pflegende Angehörige im Oberbergischen Kreis und in der Stadt Köln. Das System verbindet eine App für Angehörige mit einem KI-gestützten Beratungstool für Senioren- und Pflegeberatungsstellen. An der Erprobung beteiligt sind im Oberbergischen Kreis die Senioren- und Pflegeberatungsstellen in Bergneustadt, Gummersbach und Lindlar, und in der Stadt Köln die Seniorenberatungsstellen der ASB Alten- und Pflegeheime Köln GmbH und der Johanniter-Unfall-Hilfe im Bezirk Rodenkirchen. Die App soll pflegende Angehörige frühzeitig und niederschwellig auf passende Unterstützungs- und Entlastungsangebote aufmerksam machen.

 

Nutzer erfassen per App ihre aktuelle Pflegesituation und erhalten Hinweise auf geeignete Hilfen. Die Angaben werden anonym an die beteiligten Beratungsstellen übermittelt. Dort unterstützt das Beratungstool die Fachkräfte dabei, den Unterstützungsbedarf zu strukturieren und passende regionale Angebote zu empfehlen. Die persönliche Beratung bleibt dabei zentraler Bestandteil – ergänzt durch digitale Instrumente.

 

Die meisten pflegebedürftigen Menschen werden zu Hause versorgt, überwiegend durch Angehörige. Kommunale Senioren- und Pflegeberatungsstellen übernehmen hier eine Lotsenfunktion, um Wege aufzuzeigen, wie Pflege und Sorge zu Hause organisiert werden kann. Angesichts des demografischen Wandels braucht es innovative Lösungen, die Beratungsstellen entlasten und gleichzeitig den Zugang zu Unterstützung für pflegende Angehörige erleichtern.

 

„Unsere Gespräche mit Expertinnen und Experten aus Beratung, Pflege und Kommunen haben gezeigt, dass digitale Technologien und Künstliche Intelligenz vielversprechende Ansätze für die Zukunft der Senioren- und Pflegeberatung bieten“, sagt Martina Thelen, Geschäftsstellenleitung des Gesundheitsregion KölnBonn e. V., der die Pilotierung koordiniert. „Entscheidend ist, dass diese Lösungen gemeinsam mit den späteren Anwenderinnen und Anwendern entwickelt werden. Deshalb ist der enge Austausch mit den Beratungsfachkräften in unseren Pilotregionen für die Weiterentwicklung von TeReS so wertvoll.“

 

Mit dem Start der Pilotphase rücken nun auch die Erfahrungen informell Pflegender stärker in den Mittelpunkt. Ihr Feedback wird entscheidend dazu beitragen, TeReS alltagsnah weiterzuentwickeln. Die wissenschaftliche Evaluation der dreimonatigen Pilotphase übernimmt das Institut für Pflegewissenschaft der Universität zu Köln. Entwickelt wurde das System gemeinsam mit dem gewi-Institut für Gesundheitswirtschaft e. V. und der NursIT Institute GmbH.

 

Menschen, die Angehörige im Oberbergischen Kreis zu Hause unterstützen oder pflegen, können die App ab jetzt über den App-Store herunterladen, testen und ihre Erfahrungen im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitstudie einbringen. Die Veröffentlichung im Google Playstore folgt in den kommenden Tagen. Das Forschungsprojekt TeReS läuft bis Juni 2027 und wird vom Land Nordrhein-Westfalen mit Mitteln des EFRE/JTF-Programms NRW im Rahmen des Förderaufrufs „Gesünder.IN.NRW“ gefördert. Weitere Informationen unter www.teres.care.

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