HANDBALL
Trotz Zeitstrafenflut: VfL siegt im Spitzenspiel
Gummersbach - Essen ist der erwartet schwere Gegner - Auf Lukas Blohme kommt nach einer Blauen Karte eine Sperre zu - 'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.
Von Peter Notbohm
TuSEM Essen – VfL Gummersbach 28:32 (12:16).
Der VfL Gummersbach marschiert unbeeindruckt weiter in Richtung Handball-Bundesliga. Auch der TuSEM Essen konnte den Spitzenreiter im Spitzenspiel der 2. Liga nicht stürzen und dürfte sich durch die Niederlage aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet haben. In einem intensiv geführten Match zeigte das Team von Gudjon Valur Sigurdsson trotz zahlreicher Zeitstrafen eine starke Leistung.
Essen merkte man allerdings auch die vielen Corona-Fälle der vergangenen Wochen an. Von der Power, die die Mannschaft von Jamal Naji noch im Hinspiel in der SCHWALBE arena ausgezeichnet hatte, sah man im Sportpark Am Hallo nur phasenweise etwas. Mit Jonas Ellwanger und Kreisläufer Markus Dangers mussten zwei Spieler immer noch passen, weil ihre Blutwerte nach der Covid-Infektion sich noch nicht wieder normalisiert hatten.
Bis zum 5:4 (8.) begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe, dann kassierte Timm Schneider eine aus seiner Sicht unverständliche Zeitstrafe. Der Routinier hatte seinen Gegenspieler im Gegenstoß touchiert. Noch härter erwischte es Lukas Blohme nur 80 Sekunden später: Nach einem Lattenkracher von Eloy Morante Maldonado eroberte der Rechtsaußen zwar den Abpraller, ließ sich anschließend aber zu einem Gesichtswischer bei seinem Gegenspieler Noah Beyer hinreißen. Die Schiedsrichter quittierten dies neben der roten Karte, auch mit der blauen Karte, so dass auf den Flügelflitzer eine Sperre zukommen wird. Von der Gummersbacher Bank gab es in diesem Fall nahezu keine Proteste.
Essen nutzte die doppelte Überzahl zur 7:4-Führung (10.), erlebte anschließend aber ein Déjà-vu: Denn wie schon im Hinspiel lief nun VfL-Keeper Tibor Ivanisevic heiß und parierte neben einem Siebenmeter auch weitere Würfe exzellent – am Ende kam der Keeper auf insgesamt zehn teils spektakuläre Paraden. Jonas Stüber krönte die stärkste Gummersbacher Phase mit dem 7:10 (20.). Bis zur Pause bauten die Oberberger den Vorsprung zwischenzeitlich sogar trotz weiterer Zeitstrafen auf 10:16 (28.) aus.
Nach dem Seitenwechsel kam Janko Bozovic zu seinem Comeback. Noch am Freitag hatte Sigurdsson offen gelassen, ob der Österreicher spielen würde. Dem Nationalspieler merkte man die lange Pause nach seiner Ellbogenverletzung allerdings an. Das Timing stimmen an manchen Stellen nicht und auch in Zweikämpfen hielt er sich zurück. Bis zum 18:20 (38.) blieb Essen noch auf Schlagdistanz, dann war es ausgerechnet eine Zeitstrafe gegen Tom Kiesler, die Gummersbach davonziehen ließ.
Ein Treffer von Ellidi Vidarsson sowie ein Doppelschlag des erneut starken Raul Santos stellten das Ergebnis auf 18:23 (41.), die Aktionen der Gastgeber wurden zunehmend hektischer. Spätestens als Blohme-Ersatz Mathis Häseler einen spektakulären Kempa-Trick zum 22:27 (50.) verwandelte und Julian Köster 69 Sekunden später den Vorsprung wieder auf sechs Tore erhöhte, war eine Vorentscheidung gefallen. Kurz darauf wurde allerdings der umtriebige Timm Schneider nach der dritten Zeitstrafen vorzeitig zum Duschen geschickt.
TuSEM-Coach Jamal Naji verordnete seinem Team ein immer offensiver agierendes Deckungssystem, näher als beim 25:28 (54.) kamen die Gastgeber aber nicht heran, auch weil Santos und Häseler keine Nerven zeigten und wieder zum 25:30 (56.) erhöhten. Die endgültige Entscheidung besorgte Julius Fanger mit dem 27:31. Gegen die offene Manndeckung tankte sich der Youngster mit einem Doppelpass durch. Eine insgesamt abgeklärte Leistung des früheren Rekordmeisters.
Bereits am kommenden Freitag kann der VfL Gummersbach das Tor in Richtung Bundesliga ganz weit aufstoßen: Dann gastiert der ASV Hamm in der SCHWALBE arena. Die Westfalen sind mit sieben Punkten Rückstand der letzte verbliebene Verfolger der beiden Spitzenteams aus Gummersbach und Nordhorn.
Essen: Noah Beyer (7/2), Justin Müller, Tim Rozman (je 5), Felix Klinger (4), Dimitri Ignatow, Tom Bergner (je 2), Lucas Firnhaber, Malte Seidel, Eloy Morante Maldonado (je 1).
Gummersbach: Raul Santos, Fynn Herzig (je 6), Julian Köster, Timm Schneider (je 4), Jonas Stüber, Ellidi Vidarsson, Mathis Häseler (je 3), Ole Pregler (2), Julius Fanger (1).
Siebenmeter
3/5 – 0/1 (Beyer scheitert an Ivanisevic, Klinger wirft an die Latte – Bliss pariert gegen Bozovic).
Zeitstrafen
8:18 Minuten (Seidel, Maldonado, Bergner, Szczesny - 2x Zeman, 3x Schneider (Rot), Herzig, 2x Kiesler + Blaue Karte Blohme).
Zuschauer
1.893.
Schiedsrichter
Lucas Hellbusch / Darnel Jansen
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